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Über 20.000 Sender: Internetradio Avox Indio TMA-1 im Test
Empfänger im Stil einer Micro HiFi-Anlage

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Alternative zum klassischen Hörfunk: Das Internetradio Indio TMA-1C von Avox empfängt über 20.000 Kanäle aus dem Web und spielt auch Podcasts ab. Klang und Bedienung lassen aber zu wünschen übrig.

Viele Empfangsstationen, netzwerkfähig, Bedienung per Smartphone-App: Auf dem Papier zeigt sich das Internetradio Indio TMA-1C von Avox äußerst vielseitig. Im Test machten sich aber einige Mängel bemerkbar - vor allem in Sachen Sound und bei der Bedienung.

Mit Musik geht alles einfacher. Beim Kochen und Abwaschen etwa lässt man sich gerne mit Radiomusik oder mit seinen Lieblingssongs verwöhnen. Gut dafür geeignet sind Internetradios, die Abwechslung zum klassischen Hörfunk bieten und mittlerweile in vielen verschiedenen Größen zu haben sind.

Auch der Norderstedter Hersteller Avox bietet Digitalempfänger in unterschiedlichen Bauformen an - vom kleinen Würfel für die Anrichte wie das Indio petite bis hin zum dreiteiligen Set bestehend aus zwei separaten Lautsprechern und Receiver wie das Indio TMA-1. Letzteres hat netzwelt genauer unter die Lupe genommen.

System ähnelt einer Micro HiFi-Anlage

Das Indio TMA-1 ist dank seiner Bauweise weniger kompakt als Internetradios mit integriertem Lautsprecher in einem Gerät. Dementsprechend taugt es weniger für Nutzer, die eine platzsparende Abspielmöglichkeit von Online-Sendern für die Küche, Bad oder Schlafzimmer suchen.

Zur Beschallung größerer Zimmer eignet sich das System mit seinen beiden Ein Wege-Lautsprechern (jeweils 12 Watt Ausgangsleistung) auch eher nicht. HiFi-Fans werden vom Klang enttäuscht sein: Insgesamt produziert das System einen recht höhenlastigen Sound, der sich - zumindest geringfügig - über den Equalizer korrigieren lässt. Verwirrend ist die deutsche Übersetzung "Ausgleich" für Equalizer beim Indio TMA-1; Soundpresets heißen einfach "Speicher".

Über 20.000 Radiosender

Auch optisch macht das schlicht in schwarz gehaltene Gerät nicht viel her: Auffallend sind, wenn überhaupt, das Gehäuse des Internetradios aus gebürstetem Metall und das Klavierlack-Design der Lautsprecher-Außenhülle. Ein extravagantes Design-Objekt wird aus dem Internetradio deshalb aber noch lange nicht. Als etwas gewöhnungsbedürftig und ungewöhnlich wahrgenommen haben wir die Kippschalter an der Frontseite des Empfängers zum Ein- und Ausschalten - Geschmackssache.

Avox bewirbt sein Gerät als Multitalent und spielt damit auf die Vielseitigkeit des Radios an. Über 20.000 weltweite Radiosender oder Streams lassen sich mit dem Gerät kostenlos in das eigene Zuhause holen. Das ist viel für einen Internet-Weltempfänger, selbst ein Zehntel davon dürfte für die meisten Nutzer aber völlig ausreichen.

Internetradio Avox Indio TMA-1

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Mit den beiden externen Lautsprechern benötigt das Internetradio etwas Platz zum Aufbauen. (Bild: Netzwelt)

Zugriff auf Netzwerkinhalte

Aber das Gerät muss nicht unbedingt Radio abspielen. Wer neben seinem Lieblings-Internetsender nicht auf seine Lieblingssongs verzichten möchte, kann über den Aux-Eingang auch einen iPod oder einen CD-Player zur Wiedergabe anschließen. Unterstützt wird ein Großteil populärer Audioformate (AAC, AAC+, AIFF, FLAC, MP3, OGG, WAV, WMA).

Alternativ greift das Internetradio auch auf Windows-Freigaben, UPnP-Server, NAS-Laufwerke oder per USB-Eingang auch auf andere Speichermedien zu. Wer auf die Lautsprecher verzichten und lieber seine mächtigere HiFi-Anlage zur Wiedergabe nutzen möchte, schließt das Gerät per Line-Out an den Heimverstärker an.

Mit den zwei separaten Boxen sieht das Indio TMA-1 aus wie eine Micro HiFi-Anlage.

Mühsame Passworteingabe

Die Wiedergabe von Internetradio funktioniert natürlich nur, wenn ein entsprechender Zugang bereitsteht. Eine Internetverbindung ist also Voraussetzung, die wegen nerviger Kabel am besten per WLAN hergestellt wird. Dafür hat das Internetradio den schnellen Drahtlos-Standard 802.11 n an Bord. Wer ausschließlich per Kabel im Web surft, kann den Indio TMA-1 per USB-Ethernet-Adapter zum Abruf von Internetinhalten befähigen. Ein direkter Ethernet-Port fehlt, ein Adapter liegt dem Gerät nicht bei.

