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Hannspree Hannspad im Test: Tablet mit neuem Tegra-2-Chip
Zehn Zoll großer Touchscreen, Android 2.2 und Nvidias All-in-One-Chip

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Dank des neuartigen Tegra 2-Chips von Nvidia verfügt das zehn Zoll große Android-Tablet Hannspad über eine hohe Rechen- und Grafikleistung. Doch die Auflösung des Touchscreens fällt für HD-Videos zu klein aus und die Benutzeroberfläche lässt sich nur minimal verändern.

Als einer der ersten Hersteller bietet Hannspree ein Tablet mit dem neuen leistungsstarken Tegra 2-Chip von Nvidia an. Er vereint Prozessor sowie Grafik- und Videoberechnung in einem Bauteil. Auf dem Hannspad mit seinem zehn Zoll großen Bildschirm installiert der Display-Produzent aus Taiwan als Betriebsystem Android 2.2 - auf den Zugang zum Android Market muss der Nutzer allerdings verzichten.

Tegra 2 sorgt für Leistung

Hannspree verbaut im Hannspad den neuen mobilen Chip Tegra 2 von Nvidia. In diesem stecken unter anderem der Zweikern-Prozessor Cortex-A9 von ARM, ein Geforce-Grafikprozessor sowie ein Videoprozessor für die Wiedergabe von Full-HD-Videos. Zusammen sollen sie bei geringem Stromverbrauch genug Leistung für 3D-Spiele, 3D-Benutzeroberflächen und hochaufgelöste Videos liefern.

Der ARM-Prozessor des Hannspad rechnet mit einer Taktrate von einem Gigahertz und erhält Unterstützung von einem 512 Megabyte großen Arbeitsspeicher. Den 16 Gigabyte großen internen Speicher kann der Nutzer mit einer MicroSD-Karte erweitern.

Der 10,1 Zoll große Touchscreen des Hannspad verfügt über eine Auflösung von 1.024 x 600 Pixeln. Als Betriebssystem installiert Hannspree Android 2.2 und versieht es mit einer eigenen Benutzeroberfläche. Über kurze Strecken überträgt das Tablet Daten drahtlos per Bluetooth. Ins Internet gelangt es nur per WLAN - ein UMTS-Modul baut der Hersteller nicht ein.

Zögerlicher Touchscreen und starre Benutzeroberfläche

Das Hannspad eignet sich nur für einen Benutzer, der es in der Hand hält und den Bildschirm so ausrichtet, dass er ihn erkennt. Der Touchscreen spiegelt sehr stark und weist zudem eine starke Blickwinkelabhängigkeit auf. Bereits nach etwa 20 Grad je Blickrichtung zeigt er nur noch Falschfarben an und ab rund 45 Grad lässt sich der Inhalt der Anzeige gar nicht mehr erkennen.

Hannspree Hannspad im Test

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Hannspree versieht das installierte Android 2.2 mit einer eigenen Benutzeroberfläche.

Der Multitouch-Bildschirm des Hannspad reagiert mit leichter Verzögerung auf Eingaben. Leichtes Antippen reicht meistens nicht aus. In der Regel stellt dies kein Problem dar und der Nutzer gewöhnt sich schnell an den richtigen Kraftaufwand. Nur bei Spielen führen die nicht erkannten Eingaben leicht zu Frustration.

Die drei Sensortasten in der rechten oberen Ecke reagieren hingegen unverzüglich auf Berührungen. Allerdings erfüllen meist nur die Zurück- sowie die Home-Taste eine Aufgabe. Mit der dritten Schaltfläche ruft der Nutzer unter Android eigentlich Optionen zur aktuellen Anwendung auf, beim Hannspad ist dies allerdings nur selten möglich.

Starre Benutzeroberfläche

Die Benutzeroberfläche des Hannspad unterscheidet sich deutlich von denen, die Smartphone-Hersteller auf ihren Geräten installieren. Auf der Startseite dominieren Notizzettel, eine Uhr und ein Nachrichtenfenster. Der Nutzer kann nur die Verknüpfungen in der Fußleiste löschen, neu anordnen oder neue hinzufügen. Weitere Änderungen kann er nicht vornehmen.

