Sie sind hier:
 

Olympus E-5 im Test: Spiegelreflexkamera für Profis
Optischer Bildstabilisator, beweglicher Bildschirm und zwei Speicherkarten

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Mit der E-5 meldet sich Olympus in der Oberklasse der Spiegelreflexkameras zurück. Im Vergleich zu ähnlich teuren Kameras fällt die Ausstattung allerdings dürftig aus, dafür überzeugt die Kamera aber bei Bedienung und Bildqualität - nur Einsteiger würden auf der Strecke bleiben.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hat Olympus mit der E-5 sein Topmodell im Spiegelreflexbereich überarbeitet und an den aktuellen Standard angepasst. Anders als andere DSLR-Hersteller setzt das Unternehmen auf die kleineren Four-Thirds-Sensoren und gibt sich bei den Videos mit einer HD-Auflösung zufrieden.

Kleinerer Bildsensor liefert trotzdem gute Bilder

Olympus verwendet wie bei seinen bisherigen Spiegelreflexkameras auch bei der E-5 das Four-Thirds-System. Der Highspeed Live MOS Sensor verfügt dementsprechend über ein Seitenverhältnis von 4:3 und eine Fläche von 17,3 x 13 Millimetern. Damit fällt er etwas kleiner aus, als die APS-C-Sensoren, die in vielen DSLR-Modellen anderer Hersteller stecken. Fotos erreichen einen maximale Größe von 12,3 Megapixeln und Videos eine HD-Auflösung.

Die Aufnahmen der Olympus E-5 überzeugen mit einer hohen Detailgenauigkeit, klaren Konturen, angenehmen Kontrasten und natürlich wirkenden Farben. Letztere leiden aber unter dem schlechten automatischen Weißabgleich. Will der Fotograf zum Beispiel unter Kunstlicht keine gelbstichigen Fotos aufnehmen, sollte er den Weißabgleich manuell durchführen.

Zusätzlich weisen die Bilder der E-5 eine große Rauscharmut auf. Ein sehr leichtes Bildrauschen lässt sich erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 800 erkennen, wenn der Fotograf die Aufnahmen in Originalgröße betrachtet. Selbst beim Höchstwert ISO 6.400 fallen die Bildstörungen so gering aus, dass die Fotos für die private Nutzung noch zu gebrauchen sind. Profis würden diese Bilder aber nur verwenden, wenn sich das Motiv nicht noch einmal besser fotografieren lässt.

Olympus E-5 Testbilder

Bild 1 von 8
Zimmerbeleuchtung aus, Blitz ein: ISO 200, Blende 3.1, 1/60 Sekunde.

Die HD-Videos der Olympus E-5 verfügen über eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde. Farblich bieten die Filme die gleiche hohe Qualität wie die Fotos, weisen allerdings eine niedrigere Detailgenauigkeit auf, die für bewegte Bilder aber immer noch ausreicht.

Der automatische Weißabgleich arbeitet sehr langsam und passt die Belichtungseinstellungen nur ein wenig an neue Lichtverhältnisse an. Als Folge verfälschen unter anderem die Farben. Zeilenverschiebungen treten allerdings nicht auf und das interne Mikrofon nimmt auch leise Gespräche verständlich auf. Das Mikro schafft es, laute Geräusche so herauszufiltern, dass sie keine Dominanz erlangen.

Der Autofokus liefert bei der Videoaufzeichnung gute Ergebnisse, aber nur mit der manuellen Fokussierung stellt der Nutzer genau die Bereiche scharf, die er im Fokus sehen will. Der Autofokus sucht sich seine eigenen Bezugspunkte und hinterlässt zudem hörbare Zeugnisse seiner Arbeit auf der Tonspur der Videos.

Keine Vollautomatik, aber umfangreiche manuelle Kontrolle

Bei der Bedienung der E-5 versucht Olympus gar nicht erst Einsteiger an die Benutzung der Kamera heranzuführen, sondern geht davon aus, dass nur erfahrene Fotografen sie in die Hand nehmen. So fehlen zum Beispiel voreingestellte Aufnahmeprogramme, wie sie bei Kompaktkameras und Einsteiger-DSLRs üblich sind.

Bei der E-5 wählt der Fotograf nur zwischen den halbautomatischen Programm-, Zeit- und Blendenautomatiken sowie einer vollständigen manuellen Steuerung und einem Bulb-Modus, in dem die Kamera so lange belichtet wie der Nutzer den Auslöser gedrückt hält, aus. Olympus verzichtet auf ein Modus-Wahlrad und zur Auswahl der Aufnahmemodi gelangt der Anwender nur über den "Mode"-Knopf.

Die Olympus E-5 verfügt über zahlreiche Tasten, die sich über die gesamte Kamera verteilen und über die der Fotograf viele Einstellungen direkt verändern kann. Hierzu gehören neben Lichtempfindlichkeit, Weißabgleich, Belichtungskorrektur und dem Blitzlicht auch die Fokus- und Aufnahmeart. Diese wählt der Nutzer jeweils über die Drehräder auf der Rückseite und am Batteriegriff aus. Im Test erweist sich diese Bedienung zusammen mit der optischen Aufbereitung der Auswahlmenüs stark gewöhnungsbedürftig. Das Menü und die Info-Ansicht sind dagegen übersichtlich gestaltet.

