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Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego
11,6 Zoll großer Touchscreen und Alternativ-Betriebssystem

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Großes Tablet für die gute Stube: Das Wetab verfügt über einen 11,6 Zoll großen Bildschirm und als einziges in Deutschland verfügbares Geräte über das Meego-Betriebssystem. Im Test hinterlässt das Tablet einen besseren Eindruck als sein in den ersten Monaten beschädigter Ruf erwarten lässt.

Vor einem Jahr sorgte das Wetab für Aufsehen. Das Tablet sollte sogar noch vor Apples iPad erhältlich sein - es folgten peinliche Skandale und im Spätsommer begann dann wirklich die Auslieferung. Mit etwas zeitlichem Abstand betrachtet überzeugt die aktuelle Version des Geräts mit 11,6 Zoll großem Touchscreen im Test. Zu anderen Tablets bestehen aber neben dem Format noch weitere deutliche Unterschiede.

Netbook- und Smartphone-Hardware arbeiten zusammen

Mit seinem 11,6 Zoll großen Touchscreen ist das Wetab deutlich größer und auch schwerer als das iPad von Apple oder Tablets anderer Hersteller. Der Bildschirm mit einer Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln spiegelt allerdings stark, was jedoch für viele berührungsempfindliche Oberflächen gilt. Beim Testgerät fallen zudem die Blickwinkel sehr klein aus. Bereits nach nur 20 Grad je Blickrichtung verändern sich die Farben und der Inhalt der Anzeige lässt sich nur noch erahnen.

Im Wetab verrichtet der mit 1,66 Gigahertz getaktete Atom-Prozessor N450 von Intel seinen Dienst. Bei der Berechnung der Anwendungen erhält er Unterstützung vom ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher. Das Betriebssystem basiert auf der Linux-Variante Meego von Intel und wurde speziell an das Wetab abgepasst. Der Aufbau und die Struktur unterscheiden sich deutlich von Android oder Apples iOS.

4tiitoo, der inzwischen alleinige Hersteller des Wetab, bietet das Tablet in zwei Versionen an. Die 3G-Variante gelangt per WLAN und UMTS ins Internet und verfügt über einen 32 Gigabyte großen Speicher. Bei der günstigeren Ausführung bietet der Speicher eine Kapazität von 16 Gigabyte und der Internetzugang erfolgt nur über WLAN. Mit einer SD(HC)-Karte lässt sich die Speicherkapazität des Tablets um bis zu 32 Gigabyte erhöhen.

Meego zum Anfassen

Mit einem Gewicht von rund einem Kilogramm wiegt das Wetab zum Beispiel zwischen 300 und 400 Gramm mehr als die zwei iPad-Versionen. Ein Unterschied, den der Nutzer spürt und das Tablet nicht lange in der Hand hält, sondern gerne auch ablegt. Der umgerechnet 29,5 Zentimeter große Bildschirm versteht Multitouchgesten und reagiert schon auf leichte Berührungen unverzüglich und präzise.

Bei Bedarf öffnet sich eine virtuelle Tastatur auf dem Wetab, die zwar nicht den gleichen Schreibkomfort bietet wie eine reale Tastatur, deren einzelnen Tasten aber trotzdem zielgenau und mit wenig Kraft zu drücken sind. Das Layout entspricht allerdings nicht gängigen Notebook-Keyboards, der Nutzer muss zum Beispiel zwischen Buchstaben und Zahlen sowie Sonderzeichen umschalten.

Wetab im Test

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Für ein Tablet mit 11,6 Zoll schon fast überdimensional groß.

Das Betriebssystem Meego gliedert den Bildschirm des Wetab in eine große Mittelspalte und zwei schmale Randspalten. In der Mitte befinden sich Widgets und Verknüpfungen zu installierten Programmen, die sich auch in dieser Spalte öffnen. Die linke Spalte ist ebenfalls für Widgets reserviert und zeigt Bedienelemente einzelner Programme an. Rechts befinden sich dagegen Bedienelemente und Schaltflächen, mit denen der Nutzer die Einstellungen des Tablets anpassen kann oder sich Überblick über die geöffneten Fenster verschafft. Eine verkleinerte Vorschau der Mittelspalte sorgt zudem für Übersicht.

Anwender, die sich schon an iOS oder Android gewöhnt haben, müssen sich beim Wetab erst einmal auf das komplett anders aufgebaute Betriebssystem einlassen. Für Tablet-Neulinge fällt die Hürde und der Aufwand zur Eingewöhnung eigentlich nicht höher aus, als bei den beiden großen Tablet-Systemen.

Über das Wetab hat der Nutzer ab Werk Zugriff auf zwei App Stores, die zusammen jedoch weniger Anwendungen bieten als der Android Market oder Apples App Store. Im Adobe AIR Marketplace stehen rund 15.000 Programme zur Auswahl. Im hauseigenen Wetab Market befinden sich weniger, dafür aber bisher nur kostenlose Programme und Widgets. Dazu gehört auch eine virtuelle Android-Installation, die die Auswahl an verfügbaren Apps durch das App Center von Androidpit noch um etwa 3.600 Programme erweitert.

