Enthüllungsplattform kündigt rechtliche Schritte an

Wikileaks: Schlammschlacht zwischen Assange und Domscheit-Berg beginnt

Die Enthüllungsplattform Wikileaks liefert sich nun eine öffentliche Schlammschlacht mit ihrem ehemaligen deutschen Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg. Gründer Julian Assange droht seinem früheren Mitstreiter dabei sogar mit rechtlichen Schritten.

Der ehemalige deutsche Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg arbeitet offenbar an einer eigenen Enthüllungsplattform. (Bild: Screenshot)
Der ehemalige deutsche Wikileaks-Sprecher Daniel Domscheit-Berg und Wikileaks-Gründer Julian Assange (nicht im Bild) liefern sich derzeit eine öffentliche Schlammschlacht. (Bild: Screenshot)
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Ein entsprechendes Schreiben des deutschen Wikileaks-Anwalt Johannes Eisenberg liegt der deutschen Nachrichten-Webseite Spiegel Online vor. Laut diesem wurde Domscheit-Berg bereits am 6. Februar dazu aufgefordert, bei seinem Ausscheiden offenbar entwendete Software und Dokumente an die Enthüllungsplattform zurückzugeben. Domscheit-Berg hatte zuvor in einem Interview mit dem Magazin Stern und in Blogs erklärt, er und weitere ehemalige Mitarbeiter hätten für die Plattform wichtige Software sowie noch nicht veröffentlichte Dokumente entwendet, da diese und damit ihre Quellen bei Wikileaks nicht mehr sicher seien. Für Eisenberg ist dies nur eine Schutzbehauptung. Wikileaks sei arbeitsfähig und in der Lage die Dokumente sicher zu verwahren und zu veröffentlichen. Assanges Anwalt kündigte rechtliche Schritte in diesem Fall an, wenn Domscheit-Berg nicht einlenke. Zudem sei auch eine Verleumdungsklage denkbar.

Zweite Attacke von Kristin Hrafnsson

Der aktuelle Wikileaks-Sprecher Kristin Hrafnsson legte gegenüber dem US-Magazin Forbes noch einmal nach und bezichtigte Domscheit-Berg der Sabotage. Zudem sei Domscheit-Berg nicht an der Gründung der Plattform beteiligt gewesen. Er habe auch nie als Programmierer oder Redakteur für die Plattform gearbeitet. Seine Rolle sei anders als von ihm dargestellt sehr beschränkt gewesen.

Domscheit-Berg hatte in den vergangenen Jahren als deutscher Sprecher für die Plattform fungiert und war neben dem Gründer Julian Assange lange Zeit das einzige öffentlich bekannte Gesicht des Projektes. Nach einem Streit über die Ausrichtung der Plattform hatte Domscheit-Berg das Projekt im vergangenen Jahr verlassen. Mit ihm gingen weitere Mitarbeiter, darunter offenbar auch der Chef-Programmierer des Portals. Die Aussteiger haben mittlerweile eine neue Enthüllungsplattform namens Openleaks gegründet. Dieser Tage erscheint zudem Domscheit-Bergs Buch Inside Wikileaks.

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