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Microsoft Intune im Test: Die Windows-Verwaltung im Web
Die Windows-Verwaltung in die Cloud bringen

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer mehrere Computer mit Windows-Betriebssystem verwalten muss, hat schon bei drei oder vier Rechnern viel Arbeit am Hals. Die täglichen Verwaltungsaufgaben, etwa das Einspielen von Updates oder die Aktualisierung des Virenscanners, sollen mit Microsoft Windows Intune nun erheblich einfacher werden.

Windows Intune ermöglicht eine zentrale Steuerung mehrerer PCs im Web.

Es gibt so viele schöne Dinge, die man mit einem modernen Computer anstellen kann - allerdings nehmen die täglichen Verwaltungsaufgaben schon bei drei oder noch mehr Windows-PCs zu Hause oder im Büro so viel Zeit ein, dass man sich eine zentrale Lösung, etwa zum Einspielen von Updates wünscht. Diese gibt es für Windows bereits seit Jahren, war allerdings bisher nur professionellen Nutzern im geschäftlichen Umfeld vorbehalten. Mit der Cloud-Anwendung Intune kommt nun ein Dienst für alle PC-Anwender.

Zum ersten Mal wurde Windows Intune auf der CeBIT 2011 vorgestellt, mittlerweile ist der Cloud-Dienst für jeden interessierten Nutzer im Netz buchbar. Die Kommunikation von Microsoft richtet sich zunächst einmal an Geschäftskunden, insbesondere kleine und mittelständische Firmen - das ist nicht ungewöhnlich, da der IT-Konzern gerne neue Produkte vor der Veröffentlichung für private Anwender erst im professionellen Bereich ausprobiert. Windows Intune ist heute aber schon für jeden Nutzer buchbar. Netzwelt nimmt den neuen Cloud-Dienst näher unter die Lupe und prüft, welchen Sinn die Funktionen des Angebots haben.

Nur mit einer Live ID

Obwohl Intune bereits offensiv auf der Microsoft-Webseite angeboten wird, befindet sich der Dienst immer noch im Teststadium. Neben den Vereinigten Staaten und Kanada kann das Angebot in den meisten Staaten der Europäischen Union (natürlich auch Deutschland und Frankreich, aber beispielsweise ohne Ungarn) in derzeit zehn Sprachen gebucht werden. Damit die Verwaltungsumgebung auch problemlos arbeiten kann, muss auf den Zielsystemen der Nutzer mindestens das Betriebssystem Windows XP mit Service Pack 3 laufen - natürlich klappt der Einsatz auch unter Vista und Windows 7. Zu beachten ist dabei aber, dass die Windows-Editionen für Einsteiger nicht unterstützt werden: Bei Windows XP muss es mindestens die Professional-Version sein, Vista und Windows 7 sollten zwingend in der Enterprise, Professional oder Ultimate-Variante laufen.

Der Lizenzpreis für Windows Intune beginnt bei elf Euro im Monat für jeden PC, der aus der Cloud gesteuert wird. Microsoft bietet den Kunden satte Rabatte, die allerdings erst ab zehn beziehungsweise 50 aktivierten PCs beginnen. Für Endkunden dürfte diese Kategorie kaum erreichbar sein, es sei denn in der Großfamilie besitzt jeder neben dem Notebook und Desktop-PC noch ein Tablet mit Windows 7.

Interessierte Anwender haben die Möglichkeit, sich ein kostenloses Konto bei Intune für 30 Tage anzulegen. Für die Registrierung ist, egal ob Test-Account oder bezahltes Abonnements, eine Windows Live ID Voraussetzung. Damit kann jeder mit einem E-Mail-Konto bei Hotmail oder dem MSN Messenger den Dienst kurzfristig einsetzen.

Die Management-Oberfläche von Windows Intune ist sehr übersichtlich.

