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Internet Explorer 9: Mehr Sicherheit, Tempo und Übersicht
Software steht zum Download bereit

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Einfacher zu bedienen, sicherer und schneller - Microsoft hat die finale Version des Internet Explorer 9 zum Download freigegeben. Augenfälligstes neues Merkmal für den Nutzer ist der Zugewinn an Platz zum Surfen.

Microsoft hat die finale Version seiner Navigationssoftware fürs Web Internet Explorer 9 zum Download freigegeben. Neben mehr Schutz für die Privatsphäre ermöglicht die Software auch schnelleres Surfen im Internet. Ein schlankere Bedienoberfläche bietet zudem mehr Übersicht.

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Immer mehr Nutzer surfen im Internet und gleichzeitig werden Anwendungen zunehmend ins Web verlagert. Das stellt Browser-Entwickler vor neue Herausforderungen. Microsoft versteht die neue Version seines Internet Explorers 9 denn auch als Software, bei der das Surf-Erlebnis vor überbordenden Funktionen steht. "Der Browser soll die Bühne sein, die Web-Anwendung läuft im Hintergrund", sagte Dorothee Ritz, General Manager Consumer & Online von Microsoft bei der Vorstellung der neue Navigationssoftware des Unternehmens in Hamburg.

Augenfälligstes Beispiel dafür ist das neue, schlanke und schmale Design des Internet Explorers 9. "Der Internet Explorer 9 stellt den Nutzern am meisten Platz zur Verfügung im Vergleich zu allen anderen Webbrowsern", sagte Daniel Melanchton, Technologie-Berater von Microsoft bei der Präsentation. Adressleiste und Suchfeld etwa sind nicht mehr zwei getrennte Elemente wie noch in der Vorgängerversion, sondern in einer Eingabeleiste integriert. Googles Chrome-Browser scheint hier ein Vorbild gewesen zu sein. Registerkarten, auch Tabs genannt, werden neben der Eingabeleiste geöffnet.

Microsoft stellte den Internet Explorer 9 im Hamburger Planetarium vor.

Webseiten lassen sich an die Taskleiste "heften" 

In Windows 7 hat die so genannte "Pinned Websites"-Funktion Einzug gehalten. So lassen sich Programmsymbole direkt auf die Taskleiste legen. Das funktioniert auch mit Webseiten im Internet Explorer 9. Sinnvoll ist der Einsatz für den Nutzer logischerweise bei häufig besuchten Adressen - der Nutzer muss einfach auf die abgelegte Webseite klicken und nicht vorher das Surfprogramm starten. Auch gesicherte Verbindungen werden dabei aufrecht erhalten. Mit der rechten Maustaste lässt sich die Webseite aus der Taskleiste herauslösen oder etwa auch auf der Seite surfen, ohne Spuren zu hinterlassen (InPrivate-Browsing). Für Webseiten wie Facebook oder E-Mail-Anbieter ist dabei der Aufruf von speziellen Funktionen möglich  - etwa persönliche Nachrichten auf dem sozialen Netzwerk.

Microsoft hat beim Internet Explorer auch in Sachen Tempo nachgebessert. Vor allem die neue Javascript-Engine "Chakra" soll für flüssigeres und schnelleres Surfen im Web sorgen. Microsoft hatte im letzten Jahr vermeldet, die Konkurrenz bei der Javascript-Geschwindigkeit links liegen gelassen zu haben. Dagegen argumentierten Entwickler, das Unternehmen habe bei dem beliebten Javascript-Benchmark SunSpider getrickst. Fest steht nach allen Tests der Vorab-Versionen des Internet Explorer 9: Bei der Javascript-Performance kann der Browser mit Chrome und Firefox mithalten.

Daniel Melanchton, Technologie-Berater für Microsoft, stellte die neuen Funktionen vor.