Hannspree setzt beim Hanspad insgesamt auf eigene Anwendungen und versah sogar das Menü mit den Einstellungen mit einer neuen Optik. Der Nutzer kann die Oberfläche im Vergleich zu anderen Android-Geräten so gut wie gar nicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Da das Hannspad die Anforderungen von Google - SIM-Karte und UMTS-Modul - nicht erfüllt, erhält das Tablet keinen Zugang zum Android Market. Neue Programme kann der Nutzer aber aus einem anderen App Store herunterladen. Im so genannten "App Center" stehen derzeit 2.843 Anwendungen und 668 Spiele zur Auswahl - angesichts der über inzwischen über 100.000 Apps im Android Market eine sehr übersichtliche Auswahl.

Praktische Anschlüsse, starker Akku und schwacher Lautsprecher

Das Gehäuse des Hannspad besteht aus Kunststoff und wirkt weniger hochwertig als zum Beispiel das des iPads. Das 735 Gramm schwere Tablet von Hannspree liegt angenehm in den Händen und lässt sich für eine gewisse Zeit auch problemlos mit nur einer Hand halten.

Hannspree baut einen HDMI- und einen USB-Anschluss in das Hannspad ein. Der Nutzer kann zudem einen Kopfhörer an den Audio-Ausgang anschließen. Auf Kameras für Fotos und Videos sowie eine Webcam für Videochats verzichtet der Hersteller. Auf der Rückseite des Tablets befindet sich nur ein einzelner Lautsprecher. Auf Stereo-Ton muss der Nutzer also verzichten und auch sonst mit einem mäßigen Klang leben.

Der Lithium-Polymer-Akku des Hannspad soll für bis zu acht Stunden dauerhaften Betriebs Strom liefern. Die reale Akkulaufzeit hängt allerdings stark von der Nutzung des Tablets ab. Für den mehrstündigen Test über zwei Tage mit dauerhaft eingeschaltetem WLAN reichte eine Akkuladung aus, wobei die Anzeige am Ende immer noch bei 75 Prozent stand - ein sehr guter Zwischenwert.

Fazit: Mittelklasse-Tablet

Hannspree liefert mit dem Hannspad einen Tablet-Neuling mit Stärken und Schwächen ab. Vor allem die leistungsstarke Hardware überzeugt mit kurzen Ladezeiten - so startet zum Beispiel das Spiel "Angry Birds" deutlich schneller als auf dem Samsung Galaxy S. Weniger überzeugt hat im Test der spiegelnde Touchscreen, der nicht jede Eingabe bemerkt sowie die zwar logisch und übersichtlich gestaltete Bedienoberfläche, die der Nutzer aber nicht an seine Bedürfnisse anpassen kann.

Das Hannspad nutzt die Stärken des Tegra 2-Chips nicht aus. Der Bildschirm kann auf seinen 1.024 x 600 Pixeln keine HD-Videos in Originalgröße wiedergeben - und das obwohl die Hardware sogar Full-HD-Auflösungen schaffen sollte.

Das Hannspad von Hannspree soll demnächst verfügbar sein. Die ersten Online-Händler nehmen bereits Vorbestellungen entgegen. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 399 Euro.

Sowohl preislich als auch leistungsmäßig reiht sich das Hannspad zwischen den günstigen Tablets wie dem Pearl Touchlet oder dem Creative ZiiO sowie dem Galaxy Tab von Samsung und Apples iPad ein.

Kommentare zu diesem Artikel

Dank des neuartigen Tegra 2-Chips von Nvidia verfügt das zehn Zoll große Android-Tablet Hannspad über eine hohe Rechen- und Grafikleistung. Doch die Auflösung des Touchscreens fällt für HD-Videos zu klein aus und die Benutzeroberfläche lässt sich nur minimal verändern.

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  • Krausi schrieb Uhr
    AW: Hannspree Hannspad im Test: Tablet mit neuem Tegra-2-Chip

    Kann man sich ja nicht anhören das Video. Derart lieblos präsentiert, kann der Sprecher denn nicht mehr als 2 Tonlagen benutzen?

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Hannspree Hannspad im Test: Tablet mit neuem Tegra-2-Chip
Hannspree Hannspad im Test: Tablet mit neuem Tegra-2-Chip
Dieses Tablet hat ordentlich Power: Im Hannspad von Hannspree steckt der leistungsstarke Rechen- und Grafikchip Tegra 2 von Nvidia.
http://www.netzwelt.de/news/85751-hannspree-hannspad-test-tablet-neuem-tegra-2-chip.html
2011-02-25 16:31:03
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/schrank4722.png
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