Netzwelt erklärt, wie Markos funktionieren und wie sicher sie sind
Makros: Kleine Helfer für Microsoft Office und LibreOffice
Microsoft Office gilt bis heute als Referenz unter den Büropaketen, an der sich die Konkurrenz messen lassen muss - trotz oder gerade wegen des harten Wettbewerbs mit Open-Source-Lösungen wie LibreOffice. In der Textverarbeitung Word, der Tabellenkalkulation Excel, dem Präsentationsprogramm PowerPoint und den anderen Komponenten aus Office existieren mittlerweile so viele Funktionen, dass Microsoft mit der Ribbon-Oberfläche die Bedienung mit Office 2007 sogar auch ein komplett neues Konzept umstellen musste. Trotzdem gibt es immernoch Dinge, die man regelmäßig am besten automatisch erledigen möchte. Genau dafür gibt es die Möglichkeit, sowohl Microsoft Office als auch LibreOffice mit Hilfe sogenannter Makros zu steuern.
Inhaltsverzeichnis
- 1Mit und ohne Visual Basic
- 2Ein neues Makro für Office
- 3Makros mit LibreOffice 3.3
- 4Sicherheit, Kontrolle unc Co.
- 5Fazit
Den Begriff Makro kennt ein großer Teil der Benutzer nur aus den Warnmeldungen der Büropakete, die bei der Ausführung angezeigt werden und vor möglichen Schädlingen in Dateien aus dem Internet warnen sollen. Die Makro-Funktionen sind daher in der Öffentlichkeit eher mit einem negativen Bild behaftet. Dabei steckt hinter der Idee eigentlich das hehre Ziel der Entwickler, Office-Programme schneller bedienbar und gleichzeitig auch flexibler zu machen.
Mit und ohne Visual Basic
Die technische Grundlage für Makros bilden grundsätzlich Programmiersprachen, die von den jeweiligen Office-Programmen interpretiert werden können und dem Nutzer eine begrenzte Zahl von Funktionen zur Verfügung stellen. Dabei bewegen sich Microsoft Office und LibreOffice seit jeher auf einem schmalen Grad zwischen notwendiger Offenheit für einen reibungslosen Zugriff auf Systemkomponenten und der Sicherheit des Nutzer-PCs. Da Makros recht tiefgreifenden Rechte auf dem laufenden PC haben, hat der Spagat zwischen Komfort und Sicherheit nicht immer perfekt funktioniert: Der bekannte Virus namens I LOVE YOU aus dem Jahr 2000 konnte sich nur so explosionsartig verbreiten, weil das E-Mail-Programm Microsoft Outlook über eine ungesicherte Funktion für Markos verfügt hat, mit der sich I LOVE YOU selbst versendet hat.
In Microsoft Office gab es zu Beginn noch für jedes Programm eine eigene Makro-Sprache, heute basieren alle Makros auf der Programmiersprache Visual Basic for Applications, einer stark vereinfachten Abwandlung des regulären Microsoft Visual Basic. Dabei ist das Schreiben eigener Makros in der Sprache zwar durchweg leicht zu erlernen, ein wenig einfacher geht es allerdings noch in LibreOffice: Bei der Installation wird standardmäßig die Python-UNO-Schnittstelle eingerichtet, mit der sich alle Bestandteile des Büropakets steuern lassen.
Die UNO-Schnittstelle erlaubt grundsätzlich noch tieferen Zugriff auf LibreOffice und OpenOffice.org, als es mit Visual Basic for Applications möglich ist - sogar ganze Symbolleisten lassen sich mit Python-Makros anpassen oder neue Dialogfenster einrichten. Neben Python ist es auch möglich, die Web-Skriptsprache JavaScript dafür zu verwenden, um ein Makro in LibreOffice zu programmieren. Die vollwertige Sprache Java ist allerdings weniger geeignet, da sie für das Schreiben eines Makro viel zu aufgebläht ist. Neben Java, JavaScript und Python gibt es auch noch eine Unterstützung der Skriptsprache BeanShell.
