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Bahn-Apps: Fahrpläne und Tools für die Zugreise
Diese Apps machen die Zugreise ein wenig smarter

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer jede Woche mehrfach mit der Bahn fährt, kann allerlei Anekdoten von Verspätungen, umgekehrter Wagenreihung und anderen Dingen erzählen. Mit den richtigen Apps lässt sich das Leiden der Zugreise zumindest ein klein wenig lindern.

Die Apps der Bahn laufen unter MS Windows Phone 7, Google Android und Apple iOS.

Es gibt nur wenige Unternehmen in Deutschland, die gleichzeitig so viel Hass und Freude auf sich vereinen wie die Deutsche Bahn AG. Täglich klagen Reisende über Verspätungen, umgekehrte Wagenreihungen - im schlimmsten Fall mit ausgefallener Reservierung im gesamten Zug - und immer höheren Fahrpreisen. Wer täglich mit dem Zug fährt, muss starke Nerven haben. Mit den richtigen Handy-Apps wird die Kombination aus Smartphone und Zugreise nicht nur mit der Deutschen Bahn, sondern auch anderen Verkehrsgesellschaften wie dem Metronom deutlich einfacher.

DB in iOS nutzen

Zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Abfrage von Daten der Deutschen Bahn ist die iOS-App namens "DB Navigator". Die Deutsche Bahn hat schon recht frühzeitig das Potential von Smartphones erkannt und Miniprogramme für Symbian- und PalmOS-Geräte herausgegeben. Heute konzentriert sich der Konzern ganz auf die drei wichtigsten Betriebssysteme Apple iOS, Google Android und Microsoft Windows Phone 7.

Die Funktion "Reiseauskunft" kann über zwei Wege verwendet werden: Entweder der Nutzer gibt den Start- und Zielpunkt manuell ein oder nutzt für eine der beiden Haltestellen die Angaben des GPS-Chip, sofern der Nutzer dies zugelassen hat. Zusätzlich ist es möglich, die Adresse eines Kontakts aus dem iPhone-Adressbuch zu nutzen, um eine Reiseverbindung zu berechnen. Das ist praktisch, wenn auf die Schnelle eine Zugfahrt zu Freunden oder Geschäftspartnern geplant ist und man möglichst wenig Zeit verlieren will.

Der DB Navigator ist die wichtigste App im Angebot der Deutschen Bahn AG.

Die Nutzung der App wird durch eine weitere iOS-Integration erleichtert: Eine angezeigte Verbindung kann in den Kalender des Handys gespeichert werden, um den Zug auch wirklich nicht zu verpassen. Dabei legt der DB Navigator nicht nur einen sinnvollen Titel ab, sondern schreibt den gesamten Reiseplan - inklusive Umstiege - in den Bereich für Notizen. Wer statt der einfachen Start- und Ziel-Anzeige wirklich alle Haltestellen eines Zugs sehen will, kann auch dies im Programm auswählen.

Natürlich beherrscht die App auch die Aktualisierung von Ankunfts- und Abfahrtszeiten. Schade ist jedoch, dass DB Navigator selbst keine Preise anzeigen kann und auch nicht zur Ticketbuchung taugt. Zwar gibt es einen entsprechenden Knopf unter jeder Verbindung, das iPhone wird damit aber nur zum Browser: Das Miniprogramm leitet den Anwender auf die mobile Webseite der Deutschen Bahn weiter, für die noch eine gesonderte Registrierung notwendig ist.

Mobile Fahrkarten

Nur nach Anmeldung und Aktivierung des MMS-Tickets kann der Nutzer direkt Fahrkarten für seine Zugreise buchen. Dabei sollten besonders Apple-Kunden aufpassen, dass sie die MMS-Nutzung in den iOS-Einstellungen nicht deaktiviert haben. Leider ist die Registrierung nicht direkt auf dem Handy möglich, sondern nur über die "große" Webseite der Deutschen Bahn AG.

