Fehlender Mehrwert
Neuer Personalausweis: Anbieter nutzen Online-Funktionen kaum
Der neue Personalausweis wird immer mehr zur Pleitenummer: Nach Sicherheitslücken in der Ausweis-Software stellt sich jetzt heraus, dass bisher nur wenig Online-Funktionen zur Verfügung stehen - eigentlich die Vorteile der Chipkarte.

Auf der Webseite zum neuen Personalausweis werden die Vorteile der neuen Chipkarte gepriesen. "Das Ausweisen in der Online-Welt und an Automaten wird nun genauso schnell, einfach und sicher, wie es das Vorzeigen des Ausweises heute bereits ist." Dumm nur, dass es bisher kaum Anwendungen gibt, wo die neue Chipkarte, zum 1. November 2010 eingeführt, überhaupt eingesetzt werden kann.
Die "Welt am Sonntag" berichtet von derzeit 43 Firmen und Institutionen, die ein entsprechendes Zertifikat zur Nutzung der Online-Funktionen erworben haben. Dabei handelt es sich um 32 Firmen und 11 Behörden. Focus Online schreibt, dass bisher insgesamt nur fünf private Anbieter den digitalen Identitätsnachweis akzeptieren: die Versicherung HUK24, Allianz, Fujitsu, die CeBit und die Schufa.
Chipkarte soll Ausfüllen von Formularen abnehmen
Über die Online-Funktionen des Personalausweis sollen etwa einfach Verträge abgeschlossen werden können. Bei den Versicherungsunternehmen, die ein Zertifikat zum Identitätsnachweis eingebunden haben, könne man aber nur bei der HUK Coburg einen Vertrag abschließen, berichtet die Welt am Sonntag. Fujitsu nehme dem Anwender im Online-Shop des Unternehmens immerhin das lästige Ausfüllen von Name und Lieferadresse ab. Das automatische Ausfüllen von Formularen ist auch einer der Vorteile, mit denen das Bundesinnenministerium den digitalen Personalausweis bewirbt.
Zum Identitätsnachweis ist im neuen Personalausweis ein Chipsatz eingebaut, auf dem persönliche Daten gespeichert haben. Er kostet 28,80 Euro; für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren ist er kostenlos; unter 24-Jährige zahlen den ermäßigten Beitrag von 22,80 Euro. Um die Online-Funktionen zu nutzen, wird ein Kartenlesegerät und eine kostenlose Software, die sogenannte AusweisApp, benötigt. Der Chaos Computer Club hatte im September vergangenen Jahres Sicherheitslücken im neuen Personalausweis enthüllt. Außerdem gab es Sicherheitslücken in der AusweisApp, die mit einem Update gestopft wurden. Die AusweisApp liegt derzeit nur für Windows-Rechner vor und kann hier heruntergeladen werden.
Links zum Thema
- Bericht der Welt am Sonntag (Quelle)
- Focus Online zu fehlenden Online-Funktionen
- Bundesinnenministerium: Portal zum neuen Personalausweis

Es werden nur 40 bis 50 Prozent der neuen Ausweise freigeschaltet und von den Ausweis-App sind bis Januar nur 29000 herunter geladen worden.Warum sollten Anbieter für etwas Geld ausgeben was niemand will.
ich habe es bis heute nicht geschafft die Software zu installieren, habe ständig Fehler beim Downloaden, dann bekam ich eine Anfrage ob ich Hilfe wolle, dem ich zu stimmte, doch bis heute geschah nichts. Die...