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Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad
Googles Vorzeigetablet

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Motorolas Xoom ist in den USA bereits seit einigen Wochen erhältlich und ging bereits 250.000mal über den Ladentisch. Nun will der Hersteller mit dem Tablet-PC auf Android-Basis auch in Deutschland durchstarten. Die Chancen stehen dafür sehr gut, wie der netzwelt-Test zeigt.

Android-Tablets gibt es mittlerweile in Massen auf dem Markt - und das obwohl Google mit Android 3.0 (Honeycomb) erst jetzt eine für Tablets optimierte Version seines Handy-OS veröffentlicht hat. Motorola bringt mit dem Xoom das erste Gerät mit dieser auf den Markt. Die Erwartungen sind hoch, zumal Google das Gerät als Referenzmodell bei der Vorstellung von Honeycomb nutzte. Und diese hohen Erwartungen werden nicht enttäuscht: Im netzwelt-Test präsentiert sich das Xoom auf Augenhöhe mit Apples iPad.

Der Marktstart des Xoom markiert den Auftakt einer zweiten Welle von Android-Tablets: Während die ersten Modelle mit noch für Smartphones entwickelten Android-Versionen liefen und abgesehen von Samsungs Galaxy Tab sich weitestgehend enttäuschend verkauften, will Google mit Honeycomb nun seinen Erfolgskurs auch im Tablet-Bereich fortsetzen. Die Chancen dafür stehen gut. Das Motorola Xoom zeigt sich im Test in allen Belangen auf Augenhöhe mit dem Branchenprimus iPad und übertrifft dieses teilweise sogar.

Kontaktfreudiger Tablet-PC

Während Apple sein Tablet lediglich mit einer Dock-Connector-Schnittstelle ausstattet und der Nutzer zum Anschluss an HDMI-Bildschirme beispielsweise einen teuren Adapter erwerben muss, zeigt sich das Xoom deutlich kontaktfreudiger. Motorola spendiert dem Tablet eine microUSB- und eine microHDMI-Schnittstelle. Auch der interne Speicher von 32 Gigabyte lässt sich über eine microSD-Speicherkarte erweitern. Kurios: Der Speicherkartenslot wird von Motorola erst nachträglich per Software-Update aktiviert werden. Early Adopter müssen also zunächst mit dem internen Speicher auskommen. Des Weiteren weist das Motorola Xoom einen Anschluss für Kopfhörer und einen Steckplatz für das Netzteil auf.

Motorola Xoom

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Der Tablet-PC wirkt auf den ersten Blick recht kompakt. Tatsächlich ist das Display aber 10,1 Zoll groß. (Bild: netzwelt)

Die vielen Anschlussmöglichkeiten sind vor allem auch dank der leistungsstarken Kamera auf der Rückseite sinnvoll. Motorola verbaut hier eine 5-Megapixel-Kamera, mit der sich anders als beim iPad 2 dank LED-Fotoleuchte und Auto-Fokus auch durchaus brauchbare Bilder machen lassen. Der Auslöser reagiert dabei sehr schnell, so dass sich das Xoom auch für Schnappschüsse eignet. Videos nimmt das Gerät sogar in HD-Auflösung auf (720p). Auf der Vorderseite steht zudem eine 2-Megapixel-Webcam für Videotelefonate zur Verfügung.

Wie aus dem iPad gepellt

Optisch erinnert das Tablet ganz an das große Vorbild aus Cupertino. Das Gehäuse ist in Schwarz und Silber gehalten und weist dank des leicht gebogenen Metallrückens eine ähnlich gute Haptik wie das iPad auf. Das Display ist mit 10,1 Zoll einen Tick größer als beim iPad - auch wenn dieses aufgrund des Widescreen-Formates nicht so wirkt.

Dank des Formfaktor erscheint das Tablet aber nicht nur kompakter, sondern liegt auch gut in der Hand. Es lässt sich mit einer oder zwei Händen bedienen. Aufgrund des vergleichsweise zum iPad 2 hohen Gewichtes von 730 Gramm empfiehlt es sich aber, das Tablet mit beiden Händen zu halten. Sonst bekommt der Nutzer schnell einen langen Arm.

Surfen macht auf dem Xoom dank Flash-Unterstützung richtig Spaß.

Viel Touch, wenig Knöpfe

Was dem Motorola Xoom fehlt sind physikalische Knöpfe. Tasten für den Startbildschirm, die Suche, das Kontextmenü oder die Zurück-Navigation sucht der Nutzer vergebens. Die von Android bekannten Tasten zur Steuerung des Systems sind in Android 3.0 komplett durch virtuelle Buttons ersetzt worden. Der Start- und Zurück-Knopf finden sich dabei als Schaltfläche am unteren Bildschirmrand, die Suche ist über ein Icon auf dem Startbildschirm zugänglich.