Schön, dass das Internetradio selbstständig nach verfügbaren WLAN-Netzwerken sucht. Die Auswahl des Zugangspunktes erfolgt über das Display (Auflösung: 128 x 64 Pixel) per Fernbedienung oder Steuerelemente auf dem Empfangsteil. Die Eingabe des Kennwortes per Auf- und Ab-Tasten (Fernbedienung) oder Drehrad (am Empfangsteil) ist mühsam, was aber alle Eingaben betrifft, etwa die Sendersuche. Hier hätte sich der Hersteller eine einfachere Lösung, etwa eine Art T9-System, einfallen lassen können. Mit diesem Problem haben aber viele Netzwerk-Player zu kämpfen.

Personalisierung möglich

Radiostationen sind nach Land, Genre auswählbar, aber auch eine Suche ist integriert. Ein gesonderter Menüeintrag findet sich für die Webradio-Kanäle von live365.com. Im Test ließen sich die Sender nach kurzer Pufferungszeit recht flüssig abspielen, wobei die Wartezeit bei den live365-Sendern höher lag. Zehn Tasten auf der Fernbedienung können mit Lieblingskanälen zum schnellen Aufruf belegt werden.

Bei 20.000 Kanälen ist eine tiefergehende Personalisierung aber anzuraten. Dazu bietet Avox eine Registrierung auf der Webseite des Internetradioanbieters Reciva an, dessen Schnittstelle der Norderstedter Anbieter offenbar in sein Gerät eingebaut hat. Der Speicherplatz für Favoriten dort ist unbegrenzt.

Auf der Rückseite des Empfängers stehen unter anderem ein USB-Eingang und ein Line-Out sowie Aux-In-Anschluss zur Verfügung.

Abruf von Podcast-Angeboten

Auch Podcasts spielt das Gerät ab, allerdings nur ausländische Angebote. Zur Verfügung stehen BBC-Kanäle, Sendungen des Radionetzwerks Blogtalkradio und Podcasts verschiedener anderer Kategorien. Im Test ließen sich viele BBC-Podcasts von Deutschland aus nicht aufrufen. Bei den langen Namen vieler Folgen erweist sich auch das kleine Display des Gerätes als nachteilig. Angezeigt werden - wenn zur Verfügung stehend - Titel, Interpret und Album. Songtitel laufen zwar über das Display, zum Stöbern ist dies aber nicht gerade komfortabel. Für den Podcast-Konsum sind PC und Smartphone besser geeignet.

Beim Abspielen von Webinhalten auf Internetradions wie dem Indio TMA-1 darf man sich übrigens nicht wundern: Timeshift, also die zeitversetzte Wiedergabe beherrschen die Geräte nicht. Trotzdem hätte man sich am Avox-Modell eine Funktion zum Beenden eines Webradiosenders oder Podcasts gewünscht. Alternativ kann man nur zur Mute-Taste oder auf eine andere Audioquelle zugreifen.

iPhone- und Android-App zur Steuerung

Seine Flexibilität reizt das Internetradio im Heimnetzwerk aus: Musik auf angeschlossenen USB-Medien, NAS-Laufwerken, Windows-Freigaben oder über den Windows Media Player als UPnP-Server abspielen - kein Problem. Mit zwei Apps zur Steuerung des Internetradios für das iPhone und Android-Geräte bietet Avox zudem Alternativen zur herkömmlichen Fernbedienung an - praktisch.

Bei den Applikationen handelt es sich um Software-Lösungen von Grace Digital. Mit der iPhone-App ist zum Beispiel die Suche nach Radiosendern möglich, auch der Aufruf von gespeicherten Kanälen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Fernbedienung wird die Belegung der Tasten angezeigt, was mehr Übersicht schafft. Neben An- und Ausschalter bietet die iPhone-App auch weitere Funktionen - etwa Zugriff auf Netzwerkinhalte. Im Test klappte der Songabruf von angedockten Windows-Rechnern oder NAS-Laufwerken aber leider nicht.

Fazit: Vielseitigkeit mit Mängeln

Das Avox Indio TMA-1 zeigt sich mit Zugriff auf zahlreiche Internetstationen und Netzwerkinhalte äußerst vielseitig. Nicht jedes Internetradio spielt Musikstücke von USB-Speichern, Windows-Freigaben, UPnP-Servern oder NAS-Laufwerken ab. Aber Flexibilität ist nicht alles.

In Sachen Sound dürfen Nutzer etwa keine großen Sprünge erwarten. Die Menüführung ist übersichtlich, aber die Eingabe von Buchstaben, zum Beispiel bei Eingabe des Passwortes mühsam. Besonders vermisst wurde eine Taste zum Stoppen der Radiostreams. Mit 229 Euro ist das Indio TMA-1C außerdem nicht gerade günstig: Wer ein billigeres Gerät für den Nachttisch oder die Anrichte sucht, kann einen Blick auf das König HAV-IR23 werfen.

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Über 20.000 Sender: Internetradio Avox Indio TMA-1 im Test
Über 20.000 Sender: Internetradio Avox Indio TMA-1 im Test
Der norddeutsche Hersteller Avox hat mit dem Indio TMA-1C ein vielseitiges Internetradio auf den Markt gebracht. Das kann aber nicht über einige Mängel hinwegtäuschen.
http://www.netzwelt.de/news/86675-ueber-20-000-sender-internetradio-avox-indio-tma-1-test.html
2011-05-13 16:37:06
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/start-ariane-5-wurde-wegen-unregelmaessigkeit-hauptantrieb-abgebrochen-bild-arianespace5055.png
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