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OmniOutliner 3 Professional im Test: Der bessere Notizblock für den Mac
Werkzeug für Ideen und Notizen

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer Ideen am Computer erfassen möchte, landet schnell bei klassischer Mindmapping-Software. Doch das Konzept der Programme liegt nicht jedem Nutzer. Mit OmniOutliner 3 gibt es eine Lösung, die irgendwo zwischen Mindmapping und klassischer Textverarbeitung steht. Netzwelt hat die Anwendung getestet.

Das Ideen-Werkzeug OmniOutliner gibt es in einer Standard- und der Professional-Variante.

Für die Erfassung unstrukturierter Ideen am Computer hat sich das sogenannte Mindmapping etabliert. Mit Programmen wie MindManager aus dem Hause Mindjet kann der Nutzer bei Besprechungen schnell Notizen aufschreiben oder erste Ideen für ein beliebiges Projekt zu Papier bringen. Doch nicht jedem Menschen liegt der Umgang mit dem Mindmap-Konzept - genau die unstrukturierte Erfassung, die als größter Vorteil angesehen wird, geht früher oder später nämlich auf jeden Fall verloren, sobald die Inhalte in einer klassischen Textverarbeitung nachbearbeitet werden müssen. Es wäre also mitunter auch sinnvoll, Ideen am Computer sofort mit einer vernünftigen Struktur zu erfassen - und genau das bietet die Software OmniOutliner.

OmniOutliner ist ein Programm der Omni Group aus Seattle. Die Firma hat sich auf Programme für Mac OS X auf den Mac-Computern und iOS auf iPhone und iPad spezialisiert. Neben OmniOutliner haben die Entwickler noch ein Werkzeug für die Projektverwaltung (OmniPlan), eine Lösung zur Verwaltung von Aufgaben (OmniFocus) und zahlreiche andere Hilfsanwendungen erdacht, die mehr oder weniger reibungslos Daten austauschen können. Die Omni Group hat in den letzten Jahren sehr stark vom Erfolg der Apple-Produkte profitiert, sodass die Produktpalette und das Funktionsspektrum immer weiter ausgebaut werden.

Preise und Versionen

OmniOutliner Version 3 gibt es in zwei Fassungen: Die Standard-Variante kostet im Mac App Store 31,99 Euro, die Pro-Version ist mit einem Lizenzpreis von 54,99 Euro deutlich teurer. Dafür besitzt OmniOutliner 3 Professional einige Funktionen, auf die Benutzer der Anwendung sicher nur schwer verzichten können: So bleibt die Möglichkeit zur Aufzeichnung einer Audio-Notiz der Standard-Version verwehrt, auch die Speicherung eigener Vorlagen ist nur im OmniOutliner Pro freigeschaltet.

Der Nutzer kann außerdem bestimmte Formatierungen der Schrift als sogenanntes Stylesheet speichern und später wiederverwenden. Eine iPad-Version von OmniOutliner Standard oder Professional gibt es derzeit nicht - aber eine 14-Tage-Testversion bietet die Omni Group an, um die Anwendung vor dem Erwerb auszuprobieren.

OmniOutliner 3 im Test

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Mit den zahlreichen Vorlagen wird der Einstieg in das Programm erleichtert. (Bild: Netzwelt)

OmniOutliner Installation

Die Installation des Programms ist ganz einfach: Sofern der Anwender OmniOutliner direkt beim Hersteller gekauft hat, muss er die Hauptdatei lediglich aus dem DMG-Image in den Programme-Ordner des Betriebssystems kopieren. Das gilt sowohl für die Vollversion als auch die Testversionen. Bei der Installation über den Mac App Store muss sich der Benutzer zunächst mit seinem iTunes-Konto anmelden, OmniOutliner 3 über das Suchfeld oder die entsprechende Kategorie aufrufen und dann den Installations-Knopf drücken. Die eigentliche Installation der Anwendung erledigt dann der Mac App Store vollkommen selbstständig.

