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Toshiba NB550D im Test: Ein Netbook als Lautsprecher
Mini-Laptop mit neuem Prozessor und Grafikkarte von AMD

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Bei der Brazos-Plattform von AMD, die im Toshiba NB550D steckt, arbeiten Grafikkarte und Prozessor eng zusammen. Sie liefern mehr als genug Rechenkraft für ein Netbook. Die vergleichsweise guten Lautsprecher sind auch bei ausgeschaltetem Gerät für externe Musikplayer verfügbar.

Das Toshiba NB550D unterscheidet sich von derzeit erhältlichen Netbooks vor allem an zwei Punkten: In ihm steckt die neue Brazos-Plattform von AMD, bei der Prozessor und Grafikkarte noch enger zusammenarbeiten, und zwei vergleichsweise leistungsfähige Lautsprecher von Harman Kardon, die der Mini-Laptop auch anderen Musikabspielgeräten zur Verfügung stellt.

Prozessor und Grafik arbeiten zusammen

Toshiba verbaut im NB550D die neue Brazos-Plattform von AMD. Dabei handelt es sich um einen Chip, auf dem sich sowohl der Prozessor als auch die Grafikkarte befinden. Beide Recheneinheiten sind eng miteinander verbunden und helfen sich gegenseitig bei der Berechnung von Anwendungen aus. Der C-50-Prozessor weist nur eine Taktrate von einem Gigahertz auf, die integrierte Grafikkarte Radeon HD 6250 dürfte diesen niedrigen Wert jedoch wieder ausgleichen.

Der 10,1 Zoll große Bildschirm des NB550D ist nicht entspiegelt, so dass je nach Inhalt der Anzeige und Beleuchtung starke und störende Reflexionen auftreten können. Die Auflösung des Displays beträgt nur die bei Netbooks üblichen 1.024 x 600 Pixel, wobei schon eine HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln für eine deutlich übersichtlichere Anzeige sorgen würde.

Toshiba installiert Windows 7 Starter auf dem NB550D und baut einen Gigabyte Arbeitsspeicher sowie eine Festplatte mit 250 Gigabyte Kapazität in das Netbook ein. Die zwei Lautsprecher von Harman Kardon lässt Toshiba in die Handballenablagen ein. Sie sollen bei einer Leistung von je zwei Watt eine Lautstärke von 90 Dezibel erreichen. Im Test sind sie auch deutlich lauter als andere Netbook-Boxen und büßen auch bei voller Lautstärke kaum Klangqualität ein.

Toshiba NB550D im Test

Bild 1 von 7
Netbook mit AMD-Hardware und zehn Zoll großem Bildschirm mit 1.024 x 600 Pixeln Auflösung.

Für einen guten Stereo-Klang muss der Hörer allerdings direkt vor dem NB550D sitzen. Legt der Nutzer seine Hände zum Tippen auf die Handballenablagen dämpft er damit die Tonausgabe, die aber immer noch gut verständlich bleibt. Das Netbook verfügt über eine so genannte Sleep-and-Music-Funktion, die die Musik angeschlossener MP3-Player oder Handys aus den Lautsprechern erklingen lässt - sogar wenn der Computer ausgeschaltet ist oder sich im Ruhezustand befindet. Gleichzeitig lädt der Rechner von seiner Batterie den Akku des angeschlossenen Wiedergabegeräts auf - dies funktioniert dank USB-Sleep-and-Charge mit allen Geräten, die sich über ein USB-Kabel aufladen lassen. Dicker Pluspunkt!

Überfrachtete Tastatur und angenehmes Touchpad

Bei zehn Zoll großen Netbooks ist der Platz für die Tastatur immer knapp, trotzdem wirken die einzelnen Tasten beim Toshiba NB550D noch enger zusammen gequetscht als bei anderen Modellen. Dies liegt unter anderem an den Buchstaben- und Ziffern-Tasten, die ein wenig größer als bei anderen Netbooks sind. Im Gegenzug fallen einige Sondertasten sehr schmal aus oder befinden sich an sehr ungewohnten Orten. Die Druckpunkte der einzelnen Knöpfe sind deutlich zu hören, könnten aber ein wenig deutlicher zu spüren sein.

Die Handballenablagen des NB550D sind für Hände in normaler Größe zu klein. Zu oft rutschen die Hände vom Netbook ab. Mit dem Touchpad lässt sich der Mauszeiger zügig und zielgenau bewegen - es reagiert schon auf leichte Berührungen ohne Verzögerung. Die zwei Touchpadtasten sind in der Mitte getrennt und lassen sich über ihre gesamte Länge gleichmäßig angenehm drücken. Ihre Druckpunkte sind klar zu spüren. Den Ein- und Ausschaltknopf hat Toshiba in der Mitte, direkt unterhalb des Bildschirms untergebracht, wo er sich nur schlecht drücken lässt.

Starker Akku, schwacher Prozessor, flotte Grafik

Toshiba verwendet im NB550D einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Stromstärke von 5.300 Milliamperestunden. Im Test offenbart die Batterie eine sehr lange Laufzeit. Bei denkbar ungünstigen Bedingungen - aktivem WLAN und maximaler Bildschirmhelligkeit - schaltete sich das Netbook erst nach 307 Minuten Film und 382 Minuten Office-Nutzung aus.

