Unerlaubtes Aufzeichnen von WLAN-Daten
Street View in Frankreich: Google muss 100.000 Euro Strafe zahlen
Google muss in Frankreich eine Geldstrafe von 100.000 Euro zahlen. Diese Summe legte die französische Datenschutzbehörde CNIL fest. Grund für die Strafe sind die WLAN-Erfassungen der Google Street View Autos.

Die Commission nationale de l’informatique et des libertés (CNIL) in Frankreich hat Google eine Strafe von 100.000 Euro auferlegt. Die Datenschutzbehörde hat in ihren Untersuchungen seit Ende 2009 mehrere Verstöße gegen das französische Datenschutzgesetz festgestellt. Dabei geht es insbesondere um das Sammeln von WLAN-Daten ohne dass die Besitzer etwas davon wussten sowie um das Speichern von nutzerspezifischen Daten wie E-Mails.
WLAN-Daten wurden aufgezeichnet
Diese Daten wurden von Street View Autos aufgenommen, während die Kamera-Autos unterwegs waren, um Straßenaufnahmen zu machen. Zunächst hieß es, dass lediglich die WLAN-Daten unverschlüsselter Netze aufgezeichnet wurden. Später stellte sich heraus, dass teilweise sogar Passwörter und E-Mails mit ausgelesen wurden. Eine unabhängige Untersuchung hat ergeben, dass Google zwar Daten gespeichert, aber nicht ausgewertet hat.
Die Ermittlungen der französischen Datenschutzbehörde Ende 2009 und Anfang 2010 haben ergeben, dass auch in Frankreich WLAN-Daten aufgezeichnet wurden. Im Mai 2010 hat die CNIL von Google verlangt, das Sammeln der Daten ohne dass die betroffenen Personen davon wissen einzustellen und eine Kopie der bereits vorhandenen Daten vorzulegen.
Identifikation von Nutzern möglich
Nach Durchsicht der von Google vorgelegten Daten konnte die CNIL bestätigen, dass neben technischen Daten wie dem Namen des Netzwerks oder der Mac-Adresse des Routers auch persönliche Daten wie Passwörter, E-Mail-Adressen oder Verbindungen zu Internetseiten aufgezeichnet wurden. Dadurch wäre eine Identifikation von Nutzern möglich.
Die französische Behörde ist der Auffassung, dass Google auch weiterhin nicht davon absieht Daten zu sammeln, mit denen individuelle WLAN-Zugriffspunkte identifiziert werden können. Zwar finde das Sammeln nicht mehr mit Hilfe von Street View Cars statt, stattdessen direkt über das Smartphone von Nutzern mit dem Geolokalisierungsdienst Latitude.
