An Bord der Endeavour

Entstehung des Universums: Teilchendetektor sucht Anti-Materie

Entstehung des Universums: Teilchendetektor sucht Anti-Materie Heute Abend, 29. April, soll die Endeavour um 21.47 Uhr deutscher Zeit zu ihrer letzten Reise ins Weltraum aufbrechen. Neben sechs Astronauten wird das Space Shuttle einen Teilchendetektor zur ISS befördern, der wichtige Fragen zur Entstehung unseres Universums liefern soll.

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Nach dem Urknall, der vor rund 13,7 Milliarden Jahren stattfand, lagen Materie und Anti-Materie zu gleichen Teilen vor - so die geltende Meinung unter Forschern. Bislang konnte die Wissenschaft noch nicht klären, warum sich das Universum dann überwiegend aus Materie gebildet hat. Außerdem konnte auch noch keine Anti-Materie im Weltall nachgewiesen werden. Auf der Erde ist es Wissenschaftlern mit Hilfe des LHCs gelungen, Anti-Atome einzufangen. Der Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS-02) soll mit einer laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bisher unerreichten Empfindlichkeit nun nach Anti-Materie im Weltall suchen.

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Nur vier Prozent des Universums können erklärt werden

Daneben misst der Teilchendetektor kosmische Strahlung, um auch dunkle Materie zu entdecken. Laut Stefan Schael, Professor für Experimentalphysik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH), können gerade einmal vier Prozent von dem, was unser Universum ausmacht mit der Physik erklärt werden. Den übrigen 96 Prozent wurden Namen wie "dunkle Materie"und "dunkle Energie" gegeben, man wisse aber so gut wie nichts darüber. Bislang lässt sich dunkle Materie nur mittelbar durch ihre Anziehungskraft nachweisen.

Das Alpha-Magnet-Spektrometer wird am vierten Tag der Endeavour-Mission an der Internationalen Raumstation angebracht. Dazu wird es vom Greifarm des Space Shuttles aus der Ladebucht gehoben und an den Greifarm der ISS übergeben. Allerdings wird das AMS bereits zwei Stunden nach dem Start der Endeavour eingeschaltet, so dass erste Informationen geliefert werden können, ob das Abheben gut überstanden wurde. Zu diesem Zeitpunkt arbeiten die Teilchendetektoren aber noch nicht.

Highlights der Endeavour-Geschichte

Die Endeavour kann in ihrer 19-jährigen Geschichte einige Premieren vorweisen: Eine ihrer Missionen zählt zur ersten, auf der vier Weltraumspaziergänge durchgeführt wurden. Auf einer weiteren Mission gelang gleich fünf bemannte Außeneinsätze. Bei der STS-67 Mission stellte sie einen Rekord auf, da diese zwei Tage länger gedauert hat, als alle bisherigen Missionen. Außerdem wurden im Laderaum die ersten zwei Teile der Raumstation ISS zusammengefügt. Auf ihrer letzten Mission werden gleichzeitig auch die letzten Weltraumspaziergänge von einer Space Shuttle-Crew durchgeführt. Die NASA stellt das Programm nach 30 Jahren ein.

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