Aufgrund der Größe der Kamera sind beide Hände nötig, um alle Bedienelemente zu erreichen. Diese verfügen allesamt über angenehm klare Druckpunkte. Die Belegung der "Fn"-Taste bestimmt der Fotograf. Videoaufnahmen startet der Nutzer mit einem eigenen Auslöser in der rechten, oberen Ecke der Kamerarückseite, der aber optisch noch deutlicher hervorgehoben sein könnte.

Olympus E-5 im Test

Bild 1 von 7
Hochpreisige Spiegelreflexkamera ohne automatische Aufnahmemodi.

Optischer Bildstabilisator und beweglicher Bildschirm

Die Olympus E-5 verfügt über ein Four-Thirds-Bajonett an das sich alle Objektive von Olympus anschließen lassen. Im Test befand sich das Zuiko Digital mit einer Brennweite von 12 bis 60 Millimetern an der Kamera. Der Autofokus hinterlässt einen gemischten Eindruck: Während er teilweise sehr schnell arbeitet, benötigt er jedoch in der Regel einen Moment länger zum Scharfstellen eines Motivs als andere Spiegelreflexkameras.

Den optischen Bildstabilisator baut Olympus direkt in die E-5 ein. Er bewegt den Bildsensor horizontal und vertikal und verschafft dem Fotografen nach Herstellerangaben bis zu fünf zusätzliche Belichtungsstufen, in denen Aufnahmen ohne Verwacklungen gelingen.

Auf der Rückseite der Olympus E-5 befindet sich ein drei Zoll großer Bildschirm, der sich aufklappen und drehen lässt. Die Anzeige mit einer Auflösung von 920.000 Pixeln zeigt viele Details an und verfügt über große Betrachtungswinkel, die bei rund 170 Grad liegen. Der Monitor ergänzt den angenehm großen optischen Sucher, in dem die wichtigsten Aufnahmeeinstellungen zu sehen sind.

Platz für zwei Speicherkarten

Die Olympus E-5 steckt in einem robusten Gehäuse aus einer Magnesium-Legierung, das vor Staub und Spritzwasser geschützt ist. Im Inneren befindet sich ein stabiler Metallrahmen. Die ohne Objektiv rund 885 Gramm schwere Kamera lässt sich am Batteriegriff sicher halten.

Die E-5 verfügt über zwei Speicherkartenschächte und legt ihre Fotos und Videos auf allen Varianten von SD- und Compact Flash-Karten ab. Ein Lithium-Ionen-Akku übernimmt die Stromversorgung.

An der rechten Seite der E-5 befinden sich zahlreiche Schnittstellen. Der Mikrofoneingang, HDMI- und USB-Anschluss sowie der Audio-Ausgang befinden sich unter derselben Kunststoffabdeckung. Die Anschlüsse für eine Fernbedienung oder ein externes Blitzlicht sind mit Schraubverschlüssen gesichert. Diese fallen allerdings so klein aus, dass sie leicht verloren gehen, wenn sie abgeschraubt sind.

Fazit: Fast nur für Profis

Bei der Olympus E-5 handelt es sich eindeutig um eine Spiegelreflexkamera für erfahrene Fotografen und nicht um ein Einsteigermodell. Sie bietet eine umfangreiche Bedienung, die keine Hilfsmittel für Einsteiger vorsieht. Die Kamera verfügt zudem über einen großen Funktionsumfang und eine sehr gute Bildqualität, nur bei den Videos bleibt sie sowohl bei Auflösung als auch der Qualität hinter anderen DSLR-Modellen zurück.

Olympus verkauft die E-5 im firmeneigenen Online-Shop für 1.999 Euro. Bei anderen Online-Händlern ist die Kamera für rund 1.800 Euro erhältlich. Eine günstige Kit-Version mit einem Objektiv bietet der Hersteller nicht an.

Die Olympus E-5 bewegt sich auf einem Preisniveau mit der Canon EOS 5D Mark II, in der allerdings ein Vollformatsensor steckt. Für Einsteiger, aber auch ambitionierte Fotografen bieten sich dagegen Kameras wie die Olympus E-520, die Sony Alpha 580 oder die Nikon D3100 und D300s sowie die EOS 60D und EOS 550D von Canon an, die teilweise nur ein Drittel so teuer sind.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit der E-5 meldet sich Olympus in der Oberklasse der Spiegelreflexkameras zurück. Im Vergleich zu ähnlich teuren Kameras fällt die Ausstattung allerdings dürftig aus, dafür überzeugt die Kamera aber bei Bedienung und Bildqualität - nur Einsteiger würden auf der Strecke bleiben.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
28342
Olympus E-5 im Test: Spiegelreflexkamera für Profis
Olympus E-5 im Test: Spiegelreflexkamera für Profis
Bei der Olympus E-5 handelt es sich eindeutig um eine Spiegelreflexkamera für erfahrene Fotografen. Hilfsmittel für Einsteiger fehlen völlig.
http://www.netzwelt.de/news/85584-olympus-e-5-test-spiegelreflexkamera-profis.html
2011-02-10 16:17:30
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/gibt-itunes-demnaechst-musik-downloads-24-bit-qualitaet-apple-fuehrt-angeblich-gespraeche-musiklabels-bild-screenshot4617.png
News
Olympus E-5 im Test: Spiegelreflexkamera für Profis