Erster Start und Ideen-Liste

Das Hauptfenster von OmniOutliner wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend: Das Programm präsentiert sich als Mischung der Aufgabenverwaltung OmniFocus und einer klassischen Textverarbeitung mit einer Aufzählungsliste. Auf den zweiten Blick erschließt sich das Konzept der Software aber schnell: Ideen werden in einer Liste aufgeschrieben, wobei die Beschriftung der ersten Spalte immer dem Projektnamen entspricht. Jede Spalte eines Dokuments kann beliebig viele Unterpunkten aufnehmen, die der Nutzer wiederum in mehrere Ebenen untergliedern kann. Neben einem klassischen Listenpunkt versieht OmniOutliner 3 einen Eintrag mit einer kleinen Box, die durch Klicken einen Haken anzeigt und für "erledigt" steht.

Der Umgang mit weiteren Spalten erfolgt analog zur Hauptspalte. Die Symbolleiste in OmniOutliner ermöglicht es, neben klassischen Notizen in geschriebenem Wort auch gesprochene Kommentare aufzunehmen - allerdings kann das Programm dabei nur das interne Mikrofon des Mac ansteuern, externe Geräte hat es im netzwelt-Test nicht erkannt.

Hinter dem Knopf für das "Zusatzfach" steckt eine Erweiterung des Hauptfensters, die links an dessen Rand ausklappt und eine Art Gliederung des aktuellen Dokuments darstellt. Damit behält der Nutzer auch bei komplexen Sachverhalten mit vielen Outliner-Einträgen den Überblick und kann einzelne Objekte gezielt als Notiz, Thema, Zitat, Betonung, Hervorhebung und so weiter kennzeichnen und hervorheben. Die Symbolleiste kann wie in jeder herkömmlichen Mac-Anwendung angepasst werden.

Dokumente: Stil und Format

In der Ideen-Liste kann der Nutzer mehrere Objekte zu Gruppen zusammenfassen, was neben der Klassifizierung nach Kategorie oder in der jeweiligen Spalte noch mehr Übersicht bringt. Die eigentliche Formatierung einer OmniOutliner-Datei erfolgt jedoch über zahlreiche zusätzliche Dialogfenster, die standardmäßig am rechten Rand des Hauptfensters positioniert werden. Das erste Fenster (Dokument / Display) bietet zahlreiche Optionen, mit denen der Nutzer die Darstellung der Ideen-Liste an seine Vorlieben anpassen kann - zum Beispiel erhöhen waagerechte und senkrechte Linien etwas die Bedienbarkeit. Im selben Dialogfenster gibt es einen Reiter, mit dem die Meta-Informationen zu einem Dokument bearbeitet werden können. Diese Angaben werden dann auch von Spotlight, der internen Suchfunktion von Mac OS X, ausgewertet.

Im Dialogfenster für die Nummerierung stellt der Anwender ein, ob ein numerisches, dezimales, lateinisches oder überhaupt kein Symbol - das ist die Vorgabe - angezeigt werden soll. Auch die Umwandlung in Kleinbuchstaben oder die Angabe eines Präfix und Suffix ist in manchen Projekten sinnvoll.

Nutzer des OmniOutliner Professional sollten sich auf jeden Fall eine weitere Einstellung ansehen: Mit dem Fenster für Spaltentypen lässt sich einstellen, dass in einem Bereich kein Text eingegeben wird, sondern Zahlen, ein Datum oder die Dauer einer bestimmten Aktion. Die eigentliche Formatierung der Listeninhalte geschieht im Fenster namens Erscheinungsbild: Nutzer können Vorder- und Hintergrundfarbe ändern, Schriftart und Größe anpassen, Unter- und Durchstreichung einstellen, Textrand, Schatten und andere Textoptionen regeln.

