Fröhliche Einfaltspinsel auf der einen, Intelligenzbestien auf der anderen Seite

Verkehrte Netzwelt: 2045 - Das schwarze Loch der Intelligenz

Betrachtet man das derzeitige Treiben der Menschheit, und zieht daraus Rückschlüsse auf deren Intelligenz, dann kommt man zu keinem sehr günstigen Urteil.

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Einer der ersten Supercomputer: IBMs Stretch hatte 150.000 Transistoren und konnte 100 Milliarden Rechenoperationen pro Tag ausführen. Die Anlage wurde Ende der 50er Jahre gebaut. (Foto: IBM)
Einer der ersten Supercomputer: IBMs Stretch hatte 150.000 Transistoren und konnte 100 Milliarden Rechenoperationen pro Tag ausführen. Die Anlage wurde Ende der 50er Jahre gebaut. (Foto: IBM)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Sprüche von der Lochkarte
  2. 2Computer werden immer klüger
  3. 3Pionier für Künstliche Intelligenz
  4. 4Die Intelligenz der Ratte
  5. 52045: Die Singularität
  6. 6Dumm lebt es sich besser
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Ein Beispiel hierfür ist die Atomkatastrophe in Japan. Da haben Experten der Hightech-Nation ein Kernkraftwerk ans Meer gebaut. Sie wussten doch wohl, dass Japan ein Erdbebengebiet ist und dass es in Chile schon einmal ein Erdbeben der Stärke 9,5 gegeben hatte. Sie wussten auch, dass Seebeben häufig mit Tsunamis einhergehen. Auf die Idee, das Kernkraftwerk Fukushima I entsprechend auszurüsten, sind sie trotzdem nicht gekommen. Vor zwei Jahren hatte laut Wikileaks ein Vertreter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) die Verantwortlichen gewarnt. Passiert ist fast nichts. Für diese Dummheit müssen jetzt viele Menschen und besonders die Arbeiter im havarierten Kraftwerk mit ihrer Gesundheit und einige vielleicht sogar mit ihrem Leben bezahlen. 

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Sprüche von der Lochkarte

In Deutschland erklären Atomkraftbefürworter: "Bei uns gibt es ja niemals keinen Tsunami nicht. Und deshalb kann bei uns auch nichts passieren." Ob es so besonders schlau war, wie die Regierung Merkel sich in den letzten Monaten zum Thema Kernenergie gestellt und jetzt auf die Krise in Japan reagiert hat, daran kann man ebenfalls zweifeln. Vielleicht hat die Regierung ihren Positionswechsel - von der Laufzeitverlängerung zum "Moratorium" - auch nur deshalb so schnell und auf diese Weise vollzogen, weil sie die Wähler selbst für dumm hält. Viele Politiker glauben, die Bürger könnten in ihrer blinden Angst differenzierte Argumente nicht verstehen und flüchten sich deshalb in dümmliche Sprüche aus der rhetorischen Lochkartenmaschine. Klar, ist ja wieder Wahlkampf und da sind intelligente Diskussionen nicht so gefragt.

Auch in anderen Ecken der Welt scheint die Dummheit zu regieren. In Nordafrika und im Nahen Osten unterdrücken Despoten Meinungsfreiheit und Demokratie - und damit eine grundlegende Bedingung für die Entfaltung intelligenten Handelns -, obwohl sie doch wissen müssten, dass es am Ende jeden Despoten mal erwischt.

Richtet man das prüfende Auge auf das Verhalten der Menschen in Sachen Umweltschutz, Ernährung und Ökologie, kommt man zu keinem besseren Urteil. Wenn es so etwas gäbe wie einen IQ der Praktischen Intelligenz für die Menschheit, so läge der wohl erschreckend niedrig. Wäre unser Planet ein Klassenzimmer und die Geschichte eine Schulausbildung, dann wäre der Mensch der ewige Sitzenbleiber. Vorrücken ausgeschlossen.

Vielleicht ist das ja der Grund, warum sich bisher noch keine Aliens aus anderen Galaxien bei uns gemeldet haben. Denen sind wir einfach zu doof. 


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