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Norton 360 im Test: Sicherheit und PC-Wartung in einem Programm
Komplettlösung von Symantec

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Seit jeher lauern Gefahren im Netz, die dem heimischen Computer das Leben schwer machen können: Neben Viren, Würmern und Trojanern müssen Nutzer sich auch zunehmend vor Phishing und Datenschutz-Attacken schützen. Symantec propagiert Norton 360 als das Programm, das alle diese Gefahren beerdigt.

Norton 360 präsentiert sich als Komplettlösung für Wartung und Sicherheit des PC.

Mit steigender Durchdringung der IT in unserem Leben nehmen auch die Gefahren zu, denen wir ausgesetzt sind. Heute muss Otto Normalverbraucher schon fast ein Informatik-Studium abgeschlossen haben, um sich vor Viren, Würmern, Trojanern oder Phishing zu schützen.

Es gibt eine Reihe von Programmen, die das verhindern möchte: Microsoft selbst etwa bietet ein Programm zum Löschen von Malware an, auch kostenlose Virenschutzprogramme wie Avira AntiVir sind schnell installiert. Für die Backup-Strategie benötigt man wieder eine separate Lösung. Die Firma Symantec möchte dagegen mit dem Programm Norton 360 alle sicherheitsrelevanten Belange des Rechners abdecken, um dem Heimanwender unnötigen Aufwand für die die Systempflege abzunehmen. Netzwelt testet, wie gut dies gelingt.

Systemanforderungen

Es klingt erst einmal hervorragend, die Sicherung mit der Wartung des Computers in einer zentralen Lösung zu kombinieren - doch ganz billig ist das nicht. Die aktuelle Version des Programms Norton 360 5.0 kostet auf der Webseite des Herstellers zwar nur 69,99 Euro, damit wird allerdings nur das erste Nutzungsjahr abgedeckt. Wer nach zwölf Monaten weiterhin Aktualisierungen für seinen Virenscanner erhalten möchte, muss erneut in die Tasche greifen. Über die übliche Nutzungszeit eines Heim-PCs von etwa drei Jahren kommt da ein deutlich höherer Lizenzpreis zusammen, als er auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Wer sich im Netz ein wenig umschaut, kann den Preis für Norton 360 5.0 aber ein bisschen drücken: So bietet zum Beispiel Telekom Deutschland das gleiche Programm für 2,95 Euro im Monat zur Miete an, was im Jahr 35,40 Euro entspricht - und einen Nachlass von 50 Prozent im Gegensatz zur direkten Bestellung bei Symantec bedeutet.

Die sogenannte Norton 360 Premier Edition, die man ausschließlich beim Hersteller für 79,99 Euro erwerben kann, unterscheidet sich von der Standard-Variante nur in einem Punkt: Der bereitgestellte Online-Speicher ist mit 25 statt zwei Gigabyte deutlich üppiger bemessen. Egal welche Version: Bei den Systemanforderungen braucht man sich kaum Gedanken zu machen, da das Programm auch auf älterer Hardware sicher läuft. So gibt Symantec lediglich einen 300-Megahertz-Prozessor und 256 Megabyte Arbeitsspeicher als Voraussetzung an, was aber schon für die unterstützten Betriebssysteme (namentlich Windows XP mit SP2, Windows Vista oder auch Windows 7) nicht ausreichen dürfte. Die Entwickler weisen explizit darauf hin, dass der Phishing-Schutz nur im Microsoft Internet Explorer 6.0 oder neuer und im Mozilla Firefox 3.0 oder neuer nutzbar ist, andere Browser unterstützt das Programm bisher nicht. Für die Funktion zur Sicherung von Daten im Internet ist eine schnelle Internetverbindung nötig, ein DSL-2000-Anschluss sollte es mindestens sein.

Installation in Windows

Wer sich nicht sofort für ein Jahr an Symantec und Norton 360 binden möchte, kann von der Hersteller-Webseite eine kostenlose 30-Tage-Testversion herunterladen, deren Download mit knapp 106 Megabyte aber einige Zeit dauern kann. Die Einrichtung der aktuellen Version 5.0 von Norton 360 auf dem PC ist dann eigentlich ganz einfach: Nach einer kurzen Initialisierung zeigt der Setup-Assistent ein Fenster an, indem der Nutzer nur noch auf "Zustimmen und Installieren" klicken muss, damit das Programm auf der Festplatte landet. Wer nicht genau hinsieht, übersieht vielleicht dann den Haken bei der sogenannten Community Watch: Mit dieser Funktion sendet Norton 360 automatisch sicherheitsrelevante Daten über den PC an Symantec, was natürlich nicht jeder Nutzer unbedingt tun möchte - standardmäßig ist der Haken jedoch angeklickt.

