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Günstiges Android-Smartphone: Huawei Ideos im Test
Trümpfe verspielt

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Auf der IFA 2010 stellte Huawei erstmals sein Android-Handy Ideos vor. Nun bietet Trekstor das kompakte Smartphone für vergleichsweise günstige 200 Euro in Deutschland an. Konkurrenzlos günstig ist das solide Handy damit aber nicht mehr.

Das Einsteiger-Smartphone Ideos machte im September 2010 durch den angekündigten geringen Verkaufspreis auf sich aufmerksam. Für weniger als 200 Euro sollte der Käufer ein kompaktes Smartphone mit der aktuellsten Android-Version erhalten, versprach der Hersteller Huawei. Mittlerweile ist das Handy über Trekstor auch in Deutschland erhältlich, hat aber ein Großteil seiner Trumpfkarten verspielt.

Denn anders als noch im September 2010 ist die Android Version 2.2 (Codename Froyo) mittlerweile auch für diverse Einsteiger-Smartphones erhältlich und auch durch das Erscheinen des Nachfolgers Gingerbread überholt. Zudem ist das Gerät in Deutschland teurer als angekündigt. Versprach Huawei auf der IFA noch einen Verkaufspreis von umgerechnet zwischen 78 und 155 Euro, lautet die unverbindliche Preisempfehlung nun 199 Euro.

Verarbeitung: Sauber und kompakt

Hierfür erhält der Nutzer ein äußerst kompaktes Smartphone. Bedingt durch das kleine Display mit einer Diagonale von 2,8 Zoll (7,1 Zentimeter) misst das Mobiltelefon gerade einmal 104 x 55 x 13.5 Millimeter. Das Gewicht liegt bei rund 100 Gramm. Die Verarbeitung ist sauber, lediglich um den Akkudeckel zu entfernen, benötigt der Nutzer etwas Kraft. Die Rückseite ist gummiert, dennoch rutschte das Handy im Test leicht aus der Hand. Im Lieferumfang sind lediglich Kopfhörer und ein USB-Kabel, das über einen Adapter auch als Netzteil genutzt werden kann, enthalten.

Bedienung: Fehlende Multitouch-Unterstützung

Die Bedienung des Huawei Ideos erfolgt überwiegend über den Touchscreen, der zwar verlässlich auf Nutzereingaben reagiert, jedoch kein Multitouch unterstützt. Zoomen muss der Nutzer deshalb über virtuelle Schaltflächen. Das ist insbesondere beim Surfen im Web nervig. Zudem sind die physikalischen Tasten zum Anrufen und Auflegen sowie das Fünf-Wege Steuerkreuz unter dem Display sehr wackelig verbaut.

Ansonsten gibt es an der Bedienung des Smartphones aber wenig auszusetzen. Alle physikalischen Tasten sind mit dem Fingern bequem zu erreichen. Die Sensortasten unter dem Display sind bei Dunkelheit beleuchtet und das Layout der virtuellen Tastatur kann mittels Fingerwisch verändert werden. Neben einer Qwertz-Tastatur und einer klassischen Handy-Tastatur steht hier noch eine Variante der Qwertz-Tastatur zur Wahl auf der die Tasten jeweils mit zwei Buchstaben belegt sind. Das macht das Tippen auf dem kleinen Display bequemer und mindert die Fehlerquote.

Performance: Trotz Froyo kein Flash

Der Prozessor ist mit 528 Megahertz vergleichsweise schwach auf der Brust - und so reagiert das Handy in der Praxis eher träge. Für weniger anspruchsvolle Spiele reicht die Leistung aber aus. Angry Birds lief im Test beispielsweise ohne lange Wartezeit. Bei aufwendigeren Spielen wie dem Rennspiel Raging Thunder Lite ruckelte die Darstellung hingegen deutlich. Auch beim Surfen im Netz muss der Nutzer Abstriche machen. Neben der fehlenden Multitouch-Unterstützung kann das Ideos trotz Froyo keine Flash-Inhalte direkt im Browser wiedergeben. Hierfür muss der Prozessor laut Adobe mindestens mit einer Taktfrequenz von 550 Megahertz arbeiten, soll die Wiedergabe der Inhalte mit WVGA-Auflösung erfolgen sind sogar 800 Megahertz Pflicht.

Flash-Inhalte kann das Ideos nicht im Browser abspielen.

Die Gesprächsqualität des Ideos ist gut, wird aber durch ein leichtes Rauschen sowohl bei Telefonaten ins Festnetz als auch ins Mobilfunknetz getrübt. Insgesamt lief das Ideos im Testbetrieb stabil, einige Male kam es aber zu einem Absturz der Telefonanwendung. Bei geringer Nutzung hält der Akku des Ideos zwei bis drei Tage ohne Stromzufuhr durch.

Software: Kompatibel mit Windows, Linux und Mac

Als Betriebssystem ist auf dem Ideos wie bereits erwähnt Android in der Version 2.2 installiert. Ob es eine Aktualisierung auf die Version 2.3 mit dem Codenamen Gingerbread geben wird, ist nicht bekannt. Ein Update erscheint aber eher unwahrscheinlich.