Eine Alternative zu den MMS-Barcodes ist die App zum Touch&Tavel-Programm, das die Bahn in Kooperation mit Vodafone bereits 2008 gestartet hat. Beim Beginn einer Zugfahrt muss der Nutzer im Miniprogramm die Nummer des Touchpoints am Bahnsteig eingeben oder den dargestellten 2D-Barcode abfotografieren und auswerten lassen. Der gleiche Prozess ist am Ende jeder Fahrt noch einmal notwendig, damit der Touch&Travel-Server die gefahrene Strecke und den Preis der Fahrkarte automatisch berechnet und zum Beispiel von der Kreditkarte registrierter Anwender abbuchen kann.

Die Touch&Travel-App erleichtert die Ticketbuchung. Call a Bike stellt Fahrräder schneller bereit.

Leider gibt es bisher keine Touch&Travel-App für das Google Android-Betriebssystem. Für diejenigen Personen, die sich nach einer langen Zugfahrt gerne die Beine vertreten wollen, gibt es eine dritte Minianwendung der Deutschen Bahn: Mit "Call a Bike" können sich registrierte Anwender direkt in das System einloggen und ein Fahrrad bestellen. Die über 6.000 rot-silbernen Mietfahrräder gibt es an über 50 ICE-Haltestellen im ganzen Bundesgebiet, unter anderem auch in Berlin, Hamburg, Stuttgart und München, für etwa zehn Euro am Tag. Mit der App spart sich der Nutzer den Anruf bei der Call-a-Bike-Hotline, der vierstellige Zugangscode zu den Rädern wird direkt auf dem Handy angezeigt. Dabei berücksichtigt die App auch, ob überhaupt noch Räder am aktuellen Standort (per GPS ermittelt) oder einem anderen Call-a-Bike-Bahnhof verfügbar sind.

SNCF: Mes Billets

Natürlich gibt es nicht nur die Deutsche Bahn oder die regionalen Verkehrsgesellschaften, die auf deutschen Schienen unterwegs sind. Auch die französische Staatsbahn, die Österreichische Bundesbahn und auch die Schweizer Bundesbahnen haben längt Angebote im Programm, die bis zu Zielen in Deutschland reichen. So reichen Eurostar und Thalys bis nach Frankfurt und Köln, die ÖBB verbindet München und Wien über die sogenannten „railjet“-Züge. Die Verbindungen sind meist sehr gut auf die deutschen ICEs abgestimmt.

Die SNCF aus Frankreich bietet gleich zwei Apps für ihre Reisenden an.

Die SNCF gibt gleich zwei Miniprogramme heraus: Zunächst wäre das "SNCF Direct" zu nennen, das sowohl für Apple iOS als auch Google Android angeboten wird. Die App ist dazu gedacht, die Fahrpläne des nächstgelegenen Bahnhof anzuzeigen, wofür allerdings zwingend der Zugriff auf den GPS-Chip erlaubt sein muss - eine manuelle Auswahl des Standorts ist über den zweiten Knopf des Miniprogramms möglich. Sehr praktisch ist die Möglichkeit, sich zum Beispiel Gleisänderungen mittels Push-Benachrichtigung anzeigen zu lassen.

Allerdings gibt es die App, genau wie "Voyages SNCF" nur auf Französisch. Das zweite Miniprogramm ist deutlich komplexer: Neben der Suche nach Reiseverbindungen zeigt es auch deren Preis an. Darüber hinaus wurde vorgesehen, direkt in der App ein Ticket für die angezeigte Bahnreise zu buchen (über "Mes Billets").

Die iPad-Variante von "Voyages SNCF" ist auf jeden Fall einen Blick Wert: Sie glänzt durch eine noch schönere Aufbereitung der Zugverbindungen, etwa mit einer Karte aller Bahnhöfe in Frankreich.