Neben Start- und Zurück-Knopf findet sich zudem eine weitere Schaltfläche, die eine Übersicht mit den zuletzt geöffneten Apps aufruft. Der Nutzer kann hier schnell zu einer anderen App wechseln, leider aber keine Anwendungen schließen. Auch werden nicht alle geöffneten Apps angezeigt sondern nur so viele, wie Platz auf dem Display finden. Bei Bedarf wird in der unteren Leiste auch eine Kontextmenü-Taste eingeblendet.

An physikalischen Tasten weist das Xoom lediglich zwei kleine Drücker zur Lautstärkeregelung an der Gehäuseecke und einen Einschalter auf. Die Power-Taste hat Motorola auf der Rückseite neben der Digitalkamera versteckt. Das kann beim Nutzen des Gerätes nervig sein, lässt der Nutzer das Xoom beispielsweise auf dem Tisch liegen und geht kurz weg, muss er es erst vom Tisch wieder hoch heben, um es zu entsperren. Auch der Lautstärkeregler ist etwas ungünstig platziert und war im Test nur schwer zu erreichen.

Android-Altlasten

Das Display eignet sich dank der hohen Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln und seinem Widescreen-Format perfekt zum Filme gucken. Im Test zeigte das Motorola Xoom zudem eine geringe Blickwinkelabhängigkeit. Das Surfen im Web bereitet auf dem großen Display viel Freude, zumal das Xoom mit installiertem Flashplayer auch Flash-Inhalte wiedergeben kann. Allerdings muss der Nutzer mit Android-Altlasten kämpfen. Einige Webseiten erkennen das Xoom offenbar noch als Smartphone und leiten den Nutzer direkt auf die mobile Webseite weiter. Dort muss er die Ansicht manuell umstellen.

Positiv dagegen: Nahezu alle für Android-Smartphone produzierte Apps sind unter Honeycomb lauffähig - und zwar überwiegend sogar im Vollbildmodus. Die Apps werden dabei natürlich hochskaliert, weshalb die Bildqualität etwas leidet. Speziell auf Honeycomb optimierte Apps gibt es dagegen bislang nur eine Hand voll. Google selbst hat etwa eine 3D-Version von YouTube für Tablets entwickelt und den digitalen Anatomie-Atlas Google Body.

Mit DrawFree, AccuWeather und CNN stehen weitere Anwendungen bereit. Auch das Jump-and-Run "Cordy" und das Billard-Spiel "Pool Break" sind in einer Honeycomb-Version bereits im Android Market erhältlich. Insgesamt wollen laut Google über 30 Entwickler demnächst optimierte Apps anbieten. Im Vergleich zu den 65.000 nativen iPad-Apps ein noch überschaubares Angebot, das aber bei entsprechenden Verkaufserfolgen schnell wachsen dürfte.

Das Angebot an nativen Honeycomb-Apps ist noch gering.

Nvidias Tegra-Chip sorgt für Rechenpower

Im Inneren des Motorola Xoom werkelt Nvidias Tegra 2-Chip. In Verbindung mit dem ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher bietet das Tablet damit ordentlich Rechenpower. Im Test reagiert das Xoom trotz einer Vielzahl parallel laufender Apps ohne Verzögerung auf Eingaben. Chip-Hersteller Nvidia verweist über seine kostenlose App Tegra Zone auch auf speziell für den Chip optimierte Spiele, etwa Dungeon Defenders, die auf dem Tablet eine konsolenähnliche Grafik bieten.

Dank Stromsparfunktionen soll der Akku dabei auch nicht zu stark beansprucht werden. Motorola verspricht sogar bis zu zehn Stunden Videogenuss. Auch surfen soll je nach Verbindung bis zu zehn Stunden ohne Unterbrechung möglich sein. Im Test konnte netzwelt diese Werte nachvollziehen, das Tablet lud sich zudem vergleichsweise schnell auf.

Android 3.0 ohne Zugabe

Anders als bei seinen Smartphones auf Android-Basis bietet das Motorola Xoom keine speziellen Motorola-Funktionen. Auf den umfangreichen Musik-Player oder die Synchronisationsfunktionen der Motoblur-Oberfläche müssen Nutzer also verzichten - schade.

Auch wenn die eigenen Nutzeroberflächen der Hersteller im Android-Bereich nicht unumstritten sind, verpasst Motorola hier eine Chance sich von der kommenden Konkurrenz abzuheben. Samsung etwa hat bereits angekündigt, die Honeycomb-Oberfläche mit eigenen Funktionen anzureichern.

