Von Treibern, Patronen, Flecken und Verpackungen
Kommentar: Nervtötende Tintenstrahldrucker
Mein erster Drucker, vor etwa 20 Jahren gekauft, war ein Nadeldrucker von Citizen. Machte einen sägezahnartigen Lärm beim Drucken, war aber billig und unverwüstlich. Danach ging es nur noch bergab. Mein zweiter Drucker war ein HP Deskjet 520, dann kam ein Lexmark Z65, anschließend wieder ein Multifunktionsgerät von HP. Jetzt habe ich gerade einen Canon MP 970. Mal sehen wie lange. Wie kann man nur so dumm sein und sich trotz schlechter Erfahrungen immer wieder einen neuen Tintenstrahler kaufen. Zu meiner Entschuldigung bringe ich vor, dass meine Frau keinen Laserdrucker in der Wohnung haben will. Wegen der krebserregenden Tonerpartikel. Verständlich, Gesundheit geht vor, also bleibt für Privatleute nur ein Tintenstrahler.

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Eigentlich sind diese Geräte großartig. Fantastische Druckqualität, vor allem bei Fotos, niedriges Betriebsgeräusch und keinerlei Gesundheitsbedenken bei der Tinte. Ich schätze mal, selbst wenn man eine Kartusche Cyan trinken würde, würde einem das nichts ausmachen. Ist ja fast nichts drin, nur 13 Milliliter. Und damit beginnt das Problem.
Der Preis
Der Canon MP 970 gibt Fotos in exzellenter Qualität aus und bietet auch ein ziemlich gutes Scan-Modul. Aber eine Farbpatrone kostet ungefähr 15 Euro. Ist da ein Parfüm drin, Chanel No. 5 vielleicht. Dafür ist mir im Duft aber die Kopfnote etwas zu muffig. Wenn ich einen kompletten Satz Patronen kaufe, bin ich auf einen Schlag 100 Euro los.
Schon klar, die Tinte ist ein hochwertiges Gemisch, da haben Wissenschaftler dran geforscht und der Hersteller will auch noch was daran verdienen. Trotzdem: Es handelt sich um Druckertinte, also ein Verbrauchsprodukt für den Büroalltag. Keine Raketentechnologie. Da ist ein so hoher Preis unangemessen.
Aber Canon ist mit dieser Preispolitik in guter Gesellschaft. HP, Lexmark und Epson machen es auch nicht anders. Das Geschäftsmodell der Industrie, Drucker günstig zu verkaufen, die Tinte dafür extrem teuer, ist eines der immerwährenden Ärgernisse der Computerbranche. Die Hersteller brauchen sich dann nicht zu wundern, wenn die Kunden auf Refills und Nachbauten setzen. Die Strategie der Originalhersteller, mit immer neuen Patronensystemen die Dritthersteller abzuhängen, wird ebenfalls auf dem Rücken der Kunden ausgetragen, da diese beim Nachkauf von Tinte mit einer verwirrenden Vielfalt von Patronen und Druckermodellen konfrontiert sind.

Tintenfinger hin oder her: Tintenstrahldrucker sind klasse. Allerdings hat es mich auch verstört, dass ich anstelle des Tintenwechsels jedesmal einen neuen Drucker hätte kaufen können -...
Hallo Herr Toprak, Sie haben ja völlig Recht: Bei den Druckerherstellern könnte man auch von einer Mafia sprechen. Zuerst wird der Kunde mit billigen Druckern gelockt und bei der Tinte wird er dann...