ÖBB und SBB

Das App-Pendant der ÖBB ist nach der Zugauskunft "Scotty" benannt. Für jede der Grundfunktionen "Fahrplan" und "Abfahrtszeiten" gibt es einen eigenen Reiter, der durch eine Startseite mit den persönlichen Verbindungen ergänzt wird. Das Miniprogramm kann den aktuellen GPS-Standort für die Suche eines geeigneten Bahnhof auslesen, jedoch ist eine Ticketbuchung direkt auf dem iPhone nicht möglich. Auch eine offizielle App für Google Android hat die ÖBB bisher nicht vorgestellt, was absolut unverständlich ist. Einzig mit der App eines Drittanbieters namens "SMS Ticket Österreich" wird die Ticketbuchung etwas erleichtert.

Auch die Apps von ÖBB und SBB zeigen Fahrpläne, Verbindungen und mehr an.

Die SBB wiederum gibt sich bei ihren Miniprogrammen sehr große Mühe: Für Privatpersonen gibt es die App "SBB Mobile", geschäftliche Nutzer können stattdessen "SBB Mobile Business" aus dem App Store laden. In der dritten App namens "Freizeit" sind vor allem touristische Informationen enthalten, etwa zu vergünstigten Aktionen in der näheren Umgebung. Gleich beim Start fragt "SBB Mobile" den Nutzer, ob er sich für die mobile Ticketbuchung anmelden möchte - dafür ist eine Registrierung auf der SBB-Webseite nötig. Die Darstellung der Fahrpläne ist ein wenig BESSER als bei der europäischen Konkurrenz gelungen und zeigt sowohl für die erste und zweite Klasse die prognostizierte Belegung an, was kein anderes Miniprogramm bietet. Wer allerdings ein Android-Handy besitzt, schaut bei der SBB -genau wie bei der ÖBB - in die Röhre.

Fazit

Die App DB Navigator für Apple iOS und Google Android sowie Microsoft Windows Phone 7 gibt im Test ein sehr gutes Bild ab: Die Planung einer Zugreise und Überwachung von Ankunfts- und Abfahrtszeiten ist damit genauso gut möglich wie bei der ausländischen Konkurrenz, die zahlreiche eigene Apps im Angebot hat. Nur bei der Buchung von Fahrkarten sehen alle Bahngesellschaften durchweg schlecht aus - und das wird auch auf absehbare Zeit nicht geändert werden. Würden Deutsche Bahn, SNCF, ÖBB und SBB die Buchung von Tickets direkt in den Miniprogrammen erlauben, wäre eine Provision über 30 Prozent an Apple fällig. Bisher gibt noch noch keinen Streit mit dem Apfel-Konzern darüber - doch die jüngsten Diskussionen um Angebote der Verlagsbranche zeigen ganz deutlich, dass das Konzept der App Store nicht nur Vorteile hat.

Kommentare zu diesem Artikel

Wer jede Woche mehrfach mit der Bahn fährt, kann allerlei Anekdoten von Verspätungen, umgekehrter Wagenreihung und anderen Dingen erzählen. Mit den richtigen Apps lässt sich das Leiden der Zugreise zumindest ein klein wenig lindern.

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  • Handyticket Deutschland schrieb Uhr
    AW: Bahn-Apps: Fahrpläne und Tools für die Zugreise

    Die Handyticket Deutschland App für iPhone bietet ebenfalls Fahrplanauskunft und direkten Ticketkauf aufs Handy. Allerdings nur in bestimmten Regionen in Deutschland.

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Wer jede Woche mehrfach mit der Bahn fährt, kann allerlei Anekdoten von Verspätungen, umgekehrter Wagenreihung und anderen Dingen erzählen. Mit den richtigen Apps lässt sich das Leiden der Zugreise zumindest ein klein wenig lindern.
http://www.netzwelt.de/news/85670-bahn-apps-fahrplaene-tools-zugreise.html
2011-02-17 15:31:00
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Bahn-Apps: Fahrpläne und Tools für die Zugreise