Probleme bei der Finanzierung
SETI-Institut: Finanzbedingte Pause bei der Suche nach Aliens (Update)
Das SETI-Institut - Search for Extraterrestrial Intelligence - hat bekannt gegeben, dass die Suche nach außerirdischem Leben vorübergehend gestoppt wurde. Als Grund nennt Tom Pierson, Leiter des Instituts, Probleme bei der Finanzierung des Hat Creek Radio Observatory (HCRO), wo sich das Allen Telescope Array (ATA) befindet.

Inhaltsverzeichnis
- 1Staatliche Kürzungen führen zum Ruhezustand
- 2Kepler-Planetenkandidaten sollen abgehört werden
- 3Update vom 15. August: Die Suche nach Aliens geht weiter
Das Update vom 15. August finden Sie am Ende des Artikels.
Das Allen Telescope Array besteht aus derzeit insgesamt 42 Teleskopantennen und ist laut Pierson das weltweit beste Instrument für die Suche nach möglichen Signalen von den tausenden Planeten, die von der Kepler-Mission der NASA identifiziert werden. Das ATA befindet sich inzwischen aber in einem Ruhezustand, solange, bis eine neue Finanzierung steht oder eine alternative Lösung gefunden wurde.
Staatliche Kürzungen führen zum Ruhezustand
Ruhezustand bedeutet laut Pierson in dem Fall, dass die Anlage nicht mehr für die üblichen Beobachtungen genutzt werden kann und von einem deutlich reduzierten Team in einem so genannten Safe Mode betrieben wird. Das ATA ist ein Partner-Projekt vom SETI-Institut und dem Radio Astronomy Laboratory der University of California, Berkeley (UCB). Während das Institut die Gelder für die Konstruktion der Anlage zur Verfügung stellte, ist die Universität für den Betrieb zuständig.
Die Universität musste den Betrieb des Hat Creek Radio Observatory vorübergehend einstellen, da Gelder fehlen. Die National Science Foundation (NSF) hat die Unterstützung des HCRO auf ein Zehntel des früheren Betrags reduziert und auch der Staat Kalifornien hat die Zahlungen an das Radio Astronomy Laboratory gekürzt.
Kepler-Planetenkandidaten sollen abgehört werden
Das SETI-Institut versucht mit privaten Spenden, den Betrieb für die nächsten zwei Jahre zu sichern. In dieser Zeit sollen gezielt die 1.235 Planetenkandidaten, die das Kepler-Teleskop entdeckt hat, ins Visier der Antennen genommen werden. Bislang wurden sie auf Sterne ausgerichtet, von denen noch nicht bekannt war, ob es dort Planeten gibt oder nicht.
Neben privaten Spenden arbeitet das Institut auch an einer Zusammenarbeit mit der United States Air Force, wie Pierson erklärt. Allerdings leide auch die Air Force unter den Haushaltskürzungen, weshalb eine zeitnahe Finanzierung nicht möglich sei. In der Zwischenzeit plant das SETI-Institut unter anderem den Ausbau der Zusammenarbeit mit der SetiQuest-Community.
Update vom 15. August: Die Suche nach Aliens geht weiter
Nach 45 Tagen hat das SETI-Institut ihr Spendenziel erreicht. Innerhalb dieses Zeitraums konnten Spenden in Höhe von 200.000 US-Dollar eingenommen werden. Mit dem Geld kann das Allen Telescope Array die Suche nach möglichen Signalen von Außerirdischen wieder aufnehmen. Der Plan hierfür ist laut Angabe des Instituts fast fertig und Mitte September soll die Suche weitergehen.
Wer möchte, kann trotz Erreichen der Zielvorgabe von 200.000 US-Dollar über setistars.org auch weiterhin einen Geldbetrag spenden. Bis zum 15. August ließen 2.529 Menschen dem SETI-Institut insgesamt 222.210 US-Dollar zukommen.
