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OmniPlan 1.7 im Test: Menschen und Projekte koordinieren
Projekt- und Aufgabenverwaltung für Mac OS X

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Seit jeher steht Microsoft Project als Teil der Office-Produktlinie für die professionelle Verwaltung von Projekten am PC. Leider gibt es kaum vergleichbare Programme für den Mac, den immer mehr geschäftliche Nutzer einsetzen. OmniPlan ist hier eine löbliche Ausnahme, die sich netzwelt genauer angesehen hat.

Bei fast jeder Produktvorstellung, die der Apple-CEO Steve Jobs der aufgeregten Fangemeinde gibt, beginnt der Vortrag mit einer Vorstellung der aktuellen Verkaufszahlen - und diese sind bei iPhone und iPad immer beeindruckender. Der Erfolg von Apple wird nicht nur durch private Käufer angetrieben, sondern immer mehr auch durch semiprofessionelle und geschäftliche Anwender. Leider gibt es für das Mac-Betriebssystem aber noch einige Lücken, was die Verfügbarkeit spezieller Geschäfts-Programme betrifft, etwa für die Projektverwaltung. Die Anwendung OmniPlan möchte die Lücke füllen, die Microsoft Project hinterlassen hat.

OmniPlan gehört zu der Gruppe der Omni-Programme, die von der Omni Group aus Seattle entwickelt werden und neben OmniPlan noch OmniGraffle, OmniFocus, OmniSketcher und andere Produkte umfassen. Im Gegensatz zu den Schwesterprodukten bietet der Hersteller für OmniPlan aber keine iOS-Variante an - und bisher gibt es auch keine Aussage, ob diese jemals geplant ist. Das Desktop-Programm zielt aber zumindest nicht primär auf geschäftliche Nutzer ab, sondern laut der Eigenwerbung soll die Software auch durch eher unerfahrene private Nutzer leicht bedienbar sein.

Preise, Lizenzen, Varianten

OmniPlan ist lediglich in einer einheitlichen Fassung verfügbar, während andere Omni-Programme meist als Standard- und Premium-Variante angeboten werden. Der Vertrieb erfolgt seit der Eröffnung des Mac App Store primär über diese Plattform, obwohl der Hersteller von den Lizenzpreisen ganze 30 Prozent an Apple abgeben muss. Derzeit kostet das Programm dort knapp 110 Euro. Eine 30-Tage-Testversion ermöglicht, dass potentielle Kunden nicht die Katze im Sack kaufen müssen - diese muss allerdings direkt von der Webseite des Herstellers geladen werden, da Apple keine Testversionen im Mac App Store zulässt.

Wer noch das alte Mac OS X 10.5 (Leopard) oder sogar 10.4 (Tiger) einsetzt und den Mac App Store somit nicht aufrufen kann, muss OmniPlan ebenfalls direkt auf der Hersteller-Webseite erwerben. Dort erfolgt der Kauf allerdings in US-Dollar, sodass man Schwankungen der Währungskurse ausgeliefert ist.

Bei den Systemvoraussetzungen gibt sich OmniPlan recht genügsam: Neben rund 80 Megabyte Festplattenspeicher benötigt das Programm im täglichen Betrieb zwischen 15 und 35 Megabyte an Arbeitsspeicher, die selbst auf älteren Mac-Computern und dutzenden parallel gestarteten Applikationen noch problemlos verfügbar sein sollten. Der Nutzer sollte sich außerdem darauf einstellen, dass OmniPlan einen Großteil des Platzes auf seinem Bildschirm belegt und nur bedingt zum parallelen Betrieb mit anderen Programmen taugt, da sonst die Objekte des Hauptfensters nicht groß genug dargestellt werden können und nur schwer bedienbar sind. Um Projektdaten mit Termine und Aufgaben mit einem externen Gerät, insbesondere dem iPhone, auszutauschen, muss zwingend iCal und iTunes zur Synchronisation im System nutzbar ist.

Installation unter Mac OS X

OmniPlan liegt nach dem erfolgreichen Herunterladen in einem sogenannten DMG-Image vor, das auf dem Schreibtisch aktiviert werden muss. Die enthaltene Datei wird dann einfach auf den Programme-Ordner gezogen, weitere Aktionen sind nicht nötig. Für die Installation unter Mac OS X sind keine Systemverwaltungsrechte nötig, da OmniPlan keine Änderungen am System durchführt. Damit lässt sich die Anwendung auch ohne größeren Aufwand wieder deinstallieren. Nach dem Kopiervorgang kann das DMG-Image ausgeworfen werden, dem ersten Start des Projektprogramms OmniPlan 1.7 steht dann nicht mehr entgegen.

