Löschen statt Sperren

Kinderpornografie im Netz: Bundesregierung beerdigt "Zensursula"-Gesetz

Kinderpornografie im Netz: Bundesregierung beerdigt "Zensursula"-Gesetz CDU und FDP sind sich einig: Die Koalition hat das Gesetz zur Sperrung von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten gekippt. Die Webgemeinde dürfte sich freuen: Sie hatte das alte Regelwerk massiv kritisiert.

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Das so genannte Zugangserschwerungsgesetz stammte noch aus der Zeit der schwarz-roten Koalition. Es sollte den Zugriff auf kinderpornografische Inhalte im Internet erschweren. Dazu schloss die alte Bundesregierung im April 2009 Verträge mit den großen Internetprovidern in Deutschland. Jetzt wird das Gesetz Medienberichten zufolge offenbar aufgehoben: Faz.net berichtet, dass die schwarz-gelbe Regierung das Gesetz am Dienstag, 5. April, kippte.

Die Internetgemeinde dürfte sich über die Entscheidung freuen. Webnutzer, aber auch Parteien wie die Piratenpartei kritisierten das Gesetz massiv, fürchteten einen ersten Schritt hin zur Internet-Zensur und gaben der Initiatorin, der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), den Beinamen "Zensursula". Die Kritik an dem Gesetz gründete sich vor allem auf technische Mängel: Die Internetsperren seien leicht zu umgehen und der Zugriff auf die im Netz verbleibenden Inhalte weiterhin möglich.

Die schwarz-gelbe Koalition hatte sich bereits im Koalitionsvertrag vom Herbst 2009 verständigt, Webseiten nicht zu sperren, sondern zu löschen. Darauf hin wurde das Gesetz für ein Jahr nicht angewendet. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht Erfolge beim Löschen und sagte laut Faz.net, dass Zahlen des Bundeskriminalamtes zufolge nach zwei Wochen 93 Prozent der kinderpornografischen Inhalte im Internet gelöscht seien, nach vier Wochen seien es bereits 99 Prozent.

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