Dateiformtate: OO3, XML, HTML und RTF

OmniOutliner 3 speichert neue Dokumente standardmäßig im eigenen proprietären Format mit der Dateiendung .oo3. Standardmäßig unterstützt das Programm auch die Outline Processor Markup Language (OPML) für beliebige Dateien. Das Format nutzt die XML-Technologie als Grundlage, sodass solche Dateien theoretisch auch in jedem Browser geöffnet werden können. Deutlich besser für die Veröffentlichung einer Outliner-Datei im Web ist aber das HTML-Format geeignet: OmniOutliner kann entweder eine Seite mit dynamischen Elementen erzeugen oder ein reguläres, statisches HTML-Dokument. Letzteres ist für die Bearbeitung in einem dritten Programm, wie beispielsweise dem Adobe Dreamweaver CS5, besser geeignet als die erste Variante.

Natürlich speichert die Anwendung auf Wunsch eine Ideen-Liste auch in einem regulären Textdokument, entweder mit Tabulatoren oder fester Darstellungsbreite. Sollen Formatierungen wie fett oder kursiv nicht verloren gehen, bietet sich das Rich Text Format (RTF) an - damit kann eine Outliner-Datei auch spielend leicht in Word geöffnet werden. Das sogenannte RTFD-Format ist dafür gedacht, neben Formatierungen auch die angehängten Dateien aus der Outliner-Datei zu exportieren - leider kann aber noch nicht jede Textverarbeitung den Dateityp lesen. Eine Übersicht aller Typen für den Datenaustausch gibt das Export-Menü.

Übrigens kann der Nutzer jede beliebige Datei aus OmniOutliner Professional auch als Vorlage speichern. In der Anwendung gibt es schon einige Vorlagen, die ab Werk installiert sind - so etwa für ein Buchprojekt, eine Aufgabenliste und die Budget-Planung. Die Vorlagen eigenen sich auch besonders gut für Einsteiger, die mit dem Paket noch keine Erfahrung haben und erst einmal dessen Möglichkeiten ausloten möchten.

Fazit

OmniOutliner 3 hinterlässt in der getesteten Professional-Variante einen ebenso soliden Eindruck wie die Schwesterprodukte OmniFocus, OmniPlan, OmniGraffle und Co. Der Nutzer kann mit dem OmniOutliner 3 in einer Besprechung oder zu Hause schnell und sicher seine Ideen digital erfassen, ohne sich dabei an das etwas ungewohnte Konzept der Mindmaps gewöhnen zu müssen. Mit der Möglichkeit, die bereits vorgegebene Struktur in einer Outliner-Datei zum Beispiel auch in Microsoft Office Word weiter zu nutzen, ist dem Einsatzgebiet des Programms praktisch keine Grenze gesetzt. Einzig die Aufteilung des OmniOutliner in mehrere separate Fenster für Eigenschaften und den Hauptbereich bereitet manchmal Schwierigkeiten.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer Ideen am Computer erfassen möchte, landet schnell bei klassischer Mindmapping-Software. Doch das Konzept der Programme liegt nicht jedem Nutzer. Mit OmniOutliner 3 gibt es eine Lösung, die irgendwo zwischen Mindmapping und klassischer Textverarbeitung steht. Netzwelt hat die Anwendung getestet.

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  • mikelee schrieb Uhr
    AW: OmniOutliner 3 Professional im Test: Der bessere Notizblock für den Mac

    Mittlerweile gibt es die ipad Version, aber leider Omni-typisch nicht gerade zu einem Schnäppchenpreis
  • mikadoch schrieb Uhr
    AW: OmniOutliner 3 Professional im Test: Der bessere Notizblock für den Mac

    Das mit der iPad Version ist leider nur ein frommer Wunsch. OmniGroup verspricht diese Version seit über einem Jahr ...

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Wer Ideen am Computer erfassen möchte, landet schnell bei klassischer Mindmapping-Software. Doch das Konzept der Programme liegt nicht jedem Nutzer. Mit OmniOutliner 3 gibt es eine Lösung, die irgendwo zwischen Mindmapping und klassischer Textverarbeitung steht. Netzwelt hat die Anwendung getestet.
http://www.netzwelt.de/news/86185-omnioutliner-3-professional-test-bessere-notizblock-mac.html
2011-04-08 12:00:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/ideen-werkzeug-omnioutliner-gibt-standard-professional-variante-bild-netzwelt5126.jpg
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