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Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test
Belastbares Android-Smartphone

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Während die Ausstattung eher durchschnittlich ist, kann das Motorola Defy im netzwelt-Test durch seine Belastbarkeit überzeugen. Das macht das vergleichsweise günstige Android-Modell zu einem Geheimtipp.

Sprünge in den Pool, Abstürze auf der Tanzfläche und ein Erwachen auf dem staubigen Boden - das klingt nach einer wilden Partynacht. Blessuren tragen dabei zumeist nicht nur die Gäste davon, sondern auch deren Smartphones. Wer deshalb nach einem Mobiltelefon sucht, das auch nach einer durchtanzten Nacht noch aussieht wie aus dem Ei gepellt und seinen Dienst anstandslos verrichtet, sollte ein Blick auf das Motorola Defy werfen.

Der US-amerikanische Hersteller paart hier die Funktionalität eines Android-Smartphones mit der Widerstandsfähigkeit von Outdoor-Handys wie dem Sonim XP3 oder Samsungs E2370: Das Display ist durch das laut Hersteller besonders widerstandsfähige Gorilla Glas von Corning geschützt. USB- und Kopfhörer-Anschluss sind durch Kappen dicht verschlossen. Das Gehäuse entspricht der Schutzklasse IP67. Das bedeutet, dass nahezu kein Staub in das Gehäuse gelangt und auch kurzzeitiges Untertauchen in Flüssigkeiten dem Mobiltelefon nicht schadet. Die Eingangs beschriebene Partynacht sollte das Defy also ohne nachhaltigen Kater überstehen, zumindest wirbt Motorola damit in seinem Werbeclip.

Verarbeitung: Widerstandsfähig aber nicht unzerstörbar

Den fälligen Beweis für seine Widerstandsfähigkeit liefert das Defy im netzwelt-Test: Weder beim Transport in der Tasche, noch bei direktem Kontakt konnten spitze Gegenstände, wie Schlüssel, dem Displays des Handys etwas ausmachen. Kratzer waren, wie im Video zu sehen ist, nicht festzustellen. Stürze aus der Hand überlebte das Defy ebenfalls und auch ein kurzer Tauchgang machte dem Smartphone nichts aus.

Motorola weist aber in der Anleitung ausdrücklich daraufhin, dass das Defy nicht unkaputtbar ist. Insbesondere die Verwendung im oder unter Wasser schließt Motorola bereits in der Anleitung explizit aus. Unter "Wasserfest" ist deshalb der Schutz vor Spritzwasser zu verstehen, auch wenn der netzwelt-Test zeigt, dass ein kurzes Untertauchen nicht gleich das Ableben des Gerätes bedeutet.

Motorola Defy

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Das Gehäuse des Motorola Defy entspricht der Schutzklasse IP67. (Bild: netzwelt)

Auch Stürze aus größeren Höhen oder längeren Kontakt mit scharfen Gegenständen sollten Nutzer vermeiden oder lieber direkt zu einem Modell des Outdoor-Spezialisten Sonim greifen. Die Verarbeitung des Defy kann ansonsten als gelungen bezeichnet werden. Die Akkuabdeckung lässt sich leicht lösen, das Gewicht liegt mit 118 Gramm für ein Smartphone im Rahmen und auch in der Hand hinterlässt das Defy einen guten Eindruck. Lediglich die Abdeckungen von USB- und Kopfhörer-Anschluss stören, da sie weit aus dem Gehäuse hervorstehen.

Software: Warten auf das Froyo-Update

Auf dem Defy ist noch die ältere Android-Version 2.1 am werkeln, ein Update auf die neuere Version Android 2.2 hat der Hersteller bereits angekündigt. In Europa soll dieses im Laufe des zweiten Quartal 2011 ausgeliefert werden. Ob es noch ein weiteres Update auf Android 2.3 geben wird, ist unklar. Ein solches hat Motorola bislang nur für sein kommendes Android-Flaggschiff Atrix angekündigt.

Als Nutzeroberfläche kommt Motorolas Motoblur zum Einsatz. Diese bietet zahlreiche Funktionen, was sie aber zum Teil auch etwas unübersichtlich macht. Um in den Genuss des vollen Funktionsumfanges zu kommen, muss der Nutzer sich zudem registrieren und ein Motoblur-Konto anlegen. Für den Android-Market braucht er zudem wie gehabt einen Google Account.

Bedienung: Mit Multitouch und Swype

In Punkto Bedienung offenbart das Defy keine Schwächen: Multitouch und Swype-Eingabetechnik lassen den Nutzer das Defy mit flinken Fingern bedienen. Das Touchdisplay erspart mit seiner Größe von 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter) zudem meistens lästiges Zoomen und Querscrollen beim Betrachten von Webseiten. Die physikalischen Tasten am Gerät sind alle gut erreichbar, auch eine automatische Beleuchtung der Sensortasten unter dem Display bei schlechten Lichtverhältnissen fehlt nicht. Für die fehlende Kamerataste gibt es angesichts der Preisklasse in der das Defy spielt lediglich Abzüge in der B-Note.

Multimedia: Kamera ist nur Durchschnitt

Die integrierte Kamera entspricht von ihren technischen Daten dem Durchschnitt: Bilder nimmt sie mit einer maximalen Auflösung von fünf Megapixeln auf. Bei schlechten Lichtverhältnissen hilft eine LED-Fotoleuchte. Die Bildqualität im netzwelt-Test war befriedigend. Alle Fotos wiesen eine geringe Detailgenauigkeit auf, mitunter waren auch die Farben leicht verwaschen. Überzeugen kann dagegen der Lautsprecher und der Klang des Smartphones, das dank der umfangreicheren Media-Player Applikation auch zeitweise einen MP3-Player ersetzen kann.