Das Hauptfenster gliedert sich in zwei Bereiche: Oben sitzt die Symbolleiste, die - wie in allen anderen Mac-Programmen - einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen erlaubt. Der Nutzer kann sie über das Kontextmenü anpassen, sofern die standardmäßig enthaltenen Symbole nicht genügen oder bestimmte Objekte überhaupt nicht genutzt werden. Unter der Symbolleiste sitzt der zweispaltige Hauptbereich: Links zeigt OmniPlan jeweils die Einträge des Projekts an, rechts erscheint ein Kalender beziehungsweise eine Liste mit Details zum aktuell ausgewählten Zeitraum. Diese Gliederungsansicht erinnert sehr stark an Microsoft Project.

Objekte mit Verknüpfungen

Gänzlich anders als das große Vorbild sind jedoch die Darstellungsmodi umgesetzt: Während Project in den Menübändern (Ribbons) alle Funktionen kapselt, bietet OmniPlan drei getrennte Möglichkeiten zur Darstellung der Inhalte einer Projektdatei an. Beim Programmstart ist die Vorgangsansicht aktiv, mit der sich einzelne Aufgaben erfassen lassen. Ein Vorgang entspricht jeder kleinen oder großen Aktion innerhalb eines Projekts, also zum Beispiel dem Schreiben eines Dokuments oder der Anfertigung eines Geräts.

Nachdem ein Vorgang als neuer Eintrag in der linken Spalte des Hauptfensters eingegeben wurde, kann rechts auf der Zeitleiste für alle Aktionen die exakte Dauer eingestellt werden: OmniPlan gestattet es, Einstellungen bis auf die Sekunde genau zu machen. Zu den Vorgängen können beliebig viele Notizen als Unterpunkt erfasst werden.

Mit den Typen "Gruppe" oder "Meilenstein" können reguläre Vorgänge so gewandelt werden, dass sie in dem Projekt eine besondere Rolle übernehmen. Genau wie in Microsoft Project lassen sich die einzelnen Vorgänge eines Projekts miteinander verlinken, um Abhängigkeiten abzubilden: Damit ist etwa darstellbar, dass eine Sendung an den Kunden erst nach der Produktion und dem Verpacken rausgehen soll. Die Verknüpfungen werden in OmniPlan entweder über den entsprechenden Knopf in der Menüleiste erzeugt, wofür aber immer zwei oder mehr Objekte gleichzeitig in der Zeitleiste markiert sein müssen. Ein wenig leichter geschieht das durch Ziehen der Enden eines Vorgang mit der Maus: Damit lässt sich auch die Zielposition am abhängigen Vorgang genau bestimmten. Das bedeutet, dass der Nutzer damit erfassen kann, dass für den Start eines Vorgangs ein anderer Vorgang mindestens schon zu fünfzig Prozent abgeschlossen sein muss.

Galerie: OmniPlan im Test

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OmniPlan läuft auch in der aktuellen Version noch unter dem alten Mac OS X 10.4. (Bild: Netzwelt)

Mitarbeiter und Ressourcen

In OmniPlan gibt es neben den Vorgängen einen separaten Dialog für die Organisation der Ressourcen, die zur Fertigstellung des Projekts notwendig sind. Eine Ressource muss nicht zwingend Geld oder Arbeitsmaterial für die Herstellung eines Produkts sein. Meistens werden unter dieser Bezeichnung in Microsoft Project oder OmniPlan nur die Mitarbeiter erfasst, die an einem Projekt arbeiten. In die Ressourcen-Ansicht gelangt der Nutzer, indem er auf das korrespondierende Symbol links oben in der Symbolleiste klickt, woraufhin sich das Hauptfenster ändert. In der linken Spalte von OmniPlan erscheinen alle Ressourcen.

Legt der Benutzer eine neue Ressource an, sollte er dieser einen möglichst treffenden Namen geben -also zum Beispiel direkt den Namen der Person eingeben. Sobald sie erfolgreich angelegt ist, zeigt OmniPlan einen neuen Punkt in der rechten Spalte des Hauptfensters an. Dort erscheinen sowohl die Vorgänge, als auch Ressourcen in der Übersicht. Durch einfaches Ziehen eines Vorgangs-Objekts auf den freien Platz in der horizontalen Ressourcen-Spalte werden beide Objekte einander zugeordnet - das Verhalten des Programms ist deutlich intuitiver als in Microsoft Project, sodass auch Einsteiger mit der Funktion leicht umgehen können.