"Wir setzen voll auf HTML5"

"Web-Anwendungen müssen so laufen wie PC-Anwendungen", sagt Dorothee Ritz von Microsoft. Hierfür setzt das Unternehmen im Internet Explorer 9 auf verbesserte Hardware-Beschleunigung: Auch die Grafikkarte unterstützt das Berechnen von Bildern, Videos und Texten im Web. Zudem unterstützt das Surf-Programm wie die Konkurrenz die Webstandards CSS3 und HTML 5. Im Falle von HTML5 werden Erweiterungen für das Abrufen von Videos hinfällig - zumindest theoretisch.

"Wir setzen voll auf HTML5", sagt Melanchton. Quellcode, der einmal geschrieben wurde, solle in allen Browsern gleich aussehen. Trotzdem bleibt die eigentliche Frage, wie der Standard von den Entwicklern eingebaut wird, was auch der Berater so sieht. Auch die Verwendung unterschiedlicher Videocodecs, wie sie derzeit praktiziert wird, läuft der Idee der plattformübergreifenden HTML 5-Webtechnik zuwider. Microsoft etwa baut auf den H.264-Codec, während Google auf VP8/WebM setzt. Ob Microsoft auch diesen Codec unterstützen wird, ist noch offen.

Beim HTML5-Rendering zeigen sich kleine, aber feine Unterschiede zwischen den Browsern verschiedener Hersteller.

Schutz gegenüber Werbetreibenden

Zum besseren Schutz der Privatsphäre integriert Microsoft eine Funktion namens Tracking-Protection, die im Internet Explorer 9 unter den Einstellungen am rechten oberen Bildschirmrand aufgerufen werden kann. Einmal aktiviert, haben Anwender so die Möglichkeit, Informationen, die während des Surfens von Drittanbietern gesammelt werden, besser zu kontrollieren.

Die Sperrung oder Freigabe von Webseiten ist in Form von Listen zugänglich. Nutzer können diese selbst anlegen oder von anderen Anbietern übernehmen. Der Internet Explorer 9 sammelt auch selbständig Einträge, die Blockierung kann entweder beibehalten oder wieder freigegeben werden. Per Voreinstellung ist die Liste auf zehn Einträge begrenzt. Im Gegensatz zur Microsoft-Lösung muss bei anderen Browsern wie Google Chrome eine Extra-Erweiterung installiert werden, um die Privatsphäre besser zu kontrollieren.

Internet Explorer für Windows Vista und 7-Nutzer 

Microsoft will mit dem Internet Explorer 9 den "Nerv der Anwender" treffen, wie Melanchton sich ausdrückt. Angesichts der Tatsache, dass Browser heutzutage mehr sind als nur Programme zum Anzeigen von Text und Grafiken, sondern mittlerweile viele Rechenaufgaben für Web-Anwendungen übernehmen, war eine Aufrüstung des Internet Explorers zwingend notwendig.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Fans des Internet Explorers sollten die neue Version auf jeden Fall installieren - allein schon deshalb, weil sie für mehr Sicherheit beim Surfen sorgt. Herunterladbar ist der Internet Explorer 9 für Windows Vista Service Pack 2 und 7 sowohl für Betriebssysteme mit 32- als auch 64bit-Architektur. Natürlich stehen auch Alternativen zur Microsoft-Software bereit: Google Chrome ist bereits in der Version 10 erhältlich, Mozilla Firefox erscheint in der finalen Version 4 in Kürze. Schneller, sicherer und besser bedienbar sollen die anderen Browser übrigens auch sein.

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Einfacher zu bedienen, sicherer und schneller - Microsoft hat die finale Version des Internet Explorer 9 zum Download freigegeben. Augenfälligstes neues Merkmal für den Nutzer ist der Zugewinn an Platz zum Surfen.

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Internet Explorer 9: Mehr Sicherheit, Tempo und Übersicht
Microsofts neue Version des Internet Explorers steht ab sofort zum Download bereit.
http://www.netzwelt.de/news/85962-internet-explorer-9-mehr-sicherheit-tempo-uebersicht.html
2011-03-15 13:07:14
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/microsoft-stellte-internet-explorer-9-hamburger-planetarium--bild-netzweltde4878.png
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