Mit RemoteFX wird Multimedia auf dem Server endlich Realität
RemoteFX: Mehr Multimedia im Windows-Netzwerk
Seit jeher bauen die großen IT-Konzerne in ihre Server zwar leistungsstarke Prozessoren und massig Speicher ein, geben sich jedoch bei der Grafikleistung bescheiden. In nahezu keinem einzigen Server wird man eine Nvidia- oder ATI-Karte finden, da die Mehrzahl der Server sowieso keine grafische Oberfläche besitzt. Linux ist das Terminal-Betriebssystem schlechthin, auch Windows gibt es seit der jüngsten Server-Version mit einem „Server Core“ ohne Windows Explorer. Mit RemoteFX könnte sich das nun alles ändern.

Inhaltsverzeichnis
- 1Das Service Pack 1
- 2Das RDP-Protokoll
- 3DirectX übers Netz
- 4Neue innere Werte
- 5Fazit
Das Service Pack 1
Auf den ersten Blick brachte das erste Service Pack für Windows 7, dessen Beta schon Mitte 2010 gezeigt wurde, kaum größere Änderungen am Desktop-Betriebssystem - die meisten Optimierungen spielen sich unter der Haube ab. Neben Dynamic Memory war RemoteFX auch die einzige Neuerung, die Microsoft dem Betriebssystem für Server - "Windows Server 2008 R2" - spendiert hat. Damit das Service Pack 1 überhaupt auf dem Computer installiert werden kann, müssen gemäß der Hinweise aus Redmond mindestens 7,4 Gigabyte an Speicherplatz verfügbar sein. Bei einem Setup über Windows Update reduziert sich der Wert auf 950 Megabyte. In jedem Fall muss der Server nach einer erfolgreichen Installation erneut gestartet werden.
Sowohl Dynamic Memory als auch RemoteFX gibt es aber nicht für jede Server-Variante: Nur die Standard-, Enterprise- und Datacenter-Versionen kommen in den Genuss der neuen Funktionen. Das Einsteigerprodukt "Windows Server 2008 R2 Foundation" muss vorerst auf das Update im Service Pack verzichten.
Das RDP-Protokoll
Dynamic Memory optimiert die Verwaltung des Arbeitsspeichers für virtuelle Maschinen, während RemoteFX die Virtualisierung der Grafikleistung angeht und eine Erweiterung des proprietären RDP-Protokolls darstellt. Dabei muss der interessierte Anwender zunächst wissen, dass sich Microsoft mit dem Remote Desktop Protocol nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat: Die Technologie, mit der sich ein Benutzer aus der Ferne an einem beliebigen Windows-PC anmelden kann, gilt als langsam und ist berühmt für die ruckelnde Übertragung auch bei schnellen Internetzugängen. Die erste RDP-Version stammt noch aus Windows NT 4.0.

Dabei könnte RDP in großen Netzwerken viele Probleme lösen: Statt auf jedem Rechner einer Arbeitsgruppe die nötigen Benutzerprofile und Anwendungen zu konfigurieren, verwaltet man diese auf einer zentralen Maschine. Die Verbindung stellt der Anwender dann über ein beliebiges Windows her, das mit minimalen Komponenten installiert werden kann und bei den Desktop-PC so Ressourcen spart. Eine solche Zentralisierung erleichtert die Wartung, etwa beim Einspielen von Sicherheitsupdates, und macht den Benutzer ganz nebenbei unabhängig von seinem PC - schließlich kann er an jedem Gerät mit Serverzugang arbeiten.
