Fein verschachteltes Puppentheater

Im Kurztest: Stacking

Das Schöne an Matroschka-Puppen ist: Man weiß nie, was alles in ihnen steckt. Gleiches gilt für "Stacking", eine neue Spielerei des kleinen, kreativen Entwicklerstudios Double Fine von Designer-Guru Tim Schafer ("Bürtal Legend"). Unter dem Deckmantel eines günstigen Download-Titels bekommen Xbox-360- und PS3-Besitzer ein ebenso ungewöhnlich inszeniertes wie intelligent verschachteltes Rätselstück voller Helden und Bösewichte von Dickens'schem Format geboten.

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STACKING - Launch Trailer: Die Matrjoschka ist eine russische Holzpuppe bei der in der Puppe eine weitere Puppe steckt, in der dann wieder eine weitere Puppe steckt ... In diesem Titel sind sie die Hauptfiguren und müssen vom Spieler geschickt eingesetzt werden um zahlreiche Aufgaben und Rätsel zu lösen. Erhältlich ist das Spiel, als Download-titel, für die PlayStation 3 und die Xbox 360. Zum Video: STACKING - Launch Trailer

In "Stacking" schlüpft man in die Holzhülle von Charlie Blackmore - kleinstes Mitglied einer bitterarmen Matroschka-Puppen-Familie, das auszieht, um seine verschleppten Geschwister aus den Fängen eines bösartigen Industriebarons zu befreien.

In Szene gesetzt ist Charlies abenteuerliche Odyssee durch fünf einzigartig gestaltete Welten wie ein Stummfilm - inklusive stilechter Zwischentitel, Piano-Untermalung und Filmstreifenverschiebungen. Doch nicht nur die visuelle Gestaltung von "Stacking" ist einfallsreich. Auch das eigentliche Spielgeschehen glänzt durch tolle Ideen und clever aufgebaute Rätsel, die multiple Lösungswege besitzen - und doch auf einer simplen Regel fußen. Denn Charlie kann anderen Figuren, die eine Nummer größer sind als er, buchstäblich in den Rücken fallen und übernehmen - inklusive aller Fähigkeiten. So darf er als Blondine einen Wachmann bezirzen, als Pirat andere Leute erschrecken oder als Dickwanst mit seiner Flatulenz die Gäste einer Lounge zum Verlassen ihrer elitären Bleibe bewegen.

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Wer sich in "Stacking" mit der erstbesten Lösung zufrieden gibt, wird bereits nach drei, vier Stunden das Ende zu Gesicht bekommen. Doch gerade die Möglichkeit, besonders kreative Ansätze für bestimmte Aufgaben zu finden, macht den größten Reiz dieses verschachtelten Rätselstücks aus.

An Bord eines Kreuzfahrtschiffs müssen beispielsweise vier berühmte Abenteuerer zu einer Meuterei gegen den Kapitän aufwiegelt werden. Einer davon ist ein Großwildjäger, der an Bord einen Safari-Schießstand betreibt. Man könnte nun einfach die Korkenkanone bemannen und wild um sich ballern, bis die Deckaufsicht einschreitet, den Stand dicht macht und so dem Jäger die Zornesröte ins Gesicht treibt. Etwas subtiler: Man zerdeppert die Pappmaché-Kulissen, indem man sie einer an Deck radelnden Familie in den Weg schiebt - oder so lange andere Figuren kapert, bis man bei einem großen Boxer mit kräftigen rechten Haken angelangt ist. Feingeister übernehmen mit Charlie hingegen eine Möwe, fliegen mit dieser ins Quartier des Jägers und schlüpfen dort in eine Bärenpuppe, mit der sich wiederum die Kreuzfahrtgäste in helle Aufregung versetzen lassen ... Ein Heidenspaß, nicht zuletzt aufgrund des feinen Humors aller beteiligten Charaktere.

Im Test: Stacking

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Apropos: Auch wenn ihre Holzpuppen nur über eine festgemalte Mimik verfügen, schaffen es die Macher der Double Fine Studios mit einfachsten Mitteln, Emotionen beim Spieler zu wecken - sofern diese sich auf das ungewöhnliche Abenteuer einlassen, das durch haufenweise Nebenaufgaben wie das Sammeln von Figurensets zwar künstlich in die Länge gezogen wird, aber dennoch mehr Kunst als Kommerz ist.

Datenblatt

Stacking
SpielnameStacking
HerstellerDouble Fine Productions
VertriebTHQ
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab09.02.2011
Preisca. 15 Euro
EAN Code1234567890123
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 6 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtgut
SystemPlayStation3
SystemXbox 360

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