Hinter den Installationsoptionen verbirgt sich eine einzige Einstellung: Der Setup-Assistent gestattet es lediglich, den vorgesehenen Speicherort der Anwendung anzupassen. Symantec hat es leider versäumt, Nutzern die Möglichkeit zu geben, direkt im Setup-Fenster zum Beispiel einzelne Programmkomponenten von der Installation auszuschließen, wie es bei anderen Herstellern längst üblich ist. Immerhin erledigt der Setup-Assistent seine Arbeit schnell: Selbst auf einem virtualisierten Windows mit geringen Ressourcen war Norton 360 5.0 im netzwelt-Test in weniger als einer Minute installiert.

Etwas irritierend ist die Tatsache, dass sich zum Schluss das Tray-Symbol von Norton 360 mit einigen Warnhinweisen meldet, die Firewall und der Virenschutz seien nun ausgeschaltet und der Rechner damit möglicherweise ungeschützt. Offenbar klappt die automatische Aktivierung der Systemdienste unter Windows 7 nicht immer direkt nach der Installation, nach einem Neustart des Systems waren im Test dann aber alle Komponenten automatisch eingeschaltet und einsatzbereit.

Norton 360 in Version 5.0

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Der Setup-Assistent des Programms sieht eher spartanisch aus. (Bild: Netzwelt)

Norton 360: Erster Start

Leider zwingt Norton 360 sogar die Benutzer der 30-Tage-Testversion, sich mit vollständigem Vor- und Zunamen, der E-Mail-Adresse sowie dem Herkunftsland bei Symantec zu registrieren, da sonst keine Aktivierung des Programms möglich ist. Technisch wäre es leicht möglich, die Jahreslizenz an den Computer des Benutzers und nicht an seine Person zu koppeln, was mit Blick auf den Datenschutz etwas freundlicher wäre. Das Hauptfenster von Norton 360 5.0 ist in drei übersichtliche Abschnitte gegliedert: Ganz oben sitzt eine horizontal angeordnete Menüleiste, die den Zugriff auf wirklich alle Funktionen des Programms gestattet. Darunter zeigt die Software den aktuellen Status aller vier Komponenten an, das heißt des Virenschutz-Systems, Passwort-Managers, der Sicherungs-Software und der Funktion zur Optimierung der Systemleistung.

Das Auge des Nutzers fällt aber zunächst auf eine andere Sache: Im unteren Drittel des Hauptfensters präsentiert Norton 360 eine Weltkarte, auf der die wichtigsten Bedrohungen in den letzten 24 Stunden angezeigt werden. Sobald man auf den Knopf für mehr Informationen zur der Karte klickt, gibt das Programm in einer Nachrichten-Leiste die jüngsten Sicherheitsmeldungen aus - und zu jedem Eintrag, zum Beispiel einem neuen Virus, steht dem Nutzer eine Verknüpfung mit noch mehr Details zur Verfügung.

Klickt man in der Karte auf einen bestimmten Kontinent, laufen die größten Städte mit der höchsten Bedrohungslage durch Internetkriminalität durch die Leiste - allerdings ist man außerhalb von Dauerbrennern wie Moskau oder London nicht vor diesen Gefahren geschützt, da Symantec natürlich immer von dem Ursprung einer Bedrohung ausgeht, damit aber keine Aussage über eine mögliche Bedrohung vor Ort auf PCs in Deutschland folgern kann.

Trojaner, Viren, Phishing

Die wichtigste Komponente in Norton 360 ist immernoch der Virenscanner, der das System ständig im Hintergrund auf Bedrohungen überprüft. Dabei schaut das Programm nicht nur in allen Dateien, die der Nutzer öffnet, nach Viren, Trojanern und anderen Schädlingen, sondern behält auch den virtuellen Speicher des Systems im Blick. Um einen vollständigen Suchvorgang auf der Festplatte anzustoßen, muss man in einem der Unterpunkte des Bereichs "PC-Sicherheit" den Scan-Punkt manuell anklicken, kann dann aber beispielsweise auch nur ein bestimmtes Verzeichnis untersuchen lassen.

Im Auslieferungszustand befinden sich die Virenschutzdefinitionen in Norton 360 auf dem Stand des 01.12.2010, sodass das Programm möglicherweise noch nicht alle im Umlauf befindlichen Schädlinge erkennen kann - der Anwender sollte also am besten gleich nach der Installation eine Aktualisierung mittels Symantec LiveUpdate durchführen. Dabei ist eine kleine Funktion sehr praktisch, die den Computer selbstständig nach Abschluss der Aktualisierung herunterfahren kann.

