Studie soll Modelle vergleichen
Illegale Downloads: Wirtschaftsministerium prüft Verwarnungsmodell
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) will Modelle zur Eindämmung der Internetpiraterie prüfen. Eine Studie soll hierzu die in anderen europäischen Ländern bestehenden so genannten Warnhinweismodelle vergleichen und ihre Auswirkungen darstellen. Das geht aus einer nun veröffentlichten Ausschreibung des BMWi hervor. Blogger fürchten das ein entsprechendes Modell auch in Deutschland eingeführt werden soll.
Bei den so genannten Warnhinweismodellen verschicken Internetanbieter auf Aufforderung von Rechteverwertern eine Warnung an Internet-Nutzer, deren IP-Adresse in Zusammenhang mit illegalen Downloads ermittelt wurde. Dem Nutzer droht zunächst keine Strafe, erst nach mehreren Verwarnungen wird juristisch gegen ihn vorgegangen. Stattdessen soll der Warnhinweis abschrecken. Entsprechende Modelle gibt es bereits in Frankreich und Großbritannien. In Frankreich droht Raubkopierern nach drei Verwarnungen beispielsweise eine Sperrung des Internetzuganges für bis zu einem Jahr.
BMWi dementiert Gesetzesvorhaben
Eine entsprechende Regelung fordern Branchenverbände seit längerem auch in Deutschland. Die Studie, für die das BMWi noch einen Auftragsnehmer sucht, könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein. Das befürchten prominente deutsche Blogger wie etwa Markus Beckedahl von netzpolitik.org. Das BMWi dementiert dies.
Gegenüber Spiegel Online erklärte ein Sprecher des Ministeriums: "Mit der Vergabe der Studie ist keine Präjudizierung für eine Gesetzesinitiative des BMWi verbunden. Der Prozess ist ergebnisoffen. Vor diesem Hintergrund gibt es auch keine Überlegungen zur konkreten Ausgestaltung eines Modells." Der Brennerstudie 2010 der Musikindustrie zufolge ist die Zahl der illegalen Downloads in Deutschland rückläufig. Sie betrug 2009 aber immer noch 259 Millionen. Bislang geht die Industrie hiergegen mit Abmahnungen vor. 2010 wurden beispielsweise einer Studie des Vereins gegen den Abmahnwahn zur Folge 575.800 Abmahnungen versandt.

Mehr als 450.000 Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen verschickten deutsche Anwälte im Jahr 2009. Das geht aus einer Studie des Vereins zur Hilfe und Unterstützung gegen den Abmahnwahn e.V. hervor. Die Organisation wertete für ihre Untersuchung knapp 2.700 Datensätze von Betroffenen aus.
Eine Million Jugendliche erhalten in Frankreich demnächst bis zu 25 Euro vom Staat, wenn sie Musik legal im Internet kaufen. Insgesamt kostet die Aktion Frankreich bis zu 50 Millionen Euro.
Filesharing kann teuer werden: Bis zu 1.317 Euro forderten Rechteinhaber und ihre Anwälte für eine der fast 600.000 im Jahr 2010 versendeten Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen in Internet-Tauschbörsen.
Die Industrie entlarvt mittlerweile pro Monat 300.000 Filesharer. Durch die verbesserte Strafverfolgung sinkt die Zahl der illegalen Downloads zunehmend. Der eco-Verband hält daher Internetsperren wie in Frankreich für unnötig.
Könnte es in Deutschland bald ein Three-Strike-Verfahren ähnlich der französischen HADOPI-Methode geben? Das Ergebnis einer nun veröffentlichten Studie könnte dies nahe legen.
Die neue Wissensplattform Alexandria ist ein Ergebnis des Forschungsprogramms Theseus. Seit 2007 entwickelten Wissenschaft und Industrie gemeinsam in insgesamt sechs Anwendungsbereichen. Einen davon, die Wissensplattform Alexandria, können Nutzer nun selbst ausprobieren.
Bereits im letzten Jahr einigten sich US-amerikanische Internetprovider darauf, künftig stärker gegen Internetpiraterie vorzugehen. Ein entsprechendes Programm könnte ab Sommer auch zu Internetsperren führen.





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insgesamt 1 BeitragDie Idee finde ich ganz gut. Ich denke nicht, dass die Kinowerbung von der Mutter und ihren singenden Kindern vor dem Gefängnis zur Abschreckung von Raubkopieren viel bringt. Wenn denen durch eine Warnung dann aber...