Intune Konfiguration

Die Registrierung für Intune ist damit geschehen, dass Nutzer durch Eingabe von E-Mail-Adresse und Kennwort eine Verknüpfung zwischen ihrem Windows Live-Konto und Windows Intune herstellen. In der Regel sendet Microsoft den neuen Kunden nach etwa fünf bis 15 Minuten eine Mitteilung per E-Mail, dass der Cloud-Dienst nun fertig eingerichtet ist. Die eigentliche Konfiguration neuer PCs für die Nutzung mit Intune beginnt dann auf der Microsoft Management-Webseite (manage.microsoft.com). Diese erfordert zwar nicht zwingend den Microsoft Internet Explorer, sodass man zum Beispiel auch vom MacBook unterwegs die Windows-PCs zu Hause steuern kann. Für die Darstellung der Konsole ist Silverlight aber unbedingt notwendig.

Die Management-Seite ist sehr übersichtlich aufgebaut und auch für Einsteiger leicht bedienbar: Ganz links präsentiert Microsoft Intune eine Navigationsleiste, die den schnellen Zugriff auf alle Basisfunktionen von Intune ermöglicht. Wichtig ist dabei besonders der Navigationspunkt für Sicherheitsaktualisierungen: Mit Hilfe der Cloud-Anwendung lässt sich zentral steuern, wie die Update-Optionen der Windows-PCs eingestellt werden. Dabei erlaubt Intune auch sehr komplexe Konfigurationen: So kann der Nutzer etwa festlegen, dass Aktualisierungen einer bestimmten Produktgruppe von Microsoft - etwa die Windows Live-Anwendungen - niemals auf den persönlichen Rechnern aktualisiert werden. Nicht nur Kategorien, sondern auch Klassen (regulären Funktions-Updates, Sicherheitsaktualisierungen, Service Packs, etc.) lassen sich verwalten.

In Intune lassen sich zum Beispiel  die Update-Regeln sehr genau einstellen.

Schutz und Programme

Apropos Sicherheit: Über den Navigationspunkt für Intune-Richtlinien kann der Nutzer die Einstellungen der Windows Firewall für alle PCs zentral verwalten. Das ist sehr praktisch, damit Sohn oder Tochter nicht versehentlich die Sicherheitsregeln ihrer Computer aushebeln oder sogar Schadprogramme dies tun. Letztere bekämpft Intune mittels der sogenannten Microsoft Endpoint Protection: Das Programm macht jeden separaten Virenscanner, wie Norton Internet Security oder Trend Micro Titanium, komplett überflüssig. Nutzer können zu jedem PC in der Management-Konsole von Intune sehen, ob die Schutzdefinitionen für Viren, Trojaner und Spyware auf dem neuesten Stand sind und gegebenenfalls automatisch erneuern lassen. Es ist sogar möglich, neben der permanenten Virensuche im Hintergrund eine manuelle Prüfung zu planen.

Eher weniger wichtig ist dagegen die Software-Übersicht, die installierte Programme jedes PC anzeigt. Diese Funktion taugt zu kaum mehr als der einfachen Überwachung, was die anderen Familienmitglieder oder Kollegen auf ihrem Büro-PC so treiben. Sollte ein Nutzer ständig neue Software installieren oder die Festplatte des Computers auf andere Weise zumüllen, sodass der Speicherplatz fast erschöpft ist, erscheint, neben Sicherheits- und Status-Hinweisen, umgehend eine entsprechende Warnmitteilung im Berichtszentrum. Dort kann man auch allerlei andere Auswertungen, zum Beispiel über die genaue Update-Historie, generieren.

Fazit

Natürlich klappt die Verbindung von Intune und den Windows-PCs nicht von Geisterhand: Der Administrator muss auf den Computern ein kleines Programm installieren, um sich mit dem Cloud-Dienst zu verbinden. Mit diesem Schritt ist die aufwändigste Sache aber auch schon erledigt: Microsoft Intune für Windows XP, Vista und Windows 7 präsentiert sich als ausgereifte Verwaltungslösung, die auch im privaten Umfeld leicht einzusetzen ist. Mit der zentralen Steuerung von Updates, der Windows Firewall und einem Schutzprogramm gegen Viren, Würmer und andere Schadprogramme ist Intune mit elf Euro auch noch vergleichsweise günstig.

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http://www.netzwelt.de/news/86564-microsoft-intune-test-windows-verwaltung-web.html
2011-05-09 11:46:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/windows-intune-ermoeglicht-zentrale-steuerung-mehrerer-pcs-web-bild-microsoftnetzwelt5469.jpg
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