Im Benchmark-Test Cinebench 11.5 erreichte der AMD C-50 nur 0,37 Punkte und damit einen leicht niedrigeren Wert als aktuelle Atom-Prozessoren von Intel. Die Grafikkarte schaffte im gleichen Test 5,08 Bilder pro Sekunde und war damit nah dran an den Werten von Nvidias Ion-Plattform. In der Praxis macht sich der langsamere Prozessor bei Netbook-typischen Anwendungen nicht bemerkbar. Im Gegenteil - die Grafikkarte gleicht die fehlende Rechenkraft aus und so laufen zum Beispiel auch HD-Videos ruckelfrei auf dem NB550D.

Unter Last wird der Lüfter des NB550D so laut, dass der Nutzer ihn hört, allerdings übertönen schon Umgebungsgeräusche auf Zimmerlautstärke das kleine Netbook. Die Geschwindigkeit der Festplatte liegt im üblichen Rahmen der Netbook-Modelle, dort allerdings eher im unteren Bereich.

Festplattengeschwindigkeit 250GB HDD (HD Tune)
MinimumMaximumDurchschnittZugriffszeit
20,1 MB/sek.68,7 MB/sek.47,8 MB/sek.19,1 ms

Drei USB- und ein HDMI-Anschluss

Das Toshiba NB550D verfügt über die üblichen Schnittstellen eines Netbooks und an der rechten Seite des Gehäuses wäre sogar noch Platz für weitere Anschlüsse gewesen, denn dort befinden sich nur zwei USB-Buchsen am Mini-Laptop. Auf der anderen Seite warten ein LAN-, ein HDMI-, ein USB- und zwei Audioanschlüsse auf den Nutzer. Unterhalb des Touchpads versteckt sich auf der Vorderseite des Computers der Einschub für eine Speicherkarte. Drahtlos gelangt das Netbook per WLAN ins Internet oder überträgt per Bluetooth Daten an Geräte in der Umgebung - oder empfängt diese.

Das Gehäuse des NB550D besteht aus Kunststoff und wirkt ordentlich verarbeitet. Offensichtliche Schwachstellen sind nicht vorhanden. Auch unter stärkerer Belastung geben zum Beispiel die Handballenablage oder die Tastatur nicht übermäßig nach.

Fazit: Netbook mit Musik-Extra

Der Prozessor und die Grafikkarte des Toshiba NB550D, die AMD in einer Plattform vereint, liefern zusammen mehr als genug Leistung für typische Netbook-Anwendungen. In Sachen Grafikberechnung lassen sie Geräte mit integrierten Grafikchips von Intel deutlich hinter sich. Im Test überzeugt das Netbook zudem mit einer langen Akkulaufzeit und überdurchschnittlich gut klingenden Lautsprechern - beides stellt das NB550D zudem auch mobilen Musikplayern zu Verfügung. Einzig die Bedienung mit der überfrachteten Tastatur lässt vor der Nutzung des Geräts zurückschrecken.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Toshiba für das NB550D beträgt 349 Euro. Im Internet verkaufen Online-Händler das Netbook ein wenig günstiger und verlangen nur rund 330 Euro.

In Sachen Grafikleistung bewegt sich das NB550D auf einer Ebene mit Geräten wie dem Asus 1215N, in denen die Ion-Plattform von Nvidia steckt. Über die Brazos-Plattform verfügt nicht nur Toshiba. Acer setzt sie zum Beispiel bei seinem Netbook Aspire One 522 oder in einer leistungsstärkeren Variante in dem Notebook Aspire 5253 ein.

Kommentare zu diesem Artikel

Bei der Brazos-Plattform von AMD, die im Toshiba NB550D steckt, arbeiten Grafikkarte und Prozessor eng zusammen. Sie liefern mehr als genug Rechenkraft für ein Netbook. Die vergleichsweise guten Lautsprecher sind auch bei ausgeschaltetem Gerät für externe Musikplayer verfügbar.

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  • tacvbo schrieb Uhr
    AW: Toshiba NB550D im Test: Ein Netbook als Lautsprecher

    Display hat eine maximale Auflösung von nur 1024x600 Pixeln, bei mir hat sich Staub im Display abgesetzt, der nun das Bild stört und die linke Maustaste hatte sich schon verabschiedet und musste nach nur einem Jahr auf Garantie repariert werden. Die neue wirds wohl auch nicht lange durchhalten ...
  • balikon schrieb Uhr
    AW: Toshiba NB550D im Test: Ein Netbook als Lautsprecher

    Man könnte ja mal erwähnen, dass es sich beim C-50 um einen Dual-Core-Prozessor handelt.

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Toshiba NB550D im Test: Ein Netbook als Lautsprecher
Beim Toshiba NB550D gibt es dank zweier leistungsstarker Lautsprecher ordentlich was auf die Ohren. Für die Rechenkraft sorgt die neue Brazos-Plattform von AMD.
http://www.netzwelt.de/news/86179-toshiba-nb550d-test-netbook-lautsprecher.html
2011-04-05 15:47:52
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/tomtom-online-karten-aktuellen-verkehrsinformationen-dank-hd-traffic-ueberarbeitet-bild-screenshot4902.png
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