Der Feind in dir

Im Kurztest: Mindjack

Sich mit Hilfe von Square Enix ins Feindhirn hacken: Im Xbox-360- und PS3-Shooter "Mindjack" zeigt der japanische Hersteller die Kriegsführung und Terrorbekämpfung der Zukunft.

Mindjack - Pass auf, in was Du Dich einhackst: Dieser Trailer zeigt die Mindjack-Technologie, in einer realen Situation. Ein Herrchen "hackt" sich dabei in den Verstand seines Hundes, um nicht mit diesem vor die Tür gehen zu müssen. Was dann passiert ist sehr amüsant, wenngleich auch weniger für das Herrchen als für den Beobachter. Der Shooter Mindjack ist für die PlayStation 3 und die Xbox 360 erhältlich. Zum Video: Mindjack - Pass auf, in was Du Dich einhackst

"Mind-Hacking" und die Digitalisierung des Verstands sind in japanischen Comics, Trickfilmen und Spielen schon lange ein beliebtes Thema. Spätestens seit "Ghost in the Shell" von Masume Shirow steht diese wenig anheimelnde Zukunftsvision hoch im Kurs. Nun ist "Mindjack" vom "Final Fantasy"-Macher Square Enix zwar nicht halb so intelligent oder packend wie Shirows Manga- und Anime-Reihe, aber das Szenario erscheint verwandt: In den Metropolen von übermorgen bekriegen sich vercyberte Agenten und militärische Spezialeinheiten, die einander nicht nur mit Projektilen beharken, sondern außerdem auch auf den Geist des Feindes abzielen.

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Weil das spielerische Alter Ego (ein großmäuliger Agent) beim Beschatten seiner Zielperson (eine knackige Blondine mit wuscheliger Manga-Mähe) versehentlich einen Undercover-Kollegen erledigt, gerät er zwischen die Fronten und muss sich bald gegen seine einstigen Mitstreiter wehren: Die rücken ihm und seinem schönen Schützling in voller Kampfmontur, mit jeder Menge großkalibriger Munition und schießwütigen Robotern auf die Pelle. Das folgende Scharmützel sieht auf den ersten Blick wie ein handelsüblicher Shooter aus, bei dem man von Deckung zu Deckung hechtet. Allerdings erweist sich das Ganze schnell als brandgefährlicher Cyber-Krieg, bei dem der Held angeschossene Gegner wie Marionetten steuern kann.

Und das funktioniert so: Zuerst ballert man den Widersacher mürbe, dann greift man (möglichst aus nächster Nähe) mit mentalen Fingern nach seinem Geist. Einmal unter Kontrolle, wendet sich der Besessene gegen seine Kollegen und steht dem Helden sowie seinem Schützling so lange als vollwertiger Mitstreiter zur Seite, bis er das Zeitliche segnet oder das Level geschafft wurde. Dann geht er prompt zu Boden - wie eine Marionette, der die Fäden gekappt wurden. Und als wäre die geistige Versklavung eines Feindes noch nicht genug, darf der Spieler immer mehr einstige Feinde unter seine Kontrolle bringen - darunter selbst Roboter, denn deren komplexe KI-Schaltkreise sind für mentale Angriffe genauso anfällig wie die Gehirne ihrer menschlichen Mitstreiter.

Geht der Held trotz seiner Gedankenkontroll-Tricks im Kugelhagel zu Boden, dann schwebt er zunächst als körperloser Geist durch das Terrain - bis er seine (hoffentlich noch gesunde) Kumpanin erreicht hat. Die lässt bereitwillig zu, dass sich die Gehirnwellen des Kollegen ihn ihrem Köpfchen einnisten - und fortan eröffnet sie auf Spielerkommando hin das Feuer, um sich Meter um Meter so nah zum Körper des Helden vorzuarbeiten, dass sie ihn behandeln und seine Gesundheitsanzeige wieder auf Vordermann bringen kann.

Das alles funktioniert leider erst nach einer gewissen Einspielzeit: Bevor der sprichwörtliche Funke überspringt, wirkt das sparsam präsentierte "Mindjack" reichlich unattraktiv und konfus. Wer sich aber mit der spartanischen Optik und eigenwilligen Steuerung angefreundet hat, der freut sich über ein launiges Deckungs-Gefecht mit einigen innovativen Features. Schade nur, dass der sonst faire Titel mit Rücksetzpunkten geizt: Auf diese Weise wird "Mindjack" stellenweise unnötig schwer.

Im Test: Mindjack

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Im Test: Mindjack - In "Mindjack" kapert man den Verstand feindlicher Soldaten. (Bild: Square Enix)
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In "Mindjack" kapert man den Verstand feindlicher Soldaten. (Bild: Square Enix)

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Im Test: Mindjack - Auf den ersten Blick wirkt "Mindjack" wie ein handelsüblicher Shooter, bei dem man von Deckung zu Deckung hechtet. Allerdings erweist sich das Ganze schnell als brandgefährlicher Cyber-Krieg, bei dem der Held angeschossene Gegner wie Marionetten steuern kann. (Bild: Square Enix)
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Auf den ersten Blick wirkt "Mindjack" wie ein handelsüblicher Shooter, bei dem man von Deckung zu Deckung hechtet. Allerdings erweist sich das Ganze schnell als brandgefährlicher Cyber-Krieg, bei dem der Held angeschossene Gegner wie Marionetten steuern kann. (Bild: Square Enix)

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Im Test: Mindjack - Gelegentlich wird man riesigen Mechs konfrontiert. (Bild: Square Enix)
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Gelegentlich wird man riesigen Mechs konfrontiert. (Bild: Square Enix)

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Im Test: Mindjack - Zuerst ballert man den Widersacher mürbe, dann greift man (möglichst aus nächster Nähe) mit mentalen Fingern nach seinem Geist. (Bild: Square Enix)
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Zuerst ballert man den Widersacher mürbe, dann greift man (möglichst aus nächster Nähe) mit mentalen Fingern nach seinem Geist. (Bild: Square Enix)

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Ebenfalls peinlich, dass der vielversprechende Multiplayer-Modus im Chaos versumpft: Die Idee, sich in die Kampagne eines jeden anderen "Mindjack"-Spielers zu hacken, der gerade online ist, und dort die bösen Buben steuern zu können, hat etwas für sich. Leider gestaltet sich die Suche nach einem "okkupierbaren Körper" oft so langatmig und chaotisch, dass es hier nur für das Prädikat "nette Dreingabe" reicht.

Datenblatt

Mindjack
SpielnameMindjack
HerstellerSquare Enix Europe
VertriebSquare Enix Europe
GenreAction
Erhältlich ab21.01.2011
Preisca. 40 Euro
EAN Code5021290043015
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 16 Jahren
Multiplayer2-6 (WWW)
Sonstiges 
Bewertung Grafikausreichend
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundbefriedigend
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemPlayStation3
SystemXbox 360

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