Auf der Flucht
Im Kurztest: Killzone 3
So etwas wie Tiefsinn mag in "Killzone 3" zwar nur bei aktiviertem 3D-Effekt entstehen. Allerdings zeigt die brachiale Ballerei des holländischen Entwicklerteams Guerilla Games, was sich mit der PlayStation3 alles anstellen lässt - sofern die Möglichkeiten der Konsole konsequent ausgelotet werden. Viel Zeit zum Staunen bleibt jedoch gar nicht: Der technisch überragend, stilistisch aber fragwürdig inszenierte Science-Fiction-Shooter gleicht einer atemlosen Hatz durch ein futuristisches Kriegsgebiet.
Killzone 3 - Launch Trailer: Dieser explosive Launch-Trailer zum Shooter Killzone 3 zeigt dem Spieler, was ihn im Titel für ein Effekt-Feuerwerk erwartet. Erschienen ist das Spiel für die Xbox 360, die PlayStation 3 und den PC. Zum Video: Killzone 3 - Launch Trailer
Inhaltsverzeichnis
- 1Tour de Force auf Helghan
- 2Volle Move-Unterstützung
- 3Datenblatt
Man muss die Vorgänger - Teil eins erschien Ende 2004 für die PlayStation2, Anfang 2009 folgte Teil zwei für die PS3 - nicht unbedingt gespielt haben, um der simpel gestrickten, mit Klischees und anstößigen Symbolismen überladenen Geschichte folgen zu können. Schon nach dem Intro sind die Fronten geklärt: Die guten Jungs der Interplanetary Strategic Alliance haben es zwar geschafft, mit einer Invasionsflotte auf dem Planeten der bösen Helghast zu landen und ihren faschistoiden Anführer zu stürzen. Allerdings kam die Aktion einem Himmelfahrtskommando gleich, weshalb man jetzt eigentlich nur noch eins will: irgendwie wieder abhauen!
Tour de Force auf Helghan
Nach kleiner Steuerungseinweisung geht "Killzone 3" in die Vollen und bittet den Spieler zu einer sechs- bis achtstündigen Tour de Force auf dem Planeten Helghan - oder zumindest das, was davon noch übrig ist. Neun Kapitel lang kämpft man sich durch zerbombte Städteruinen, verschneite Regionen und nuklear verseuchte Wüsten. Sogar ein kurzer Abstecher in den ungewohnt farbenfrohen Dschungel steht auf dem Programm, der mit seinen Schleicheinlagen in starkem Kontrast zur sonst gebotenen Non-stop-Action steht.
Eine Erkenntnis, die sich bereits innerhalb weniger Minuten einstellt: Blindes Drauflosstürmen führt bei "Killzone 3" so gut wie nie zum Erfolg - eher zu einer akuten Bleivergiftung. Nur wer seinen Kopf unten hält, von Deckung zu Deckung sprintet und die Helghast-Soldaten im Auge behält, hat eine Chance, die virtuelle Haut von Sergeant Tomas "Sev" Sevchenko zu retten - jenem Helden, den man schon in "Killzone 2" gesteuert hat.
Schon auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad ist das eine echte Herausforderung. Die Gegner sind nicht nur stets in der Überzahl, sondern verhalten sich auch noch erschreckend clever. Die Soldaten mit den stechend roten Augen nutzen nahezu jede Gelegenheit, um dem Spieler trotz enger Levelaufbauten in die Flanke zu fallen. Sie hechten vor Granaten in Deckung und saugen durch die Schläuche ihrer Masken offenbar hochprozentiges Zielwasser.
Was mit genreüblichen Scharmützeln beginnt, artet im späteren Verlauf in Schlachten aus, die an Intensität kaum zu überbieten sind: Da schwebt man mit einem der neu eingeführten Jetpacks über die Köpfe der Gegner hinweg, rast im Schützenpanzer durch Ruinen, düst mit einem Schneegefährt einen eisigen Abhang hinab oder steigt ins Cockpit haushoher Roboter. Höhepunkt des Ganzen ist jedoch das Duell mit einem gigantischen Metallungetüm, das nur mit viel Geduld und der richtigen Taktik zu Fall gebracht werden kann. Es ist der einzige Bosskampf in "Killzone 3", der den Namen verdient. Und dennoch: Feuchte Hände sind garantiert.






