FSM-Jahresbericht veröffentlicht

Internet-Beschwerdestelle: So viele Meldungen wie noch nie

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) hat den Jahresbericht von 2010 veröffentlicht. Daraus wird deutlich, dass im vergangenen Jahr mehr Beschwerden eingereicht wurden als in den Jahren zuvor.

Über das Beschwerdeformular der FSM können jugendgefährdende Seiten gemeldet werden. (Bild: Screenshot)
Über das Beschwerdeformular der FSM können jugendgefährdende Seiten gemeldet werden. (Bild: Screenshot)
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2010 gingen insgesamt 2.389 Beschwerden bei der FSM ein, im Jahr 2009 waren es mit 2.180 Beschwerden rund zehn Prozent weniger. Seit Gründung der FSM 1997 ist die Anzahl der Beschwerden stetig auf nun insgesamt über 16.000 Stück angestiegen. Jeder der jugendgefährdende Online-Inhalte melden möchte, kann sich kostenlos an die Beschwerdestelle der FSM wenden oder die gemeinsam mit eco betriebene Internet-Beschwerdestelle nutzen.

So teilen sich die Beschwerden auf

Beschwerden über kinderpornografische Inhalte im Netz sind 2010 im Vergleich zu 2009 um zehn Prozent zurückgegangen und machten 29 Prozent der Meldungen aus. Dem Bundes- und den Landeskriminalämtern zufolge lässt sich der allgemeine Rückgang der Verbreitung solcher Inhalte teilweise mit einem Ausweichen der Täter auf Peer-to-Peer-Netzwerke erklären. Auch die Beschwerden über Pornografie sind zurückgegangen - und zwar von zwölf auf acht Prozent. Gleich geblieben ist der Anteil der Beschwerden zu rechtsradikalen Inhalten, der weiterhin bei fünf Prozent liegt.

Deutlich häufiger kamen dagegen Beschwerden über jugendgefährdende Inhalte vor. Die Zahlen stiegen hier von 21 auf 33 Prozent an, wobei die FSM dies auf einen Beschwerdeansturm über eine bestimmte Seite mit Darstellungen von Tierquälerei zurückführt. Von den eingegangenen Beschwerden aus der Bevölkerung richteten sich deutlich weniger gegen Seiten aus Deutschland. Hier gingen die Zahlen von 35 im Jahr 2009 auf 17 Prozent zurück. Etwa 40 Prozent der Beschwerden hatten Webseiten aus den USA zum Inhalt.

Technischer Jugendmedienschutz

Für die FSM spielt außerdem der technische Jugendmedienschutz eine wichtige Rolle, auch wenn der JMStV abgelehnt wurde. 2010 hat die FSM eigenen Aussagen zufolge intensiv an der Erarbeitung eines Altersklassifizierungstools gearbeitet, das Anbietern bei der Einstufung ihrer Inhalte unterstützen soll.

Außerdem hat sie eine Marktanalyse vorhandener Schutzfilter durchgeführt. Solche Filter können unter anderem den Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) aufnehmen. Vor kurzem wurde darin die Seite isharegossip.com aufgenommen.

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