Jahrmarkt der Ungenauigkeiten
Im Kurztest: Carnival in Aktion!
Das Konzept, den Körper des Spielers zum einzigen Controller zu machen, geht offenbar auf: Microsofts Kamera-System Kinect für die Xbox 360 verkaufte sich bislang über zehn Millionen Mal. Man dürfte also Fluten von Titeln erwarten, die auf die Gesten- und Bewegungssteuerung abgestimmt sind. Doch die virtuelle Realität ist eine andere. Tröpfchenweise erscheinen minimalistische Spielereien wie "Carnival Games: In Aktion!" - eine Ansammlung knallbunter und mäßig umgesetzter Mini-Herausforderungen, die es in ähnlicher Form bereits für die Wii gab.
Willkommen zum Jahrmarkt der Langeweile. "Mehr als 20 Spiele und Attraktionen!" ruft der Schriftzug auf der Spielehülle dem Kaufinteressenten marktschreierisch entgegen. Doch wer sich von diesem Angebot verführen lässt, wird ein wenig enttäuscht. Der Rundgang über den virtuellen Rummel entpuppt sich als bloßes Abklappern der unterschiedlichen Bereiche mit ihren jeweiligen Minispielen. Es gibt keine Geschichte, keinen Zusammenhang und auch kein Ziel - von ein paar freischaltbaren Klamotten und Hüten für den eigenen Avatar einmal abgesehen ...
Schlimmer noch: Die meisten Geschicklichkeitstest beschränken sich auf arg simple Gesten. Hier ein bisschen mit den Armen rudern, da eine Wurfbewegung mit dem Handgelenk imitieren, dort einmal kurz zum Start einer Rakete in die Luft hopsen, ehe man diese mit den ausgestreckten Armen an Satelliten und anderen Gefahrenquellen vorbeilotst. Nur selten wird der ganze Körper zum Controller wie etwa bei der Attraktion "Crashtest Dummy", in der unter Zeitdruck eine vorgegebene Figur akkurat nachgeahmt werden muss, ehe die Silhouette des Spielers aus einer virtuellen Klötzchenwand gestanzt wird.
Video: Carnival in Aktion!
Bei einigen Attraktionen erweist sich zudem die unpräzise Bewegungserkennung als Spaßbremse - etwa beim Wuppi-Ball, in dem eine Kugel über eine Rampe in einem Punkteloch versenkt werden will. Nicht selten interpretiert die Kamera kleine Ausfallschritte oder das Ausholen bereits als Schwung, woraufhin der Ball irgendwo landet. So wird aus dem, was als Geschicklichkeitsübungen gedacht war, ein reines Glücksspiel - frustrierend für alle, die von einem modernen Konsolengame mehr Tiefe erwarten als von einem Kneipen-Spielautomaten.
Im Test: Carnival in Aktion!
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Bild vergrößern "Carnival in Aktion!" bietet 20 Minispiele, die aber nur mäßig an die Fähigkeiten von Kinect angepasst sind. (Bild: 2K Play) - Bild 2 von 10
Bild vergrößern Hier muss mit den Armen einen Pump-Bewegung ausgeführt zu werden, um als Erster den Stern zu erreichen. (Bild: 2K Play) - Bild 3 von 10
Bild vergrößern Der Kampf gegen den Box-Roboter kennt nur drei Bewegungen: linker Haken, rechter Hacken, ducken. (Bild: 2K Play) - Bild 4 von 10
Bild vergrößern Beim Münz-Rollercoaster müssen nur die Arme ausgestreckt werden. Die Bewegungserkennung ist für die rasante Fahrt aber teilweise viel zu träge. (Bild: 2K Play) - Bild 5 von 10
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Das Beste an diesem virtuellen Jahrmarkt ist der Eintrittspreis, der mit 40 Euro etwas unter dem Standard liegt. Das Gameplay leider auch. Daran können selbst einige wenige Spaßbringer, die kunterbunte Präsentation und der Mehrspielermodus nichts ändern, der sich jedoch meist darauf beschränkt, die Teilnehmer einzeln hintereinander antreten zu lassen.
Datenblatt
| Carnival in Aktion! | |
| Spielname | Carnival in Aktion! |
| Hersteller | Take 2 Interactive |
| Vertrieb | Take 2 Interactive |
| Genre | Geschicklichkeit |
| Erhältlich ab | 18.04.2011 |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN Code | 5026555253918 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger |
| Alter | ab 0 Jahren |
| Multiplayer | 2-4 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | befriedigend |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | gut |
| Bewertung Spielspass | ausreichend |
| Bewertung Gesamt | ausreichend |
| System | Xbox 360 |
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