Die Darstellung der Ressourcen ist aber nicht nur dazu gedacht, um neue Zuordnungen anzulegen. Ferner kann der OmniPlan-Benutzer aus ihr wertvolle Informationen darüber gewinnen, wie sich die Auslastung der einzelnen Ressourcen in seinem Projekt verhält. Durch die schöne grafische Aufbereitung in mehreren Farben ist leicht ersichtlich, wenn zum Beispiel ein bestimmter Mitarbeiter mit sehr vielen Vorgängen betraut und damit potentiell überlastet ist. Die Belastungsanzeige lässt sich über ein kleines Symbol auch abschalten.

Kalender und Datei-Formate

Ein Problem vieler anderer Projektverwaltungen ist es, dass sie zwar die Grundfunktionen gut beherrschen, aber etwa bei der Arbeitszeit der Mitarbeiter nicht die gesetzlichen Feiertage oder den Jahresurlaub auf das Projekt abbilden können. OmniPlan 1.7 ist dazu problemlos in der Lage: Im Darstellungsmodus für den Kalender muss der Nutzer sich zunächst entscheiden, ob er die reguläre Arbeitswoche als Standard festlegen möchte oder gleich einen individuellen Arbeitsplan erstellen will. Im Kalender kann er in beiden Einstellungen die verfügbare (Arbeits-)Zeit einer Ressource oder des gesamten Projekts ändern, was eventuell zu automatischen Verschiebungen der Zieltermine aller Vorgänge führt.

Hier arbeitet OmniPlan 1.7 exakt genauso wie Microsoft Project: Durch die Anpassung kann der Nutzer jederzeit sehen, wie nahe sein Projekt schon an der Fertigstellung ist und gegebenenfalls durch Aktivierung weiterer Ressourcen schneller werden.

Bei der Implementierung der Dateitypen haben sich die Entwickler große Mühe gegeben: So kann OmniPlan natürlich problemlos Dateien aus OmniGraffle und OmniOutliner lesen, was für den Import bereits angelegter Aufgaben sehr nützlich ist. Neben CSV-Dateien mit kommaseparierten Werten, die auch Microsoft Excel oder OpenOffice.org erzeugen kann, versteht das Programm die diversen Dateitypen aus MS Project. Dazu gehören sowohl Project MPP, als auch die neueren Formate auf mit XML als Grundlage (.MPX, .XML).

Beim Export stehen die genannten Typen natürlich auch wieder zur Verfügung. Zusätzlich kann der Benutzer seine Projekte als iCal-Kalender speichern, um sie im gleichnamigen Programm aus Mac OS X zu importieren. Der Export in eine Bilddatei ist nur begrenzt nützlich, da hier die Übersichtlichkeit der Projektdarstellung und der Zuordnungen zu stark leidet oder bei einem teilweisen Export wichtige Daten verloren gehen.

Fazit

OmniPlan 1.7 kann Projektsoftware wie Microsoft Project auf dem Mac problemlos ersetzen: Das Programm erlaubt die gezielte Steuerung aller wichtigen Ressourcen, besonders natürlich der beteiligten Mitarbeiter. Besonders die Zuordnung eines Mitarbeiters zu einem Vorgang ist besonders leicht. Einzig die Tatsache, dass OmniPlan als Insellösung konzipiert ist und keine Möglichkeit zur Kommunikation mit einem Server-Betriebssystem (ähnlich dem Microsoft Project Server) bietet, begrenzt das Einsatzgebiet der Software. Für zukünftige Versionen sollte der Hersteller noch einmal den recht hohen Lizenzpreis von hundert Euro überdenken, der besonders für Nutzer mit privaten Hintergrund nicht angemessen ist.

Kommentare zu diesem Artikel

Seit jeher steht Microsoft Project als Teil der Office-Produktlinie für die professionelle Verwaltung von Projekten am PC. Leider gibt es kaum vergleichbare Programme für den Mac, den immer mehr geschäftliche Nutzer einsetzen. OmniPlan ist hier eine löbliche Ausnahme, die sich netzwelt genauer angesehen hat.

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Seit jeher steht Microsoft Project als Teil der Office-Produktlinie für die professionelle Verwaltung von Projekten am PC. Leider gibt es kaum vergleichbare Programme für den Mac, den immer mehr geschäftliche Nutzer einsetzen. OmniPlan ist hier eine löbliche Ausnahme.
http://www.netzwelt.de/news/86164-omniplan-1-7-test-menschen-projekte-koordinieren.html
2011-04-05 09:29:00
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