Mittels Norton Insight kann der Benutzer alle laufenden Prozesse seines Systems prüfen lassen und sehen, ob diese auch bei vielen anderen Nutzern vorhanden und damit wahrscheinlich unbedenklich sind. Die zweite Funktionsgruppe des Programms beschäftigt sich mit dem "Identitätsschutz" des Benutzers: Mit Hilfe der Funktion Norton Safe Web, die als Plugin in den Browser eingebunden wird, kann das Programm bekannte Phishing-Webseiten erkennen und dem Benutzer eine entsprechende Warnmeldung ausgeben. Damit ist der Zugriff auf das Online-Banking schon ein ganzes Stück sicherer, auch wenn alle modernen Webbrowser schon selbst einen Phishing-Schutz besitzen. Mit Hilfe des virtuellen Safes, in dem der Benutzer seine ganzen Zugänge zu sozialen Netzwerken, dem E-Mail-Postfach und anderen Diensten einsperren kann, erspart sich der Nutzer von Norton 360 das ständige Merken der richtigen Benutzer-/Passwort-Kombination.

Norton 360 fungiert damit praktisch als ein klassischer Passwort-Manager, der allerdings über Anwendungs- und Browser-Grenzen hinweg arbeitet. Deutlich nützlicher ist aber die Möglichkeit, in dem sogenannten Identity Safe auch Kreditkartendaten abzulegen, die man nicht unbedingt im Benutzerkonto eines Online-Shops speichern möchte, aber auch nicht bei jedem Online-Einkauf noch einmal abtippen will.

Backup und PC-Leistung

Neben dem Viren- und Identitätsschutz sorgen die beiden anderen Komponenten aus Norton 360 5.0 dafür, dass eher die Gefahren aus dem Umfeld des Systems selbst abgewehrt werden. So verfügt das Programm über eine Funktion zur Sicherung der Benutzer- und Systemdateien, um sich zum Beispiel vor einem Totalausfall der Festplatte zu schützen oder auch nur beim Diebstahl des Notebooks nicht ohne Daten dazustehen. Die Software kann beliebig viele Sicherungspläne verwalten, das bedeutet es lässt sich zum Beispiel ein bestimmter Ordner des Systems einmal in der Woche auf den Online-Speicher sichern, während der gesamte Festplatteninhalt einmal im Monat auf ein USB-Gerät gespiegelt wird.

Genügen dem Nutzer die zwei beziehungsweise 25 Gigabyte Online-Speicherplatz auf den Servern von Symantec nicht, kann er problemlos weiteren Speicher dazukaufen. (In der 30-Tage-Testversion sind allerdings alle Funktionen zur Online-Sicherung deaktiviert.)

Mit der PC-Optimierung in Norton 360 möchte das Programm dem Effekt gegensteuern, dass ein Windows-PC mit den Jahren ein wenig langsamer wird und bei intensiver Arbeit mit vielen Programmen an Geschwindigkeit verliert. Dabei kann die PC-Optimierung nicht nur temporäre Dateien löschen, die in Windows nicht mehr selbstständig entfernt werden, sondern auch den Verlauf des Browsers und andere Stellen bereinigen.

Mit äußerster Vorsicht ist dagegen die Optimierung der Systemregistrierung zu genießen: Es ist nicht auszuschließen, dass nach der Ausführung einzelne Programme nicht mehr ordnungsgemäß arbeiten – obwohl Symantec natürlich behauptet, Norton 360 würde keine Fehler machen und wirklich nur ungenutzte Schlüssel löschen. Recht zuverlässig ist dagegen die Optimierung der Festplattenleistung, deren Details der Hersteller dem Nutzer jedoch nicht genauer erklärt, sowie der Startmanager, mit dessen Hilfe sich unnötige Programme beim Hochfahren ausschließen lassen. Das spart mitunter einige Sekunden an Startzeit.

Fazit

Symantec bietet mit Norton 360 eine ausgereifte Komplettlösung für den Heim-PC an, die nötige Sicherheits- mit nützlichen Wartungs-Funktionen kombiniert. Dabei ist die Oberfläche des Programms sehr leicht bedienbar, obwohl sich in den tiefen der aktuellen Version 5.0 durchaus viele Möglichkeiten für individuelle Einstellungen versteckt haben. Norton 360 ist schnell und schützt den PC mit dem seit Jahren etablierten Antivirus-System aus dem Hause Symantec, das mit Hilfe des LiveUpdate und einer Suchheuristik auf neue Gefahren relativ schnell reagieren kann. Einzig das Preismodell sollte der Hersteller überdenken: Es kann nicht sein, dass das der Nutzer jedes Jahr auf neue für das Programm den Lizenzpreis bezahlen soll. Nutzer, denen diese Lösung zu teuer ist, können sich aus kostenlosen Programmen wie Avira Antivir, Ocster Backup und CCCleaner selbst ein System wie Norton 360 aufbauen, das allerdings nicht aus einem Guss ist.

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http://www.netzwelt.de/news/86396-norton-360-test-sicherheit-pc-wartung-programm.html
2011-04-26 10:03:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/norton-360-praesentiert-komplettloesung-wartung-sicherheit-pc-bild-netzwelt5278.jpg
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