Leistung: Das Problem mit dem Lautsprecher

Wer sich in Internet-Foren Meinungen zum Motorola Defy einholt, stößt häufig auf Hinweise, dass der Ohrmuschel-Lautsprecher des ansonsten so robusten Androiden mitunter schnell das Zeitliche segnet. Im offiziellen Motorola Forum hat sich der Hersteller Mitte Januar zu dem Problem geäußert und erklärt, es handele sich hierbei um einen bereits behobenen Produktionsfehler, von dem nur eine kleine Anzahl an Geräten betroffen seien. Kunden sollen sich im Problemfall an Motorola wenden. Im Praxistest war es netzwelt trotz intensiver Nutzung nicht möglich den Fehler zu reproduzieren.

Ein Produktionsfehler trübte den Verkaufsstart des Defy. Mittlerweile soll das Problem mit dem Ohrmuschellautsprecher aber behoben sein.

Die Arbeitsgeschwindigkeit des Prozessors ist mit 800 Megahertz für die meisten derzeitigen Spiele und Anwendungen ausreichend, im Test liefen sowohl Angry Birds als auch anspruchsvollere Games wie das Rennspiel Racing Thunder 2 Lite auf dem Smartphone flüssig. Die Rechenleistung des Defy dürfte auch ausreichen, um nach dem Froyo-Update Flash-Inhalte direkt im Browser wiederzugeben.

Der Akku bietet eine Kapazität von 1.540 Milliamperestunden. Im Test entpuppte sich das Defy nicht als Stromfresser, je nach Nutzungsintensität hielt das Smartphone damit ein bis zwei Tage durch. Zu bemängeln ist allerdings die Sprachqualität, diese ist nicht immer klar. Vielmehr war im Test ein leichter Hall sowohl bei Telefonaten ins Mobilfunk- als auch ins Festnetz festzustellen.

Fazit: Ein echter Geheimtipp

Das Defy ist ein solides Mittelklassen-Smartphone - ohne größere Schwächen. Kleinere Abstriche sind lediglich bei der Kamera und bei der Sprachqualität zu machen. Dafür dürfte das angekündigte Froyo-Update das Gerät noch einmal hinsichtlich Geschwindigkeit und Surfspaß aufwerten. Die Robustheit des Smartphones reicht zwar noch nicht an die von ausgewiesenen Outdoor-Handys heran, sucht aber bei den Smartphones mit Touchscreen derzeit seines gleichen. Für einen vergleichsweise geringen Preis erhält der Nutzer hier also ein solides und robustes Mobiltelefon - ein echter Geheimtipp unter den vielen Android-Modellen.

Motorola gibt für das Defy eine unverbindliche Preisempfehlung von 399 Euro aus. Im Netz ist das Smartphone aber bereits deutlich günstiger erhältlich. Bei Amazon ist es beispielsweise schon für 290 Euro versandkostenfrei erhältlich. Zudem ist es mit einem Laufzeitvertrag auch über diverse Netzbetreiber zu bekommen. Das Testgerät wurde neztwelt beispielsweise von Vodafone zur Verfügung gestellt. Hier ist das Defy mit Prepaid-Karte aktuell für 270 Euro erhältlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Während die Ausstattung eher durchschnittlich ist, kann das Motorola Defy im netzwelt-Test durch seine Belastbarkeit überzeugen. Das macht das vergleichsweise günstige Android-Modell zu einem Geheimtipp.

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  • Holger Heep schrieb Uhr
    AW: Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test

    Hallo..!Das MOTOROLA Defy + ist mein erstes Smarthandy,und,es ist wertig & ansprechend sowie solide designed! Was mir nicht so gefällt,ist die Lupenfunktion über die sog.Einstellhilfe(Zoomfaktor).Da wäre es doch angebrachter,wie bei Samsung od. anderen Herstellern, eine Grundvergrößerungseinstellung od. die Fotofunktionsvergrößerung zu den Mini-Sms-Abbildern hin zu "entführen".Ansonsten kann "man/frau" best.gut auf die fehlende HD-Option verzichten............
  • zitronenmelissa schrieb Uhr
    AW: Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test

    Das beste Smartie, was ich je hatte, aber nur mit MIUI :-) Motoblur macht jedes Handy unbrauchbar!
  • nutzer1 schrieb Uhr
    AW: Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test

    das telefondisplay schaltet sich beim telefonieren bei einer kurzen bewegung des telefons wieder ein.
  • Bernd45 schrieb Uhr
    AW: Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test

    Mag ja sein das es kratzfest und wasserdicht ist. Das Handy hat jedoch einen gravierenden Defekt, indem es sich beim Telefonieren einfach ausschaltet (sehr ärgerlich).
  • Nutzer schrieb Uhr
    AW: Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test

    Meinem Freund ist das Telefon aus einem Meter auf den Boden gefallen und das Displayglas ist sofort gesprungen. Die ganze Propaganda mitdem super robusten Gorilla Glass halte ich deshalb für einen schlechten Witz und ist absolut kein Kaufargument. Noch erschreckender dass Glasbruch aus der Garantie fällt.

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Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test
Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test
Unkaputtbar ist es nicht, dennoch zeigt sich das Motorola Defy im netzwelt-Test widerstandsfähig: Selbst ein kurzes Bad machte ihm nichts aus.
http://www.netzwelt.de/news/85744-kratzfest-wasserdicht-motorola-defy-test.html
2011-02-24 16:39:28
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Kratzfest und wasserdicht: Motorola Defy im Test