Zum Austausch von Daten kann das Ideos über ein USB-Kabel mit dem Computer verbunden werden. Laut Hersteller unterstützt das Ideos für eine Verbindung nur die Betriebssysteme Windows XP, Vista und Windows 7 sowie Linux, im netzwelt-Test konnte aber auch problemlos von einem iMac auf die Speicherkarte zugegriffen werden.

Huawei Ideos im Test

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Das Huawei-Handy Ideos wird in Deutschland von Trekstor vertrieben. (Bild: netzwelt)

Multimedia: Deutliches Bildrauschen bei Schnappschüssen

Trotz seiner kompakten Bauform bietet das Ideos einen kräftigen Klang, der für die gelegentliche Musikbeschallung ausreichen dürfte. Die vorinstallierte App kann es dabei aber mangels Equalizer nicht mit einem MP3-Player aufnehmen. Über die beiligenden Kopfhörer kann der Nutzer aber auch UKW-Radioprogramme empfangen.

Enttäuschend ist die integrierte Digitalkamera: Zunächst wird selbst zur Aufnahme von Fotos eine microSD-Speicherkarte benötigt. Bilder im internen Speicher abzulegen ist nicht möglich. Der Auslöser der Kamera ist zudem gewöhnungsbedürftig. Drückt der Nutzer diesen fokusiert die Kamera, zum Auslösen muss der Nutzer nun wieder los lassen. Ausgelöst werden kann die Kamera sowohl über den Touchscreen als auch über das Fünf-Wege-Steuerkreuz, das einen separaten physikalischen Auslöser ersetzt. Das mindert die Verwackelungsgefahr. Die Bildqualität ist jedoch enttäuschend: Im Test zeigten die Aufnahmen leichte Unschärfe sowie deutliches Bildrauschen. Die maximale Auflösung beträgt drei Megapixel.

Fazit: Nicht ohne Alternativen

Wer sich das Huawei Ideos zulegt, macht gemessen am Preis/Leistungsverhältnisses nichts falsch. Das Handy ist ein solides Einsteiger-Smartphone ohne große Schwächen, aber auch ohne herausragende Stärken, abgesehen vom Preis. Mit dem LG Optimus One und dem HTC Wildfire gibt es aber mittlerweile zwei Modelle renommierter Smartphone-Hersteller zu einem ähnlichen Preis. Beide laufen ebenfalls mit Android 2.2, beim Wildfire muss der Nutzer dies allerdings per Update nachrüsten. Dafür bietet es aber eine hochwertige Verarbeitung und ein größeres Display. Bilder können zudem mit einer Auflösung von fünf Megapixeln aufgenommen werden. Das LG Optimus One bietet wie das HTC Wildfire ein 3,2 Zoll großes Display, zudem hat LG für das Smartphone ein Update auf Gingerbread in Aussicht gestellt.

Angesichts minimaler Preisunterschiede rät netzwelt daher vor dem Kauf des Huawei Ideos die beiden Alternativen in Augenschein zu nehmen. Das Huawei Ideos wird in Deutschland von Trekstor vertrieben. Trekstor gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 199 Euro aus. Im Netz ist das Mobiltelefon bereits für 190 Euro erhältlich. Das HTC Wildfire kostet derzeit im Netz circa 215 Euro. Das LG Optimus One ist online für 210 Euro erhältlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Auf der IFA 2010 stellte Huawei erstmals sein Android-Handy Ideos vor. Nun bietet Trekstor das kompakte Smartphone für vergleichsweise günstige 200 Euro in Deutschland an. Konkurrenzlos günstig ist das solide Handy damit aber nicht mehr.

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  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: Günstiges Android-Smartphone: Huawei Ideos im Test

    Hier kann dir eine App helfen. Beispielsweise dieser hier: www.netzwelt.de/download/15718-pakoomba-call-reminder.html oder eine alternative "Call Reminder"-App.
  • Ramona Grau schrieb Uhr
    AW: Günstiges Android-Smartphone: Huawei Ideos im Test

    Ich habe eine Frage? Welche Einstellung muss ich am Huawei Ideos X3 vornehmen, wenn ich einen Anruf in Abwesenheit bekomme, möchte ich dann durch ein Ton darauf aufmerksam gemacht werden. Das geht bei meinem Handy nicht. Jedenfalls habe ich noch nicht die richtige Einstellung gefunden. Wer kann mir einen Tipp geben.

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Günstiges Android-Smartphone: Huawei Ideos im Test
Günstiges Android-Smartphone: Huawei Ideos im Test
Trekstor bringt Huaweis Android-Smartphone Ideos nach Deutschland. Dieses besticht vor allem durch seinen Preis. Konkurrenzlos günstig ist das Handy allerdings nicht.
http://www.netzwelt.de/news/85539-guenstiges-android-smartphone-huawei-ideos-test.html
2011-02-04 15:57:25
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/4558.png
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