Wohnen im Puppenhaus
Im Kurztest: Germany's next Topmodel 2011
Die Quote von "Germany's next Topmodel" stimmt nach verpatztem Staffelstart wieder - Zickenkrieg, Zombie-Shootings und dem gewohnt tränenreichen Zwangsumstyling der Kandidatinnen sei Dank. Mit derlei Aufregern kann das obligatorische PC- und Konsolenspiel allerdings nicht aufwarten. Hier wird allenfalls versucht, durch ein nervös blinkendes PDA so etwas wie Hektik und Starglamour zu erzeugen.
Termine, Termine, Termine - ständig erinnert das elektronische Helferlein daran, was das anfangs aus wenigen Versatzstücken zusammengebastelte Nachwuchsmodel noch so alles nach dem Aufstehen zu tun hat. Das richtige Outfit finden etwa. Eine der zeitraubendsten Tätigkeiten überhaupt. Denn fast jeden Tag gibt's neue Styling-Aufgaben, die es umzusetzen gilt. Mal soll man als Cowgirl durch die Model-WG stolzieren, mal als freches Schulmädchen. Kreativität ist allerdings nicht gefragt: Klamotten, Make-up, Frisur - alles wird genau vorgeben. Die einzige Schwierigkeit besteht darin, sich zu erinnern, ob die Wangen nun in Halb- oder Vollmond-Form gepudert werden müssen. Je genauer man die Vorgaben erfüllt, desto mehr Kohle landet auf dem Model-Konto. Damit lassen sich neue Klamotten oder Verschönerungen fürs eigene Zimmer finanzieren.
Ebenfalls weit oben auf der Tagesordnung: viele sinnfreie Gespräche mit den virtuellen Abziehbildern von Lena Gercke, Sara Nuru und Co. führen. Die begrüßen einen zwar noch nett und führen in die grundlegenden Spielmechanismen ein. Allerdings verschlägt es ihnen schon bald nahezu komplett die Sprache. Mehr als ein "Hihi" oder "Uhh" wird man von den Mitbewohnerinnen nur noch in eingespielten Kurzstatements hören, die dem TV-Vorbild ähneln. Allerdings fehlt in diesem Punkt der wichtigste Faktor: die Jury. Die ist zwar im Spiel vorhanden. Doch Heidi heißt hier Celine. Und das Duo Thomas und Thomas wurde durch virtuelle Figuren namens Richard und Franco ersetzt - warum eigentlich?
Puh, auf die Enttäuschung sollte man wohl erst einmal ein paar Früchte in bester "Bejeweled"-Manier sortieren. Das hilft um schlappe Models wieder fit zu machen. Im Vorgänger musste man noch regelmäßig zum Kühlschrank maschieren, um die Energieleiste aufzufüllen, bekam dann aber nicht selten ein schroffes "Nicht so viel futtern, sonst rollst du!" zu lesen ...
Im Test: Germany's next Topmodel 2011
Auch zur aktuellen Staffel von "Germany's next Topmodel" gibt's wieder ein Spiel. Zwar mit den virtuellen Abziehbildern von Lena Gerke, Sara Nuru und Co. - aber mal wieder ohne Model-Mama Heidi Klum. (Bild: SevenOne Intermedia)
Nur nicht stolpern: Während des Catwalks muss man die Balance mit den Analogsticks halten. (Bild: SevenOne Intermedia)
Wer die vorgegebenen Bewegungen mit dem Analogstick des Gamepads richtig nachahmt, hat beim virtuellen Fotoshooting Erfolg. (Bild: SevenOne Intermedia)
Ständig hechelt man durch die Model-Villa, um die jeweilige Tagesaufgabe umzusetzen. Haare, Make-up und Styling müssen zum vorgegebenen Motto passen, sonst gibt's Kritik von der virtuellen Jury. (Bild: SevenOne Intermedia)
Yoga hilft ebenfalls, um zu entspannen, erfordert aber wie Boxen und Spinning deutlich mehr Einsatz und Reaktionsvermögen. Die Anstrengung, die öden Mini-Geschlichkeitseinlagen in Angriff zu nehmen, zahlt sich spätestens beim Laufen über den Catwalk aus. Dort gilt es nämlich, das Gleichgewicht zu halten und blitzschnell vorgegebene Knöpfchen zu drücken. Wahlkandidaten werden von der Jury und dem Publikum, das sich seine Meinung über die Nachwuchsmodel hauptsächlich aus den Gesprächen bildet, gnadenlos aussortiert.
Alle anderen, die weder Zickenkrieg noch Abwechslungsarmut fürchten, werden nach erfolgreichen Competitions und Entscheidungsshows dagegen zu Shootings oder internationalen Modeschauen vor einer Fototapete eingeladen. Dafür gibt's aber leider kein Foto - und erst recht keine Kaufempfehlung. Auch wenn diesmal ein Mehrspielermodus dabei ist.
Datenblatt
| Germany's next Topmodel 2011 | |
| Spielname | Germany's next Topmodel 2011 |
| Hersteller | SevenOne Intermedia |
| Vertrieb | dtp |
| Genre | Geschicklichkeit |
| Erhältlich ab | 18.03.2011 |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN Code | 4260153363179 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger |
| Alter | ab 0 Jahren |
| Multiplayer | 1-2 |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | ausreichend |
| Bewertung Steuerung | befriedigend |
| Bewertung Sound | ausreichend |
| Bewertung Spielspass | ausreichend |
| Bewertung Gesamt | ausreichend |
| System | PlayStation3 |
| System | Mac OS X |
| System | Nintendo DS |
| System | PC |
Nachricht bereitgestellt von teleschau - der mediendienst
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir folgende redaktionelle Übersichten erstellt: Mac OS X und Sony Playstation 3.

Steht bei diesem Game auch schon fest, wer im Finale ist? Ich finde die aktuelle Staffel in der Hinsicht zum Kotzen, dass derartigen Spekulationen Raum gelassen wird. Es sind jede Menge Falschmeldungen dabei.