GPS, USB, HDMI und eine Webcam

Das Wetab verfügt über zahlreiche Schnittstellen. Zur Datenübertragung dienen zwei USB-Anschlüsse - kabellos erfüllt auch das Bluetooth-Modul diese Aufgabe. Über eine HDMI-Buchse lässt sich ein externer Bildschirm anschließen und der Kopfhörerstecker sorgt dafür, dass nur der Benutzer seine Musik hört.

Mit dem Dock Connector an der Unterseite schließt der Anwender das Wetab an eine Docking-Station an. Das Tablet verfügt darüber hinaus über eine Webcam mit einer Auflösung von 1,3 Megapixeln, ein GPS-Modul, einen Beschleunigungs- und einen Umgebungslichtsensor. Der Lithium-Ionen-Akku ist fest im Gehäuse verbaut.

Das Gehäuse des Wetab besteht aus Kunststoff und ist auf der Rückseite mit einer dünnen Gummischicht überzogen. Diese sorgt dafür, dass das Tablet sicher und rutschfest in der Hand des Nutzers liegt. Auf der Rückseite des Testgeräts befindet sich zwischen den beiden Gehäuseteilen allerdings eine zu breite und und zu hohe Öffnung, die hoffentlich bei anderen Geräten kleiner ausfällt.

Fazit: Eine gelungene Alternative

Das Wetab hinterlässt im Test mit seiner aktuellen Firmware einen besseren Eindruck als man nach den Pannen und Skandalen in den ersten Monaten erwarten konnte. Die Konzentration auf eine Firma in Hintergrund, die mit mehreren Partnern zusammenarbeitet, ist daher die richtige Entscheidung gewesen.

Mit seiner Größe und seinem Gewicht eignet sich das Wetab eher für das Sofa als zum Mitnehmen. Die Software ist komplett anders aufgebaut als iOS und Android, lässt sich aber gut bedienen und verfügt zwar über eine kleinere, aber immer noch ausreichende Auswahl an Apps. Das Testgerät wies allerdings eine deutlichen Mängel bei der Verarbeitung auf. Für das Tablet spricht in jedem Fall der stark gefallene Preis.

Die unverbindliche Preisempfehlungen von 4tiitoo für das Wetab betrugen 569 Euro für die 3G-Version und 449 Euro für die reine WLAN-Variante. Bei großen Online-Händler sind die Preise schon auf 335 und 250 Euro abgerutscht.

Das iPad 2 von Apple kostet da deutlich mehr, etabliert sich aber gerade als neuer Standard. Viele weitere Tablets sind für die nächsten Monate angekündigt, bisher erhältlich sind unter anderem das Samsung Galaxy Tab oder das Viewpad von Viewsonic.

Kommentare zu diesem Artikel

Großes Tablet für die gute Stube: Das Wetab verfügt über einen 11,6 Zoll großen Bildschirm und als einziges in Deutschland verfügbares Geräte über das Meego-Betriebssystem. Im Test hinterlässt das Tablet einen besseren Eindruck als sein in den ersten Monaten beschädigter Ruf erwarten lässt.

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  • 4user schrieb Uhr
    AW: Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego

    Richtig müsste es wohl heissen: das iPad 2 kam erst nach dem WeTab. Man erinnert sich: Erst das iPad 2 hat funktional den Level des WeTab erreicht (Kamera u.a.). Bei allem was recht ist - Ein Minimum an korrekter Berichterstattung hat das WeTab verdient.
  • hix schrieb Uhr
    AW: Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego

    Was man vielleicht erwähnen sollte: Da eine normale Netbook CPU verbaut ist braucht man eigentlich keinen AppStore sondern es läuft alles das auch auf einem Netbook läuft. Installiert man Wine sind auch Windows Spiele mit niedrigeren Hardware Anforderungen möglich. Z.B. Starcraft. Ein Kollege der das WeTab hat, hat mir erst kürzlich World of Goo darauf gezeigt. Wozu brauche ich da noch einen App Store?
  • Relevancer schrieb Uhr
    AW: Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego

    Technology is regardless, content is everything. Das Teil braucht kein Mensch.
  • Olli91 schrieb Uhr
    AW: Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego

    Allerdings...
  • Stechpalme schrieb Uhr
    AW: Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego

    Wo ist hier der Test? Das ist nur eine Auflistung der Fakten und mehr nicht. Weder gibt es Benchmarks zu der Performance der Applikationen, noch Informationen oder Tests zur Akkulaufzeit. Auch sonstige Tests zum Bildschirm oder Sonstigem fehlen gänzlich. Mehr peinlich dies als Tests zu verkaufen.
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Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego
Wetab im Test: Die Tablet-Alternative mit Meego
Das Wetab ist größer und schwerer als die schon verfügbaren oder für die nächsten Monate angekündigten Tablets. Auch das Betriebssystem stellt fast ein Unikat dar. Aber das muss ja alles kein Nachteil sein, wie der Test zeigt.
http://www.netzwelt.de/news/86201-wetab-test-tablet-alternative-meego.html
2011-04-06 16:48:59
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/ie-9-final4900.jpg
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