Antrag erfolgte im Februar

iShareGossip: Internetseite wegen Jugendgefährdung indiziert

Die Internetseite "isharegossip.com" steht seit kurzem auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Dies geht aus einem Indizierungsantrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zurück.

Die Richtlinien für Moderatoren bei iShareGossip enthalten gerade einmal zwei Kriterien. (Bild: Screenshot)
Die Richtlinien für Moderatoren bei iShareGossip enthalten gerade einmal zwei Kriterien. (Bild: Screenshot)
Werbung

Das Bundesministerium hat den Antrag für die Indizierung von iShareGossip bereits am 9. Februar gestellt. Seit dem 24. März ist die Seite nun auf dem Index. Das bedeutet, dass die Seite auf Grund einer freiwilligen Selbstkontrolle nicht mehr über die großen Suchmaschinen gefunden werden kann. Außerdem wird die Seite in das BPjM-Modul aufgenommen und so von vielen Filterprogrammen erfasst und blockiert.

Jugendgefährdung durch Cybermobbing

Für das Bundesministerium ist eine Jugendgefährdung bei iShareGossip gegeben, weil das Angebot die Möglichkeit biete, Cybermobbing zu betreiben, indem anonym herabwürdigende Äußerungen über andere Personen verbreitet werden können. Des weiteren ist das Ministerium der Meinung, dass eine Jugendgefährdung vorliegt, weil Jugendliche den im Internetangebot propagierten rücksichtslosen und antisozialen Umgang mit Anderen in ihr eigenes Verhalten übernehmen könnten.

Bei iShareGossip können Nutzer anonym ihre Meinung zu sämtlichen Themen verbreiten, oftmals handelt es sich dabei um Gerüchte, fremdenfeindliche Aussagen und Aussagen, die anderen Menschen schaden können. Vor ein paar Tagen kam es dann im Zusammenhang mit Mobbing auf der Seite sogar zu einer Schlägerei in Berlin Wedding. Ein 17-Jähriger wurde von mindestens 20 Jugendlichen so schwer verletzt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Plattform möchte mehr Transparenz schaffen

In den FAQs zum Sinn von iShareGossip wird erklärt, dass die Plattform mehr Transparenz im Internet schaffen möchte. Anders als bei sozialen Netzwerken wie FacebookStudiVZ oder SchülerVZ, können Nutzer dabei anonym ihre Meinung sagen. Es heißt in den FAQs allerdings auch, dass die Inhalte bestimmten Verhaltensrichtlinien unterliegen.

Diese Moderatorenrichtlinien beinhalten dann genau zwei Kriterien, wonach die Inhalte als "Spam zu markieren" sind oder in den unmoderierten Bereich verschoben werden können. Die Texte oder Bilder dürfen demnach zum einen keine Pornographie enthalten. Hier wird dann auf Wikipedia für eine Definition des Begriffs verwiesen. Zum anderen geht es um "Beiträge mit 0% Inhalt oder Sinn". Hier wird nicht näher beschrieben, was darunter verstanden wird. Aus dem Impressum geht hervor, dass die Seite nicht in Deutschland, sondern im lettischen Riga gemeldet ist.

Links zum Thema

Kommentieren