Neue Softwarestandards für das Netzmanagement

Bündnis: Facebook, Google und Telekom wollen Datenverkehr neu regeln (Update)

Bündnis: Facebook, Google und Telekom wollen Datenverkehr neu regeln (Update) Google, Facebook und die Telekom haben sich mit Microsoft, Verizon und Yahoo zur Open Networking Foundation zusammengeschlossen. Das Büdnis will den Datenverkehr im Netz neu regeln und setzt sich für die Verbreitung des von der Universität Standford und der Universität California entwickelten Software-Defined Networking (SDN) Standards ein.

Damit könnte das Bündnis das seit dem Bestehen des Netz vorherrschende Prinzip der Netzneutralität aufheben. Statt jedes Bit mit der gleichen Priorität zu übertragen, könnten Netzbetreiber stattdessen einzelnen Diensten eine Art Vorfahrt einräumen. Sinn ergibt dies vor allem bei datenintensiven Diensten in Netzen, in denen die Bandbreite noch beschränkt ist - beispielsweise im mobilen Internet.

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Diskussion dürfte neu entflammen

Google und Verizon hatten schon im vergangenen Jahr gemeinsam erklärt, dass sie das Prinzip der Netzneutralität in Bezug auf das mobile Internet für überholt halten. Telekom-Chef René Obermann hatte sich 2010 ebenfalls für ein Ende der Netzneutralität stark gemacht. Nach Wunsch der Netzbetreiber sollen Unternehmen, die mit ihren Internet-Diensten für hohe Datenaufkommen sorgen, etwa das zu Google gehörende Video-Portal YouTube, für eine stabile Übertragung ihres Datenverkehrs Abgaben an die Netzbetreiber leisten.

Kritiker fürchten jedoch, dass dadurch kleinere Start-Ups die Chance genommen wird sich am Markt zu etablieren, da sie nicht über die finanziellen Mittel verfügen wie die großen Konzerne. In den USA und Deutschland wurden im vergangenen Jahr daher Rufe laut, die Netzneutralität gesetzlich zu verankern. Doch die Chancen der Open Networking Foundation das Internet und seine Verkehrsregeln zu verändern stehen gut. Neben den sechs großen Unternehmen haben sich bereits 17 weitere Firmen dem Bündnis angeschlossen, darunter auch Dell, HP und IBM.

Update 23. März: Stellungnahme Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom hat gegenüber netzwelt dementiert, dass das Ziel der Open Networking Foundation die Aufhebung des Prinzips der Netzneutralität sei. Vielmehr wolle die Initiative gemeinsame Softwarestandards für das Netzmanagement erarbeiten. Diese zielten aber nicht auf eine unterschiedliche Priorisierung von Datenpaketen. "Vielmehr geht es beispielsweise darum, Router von unterschiedlichen Herstellern einheitlich steuern zu können. Das bedeutet etwa, dass der Verkehr besser umgeleitet werden kann, wenn ein Router überlastet ist", sagte Telekom-Pressesprecher Philipp Blank gegenüber netzwelt.

"Die Open Networking Foundation ist eine offene Forschungsinitiative. Jedes Unternehmen - auch kleinere - können sich daran beteiligen. Insofern ist der Verdacht falsch, dass die Großen Regelungen zu Lasten kleinerer Anbieter treffen wollen", sagte Blank. Die Initiative sei vergleichbar mit der Open Headset Alliance, die das offene Betriebssystem Android als Alternative zu geschlossenen Systemen auf dem Mobilfunkmarkt etabliert hat. Eine unterschiedliche Priorisierung von Datenpaketen sei zudem bereits heute möglich, dafür bedürfe es keiner Allianz. Die Deutsche Telekom hat zudem zum Thema "Netzneutralität" umfassend Stellung bezogen, den Link zu dieser Stellungnahme finden Sie am Ende des Artikels.

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Beiträgeinsgesamt 1 Beitrag

"Büdnis" Buchstabendreher. :)

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