Zubehör

An Zubehör stellt Motorola zum Marktstart die nötigen Accessoires bereit: Etwa eine Dockingstation mit Lautsprechern zum bequemen Schauen von Filmen, eine Bluetooth-Tastatur und eine Schutzhülle, die sich ähnlich wie das Smartcover von Apple auch als Ständer für das Tablet nutzen lässt. Auch Drittanbieter haben bereits Zubehör für das Xoom, etwa Schutzhüllen, im Angebot. Im Vergleich zu der Vielzahl an iPad-Accessoires ist das Angebot aber noch überschaubar.

Preise, Verfügbarkeit und Versionen

Das Motorola Xoom ist in zwei Varianten erhältlich: Als UMTS- und als reine WLAN-Variante. Beide Versionen verfügen jeweils über 32 Gigabyte internen Speicher und sollen im Laufe des zweiten Quartals erscheinen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 629 Euro für die WLAN-Variante und 699 Euro für die UMTS-Version. Die UMTS-Version ist in Deutschland zunächst nur über die Telekom erhältlich. Der Netzbetreiber hat bereits mit der Auslieferung der ersten vorbestellten Modelle begonnen.

Fazit

Die hohen Erwartungen an das erste Tablet mit Honeycomb hat das Motorola Xoom im Test erfüllt. Endlich gibt es eine ebenbürtige Alternative im Tablet-Bereich für alle diejenigen, die dem Apfel-Universum kritisch gegenüber stehen. Die Freude am Xoom wird aber ein wenig dadurch getrübt, dass das Gerät stellenweise noch unfertig erscheint. Warum der Speicherkartenslot etwa erst nach einem Software-Update nutzbar ist, wird wohl Motorolas oder Googles Geheimnis bleiben. Der Preis liegt zwar zudem nicht in astronomischen Höhen wie bei manchen anderen Android-Tablets, günstig ist das Xoom aber nicht. Die WiFi-Variante liegt beispielsweise 50 Euro über dem Preis eines vergleichbaren iPad 2-Modells.

Kommentare zu diesem Artikel

Motorolas Xoom ist in den USA bereits seit einigen Wochen erhältlich und ging bereits 250.000mal über den Ladentisch. Nun will der Hersteller mit dem Tablet-PC auf Android-Basis auch in Deutschland durchstarten. Die Chancen stehen dafür sehr gut, wie der netzwelt-Test zeigt.

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  • Arthur Spooner schrieb Uhr
    AW: Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad

    Das ist unser Redaktions-Hund Sunford :)
  • Supermichi schrieb Uhr
    AW: Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad

    Der Hund in dem Video ist voll süß! :)
  • MobilityMagazin.de|Steven schrieb Uhr
    AW: Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad

    Honeycomb kann erst in der nächsten Version mit einem angepasstem Interface versehen werden. Motorola hat sich also nicht dagegen entschieden, es ist derzeit einfach nicht von google so zugelassen..
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad

    iOS wurde anscheinend wesentlich besser programmiert (auch schon seit iOS 3.2) im Gegensatz zu Android 3.0 Diese ständigen Ruckler im Xoom sind doch furchtbare Kost! Selbst das iPad in Generation 1 mit einem schwächeren Prozessor bietet eine flüssigere Bedienung. Nichtsdestotrotz begrüße ich Konkurrenz :-) @Ruckler: In vielen Vorabberichten war von Rucklern unter Honeycomb die Rede. Wir haben im Test aber keine feststellen können. Die Bedienung war genauso flüssig wie beim iPad.
  • sarazena schrieb Uhr
    AW: Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad

    Dann kann ja Apple jetzt auch Motorola verklagen :D:D:D
  • Ruckler schrieb Uhr
    AW: Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad

    iOS wurde anscheinend wesentlich besser programmiert (auch schon seit iOS 3.2) im Gegensatz zu Android 3.0 Diese ständigen Ruckler im Xoom sind doch furchtbare Kost! Selbst das iPad in Generation 1 mit einem schwächeren Prozessor bietet eine flüssigere Bedienung. Nichtsdestotrotz begrüße ich Konkurrenz :-)
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Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad
Motorola Xoom im Test: Auf Augenhöhe mit Apples iPad
Das Motorola Xoom ist das bis dato beste Android-Tablet und muss sich nicht hinter dem iPad verstecken.
http://www.netzwelt.de/news/86494-motorola-xoom-test-augenhoehe-apples-ipad.html
2011-05-03 17:00:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/lcd-fernseher-tevion-besitzt-abnehmbare-soundbar-bild-screenshot5013.png
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