Für Puristen
Exotisches aus Kanada: AV-Receiver Anthem MRX 700 im Test
Der kanadische Hersteller Anthem zählt hierzulande noch zu den Geheimtipps, wenn es um hochwertige Audiowiedergabe geht. Neben sehr teuren Vor-End-Kombis bieten die Nordamerikaner aber auch bezahlbare AV-Receiver an, etwa den hier vorgestellten Anthem MRX 700 für 2.200 Euro. Ob der Exot sein Geld wert ist, zeigt der Praxistest.
Inhaltsverzeichnis
- 1Ausstattung
- 2Handhabung
- 3Surround-Hörtest
- 4Stereo-Klangqualität
- 5Fazit: Für Puristen
Ausstattung
Ernüchterung beim Blick auf die Ausstattung - da ist netzwelt in der 2.000-Euro-Preisklasse sonst mehr gewohnt. So ist der kanadische Receiver zum Beispiel nicht dazu in der Lage, HDMI-Signale im Stand-by-Betrieb durchzureichen. Auch über einen Audio-Rückkanal verfügt er nicht, aber immerhin soll bald durch ein Firmware-Update eine 3D-Funktion zur Verfügung stehen. Selbstverständlich kann der MRX 700 analoge und digitale HDMI-Videosignale annehmen und auf bis zu 1080p hochskalieren, wobei ein Videoequalizer Korrekturen am Bild ermöglicht. Grundsätzlich bewegt sich die Bildqualität des Anthem auf einem hohen Niveau, Kritik muss sich nur die Digitalwandlung von YUV-576i gefallen lassen, da es dort bei Kameraschwenks flimmert.
Auch in puncto Multimedia gibt sich der Anthem eher spartanisch: Netzwelt findet einen USB-Mediaplayer, der auch mit verlustfreien Formaten wie WAV und WMA Losless umgehen kann. Zusätzlich ist auch noch das Internet-Radio "vTuner" an Bord, das über tausend deutschsprachige Sender empfangen kann.
Handhabung
Da der MRX 700 nicht über wahnsinnig viele Funktion verfügt, bleibt sein Bildschirmmenü übersichtlich und gut lesbar. Zudem verzichteten die Ingenieure auf schwer durchschaubare Einstellregister. Auch das Lautsprecher-Set-up präsentiert sich leicht verständlich und bietet alle dafür wichtigen Funktionen. Allerdings fallen die Schrittweiten zur Korrektur von Pegel und Boxenabstand mit einem Dezibel beziehungsweise 30 Zentimetern zu grob aus, worunter die Feineinstellung leidet.
Bedauerlicherweise dachten die Entwickler auch nicht an eine Option, die es ermöglicht, den Subwoofer bei der Stereo-Wiedergabe mitlaufen zu lassen. Erstaunlich findet die Redaktion jedoch, dass man mithilfe der "Anthem Room Correction" nachträglich Einfluss auf das Einmessergebnis nehmen kann. Das PC-Programm überprüft die Lautsprecher auf ihre Basswiedergabe, misst die Frequenzgänge am Hörplatz und macht Optimierungsvorschläge. Und das hilft tatsächlich etwas: Der Bass wirkt präziser. Dadurch lässt sich auch das Fehlen eines klassischen Equalizers verschmerzen.
Anthem MRX 700
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Bild vergrößern Mit seinem kantigen, sehr technisch wirkenden Design hebt sich der Anthem MRX 700 bereits optisch vom AV-Receiver-Mainstream ab. (Bild: netzwelt.de) - Bild 2 von 4
Bild vergrößern Gut erkennbare, weil weiß hinterlegte Anschlüsse auf der Rückseite. (Bild: netzwelt) - Bild 3 von 4
Bild vergrößern Beleuchtet und gut in der Hand liegend: die Fernbedienung. (Bild: netzwelt) - Bild 4 von 4
Bild vergrößern Schraubt man den AV-Receiver auf, sticht sofort der riesige Ringkerntrafo ins Auge. (Bild: netzwelt)






