Verleumdung und Beleidigung
Enthüllungsbuch: Wikileaks droht The Guardian mit Klage
Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat der britischen Tageszeitung The Guardian mit einer Verleumdungsklage gedroht. Über den Kurznachrichtendienst Twitter ließ das Projekt verlauten, dass das kürzlich veröffentlichte Buch "Wikileaks: Inside Julian Assange's War on Secrecy" der beiden Guardian-Reporter David Leigh und Luke Harding böswillige, ehrenkränkende Behauptungen enthalte.
Unter anderem hatten die Journalisten darin enthüllt, dass Assange bereit war den Tod von einheimischen Informanten der US-Streitkräfte in Afghanistan und dem Irak billigend in Kauf zu nehmen. Bei einem frühen Treffen mit internationalen Star-Reportern soll er der britischen Tageszeitung zufolge Bitten, die Dokumente zum Schutz von Quellen zu redigieren, abgelehnt haben. "Sie sind Informanten. Wenn sie getötet werden, haben sie es sich selbst zu zuschreiben. Sie haben es verdient", soll Assange gegenüber den Journalisten gesagt haben.
Weiterhin enthüllt das Buch neue Details aus der Familiengeschichte sowie verschiedene Anekdoten, etwa dass sich der Wikileaks-Gründer auf dem Weg nach Norfolk mit einer Perücke als alte Frau verkleidete, da er fürchtete, dass er von der CIA verfolgt würde. Vom Landsitz Ellingham Hall in Norfolk aus hatte Assange mit der Veröffentlichung zahlreicher Depeschen von US-amerikanischen Botschaften rund um den Globus begonnen.
Ende einer Partnerschaft
Die britische Tageszeitung und Wikileaks hatten zuvor bei zahlreichen Veröffentlichungen partnerschaftlich zusammengearbeitet. Das Verhältnis wurde aber dadurch belastet, dass die Redaktion der New York Times die Botschafts-Depeschen von Wikileaks zuspielte. Die Enthüllungsplattform hatte der US-amerikanischen Tageszeitung zuvor nämlich den Vorabzugriff auf diese Dokumente offenbar wegen Wikileaks-kritischer Artikel verwehrt. Assange wartet in Großbritannien derzeit immer noch auf eine Entscheidung, ob er nach Schweden ausgeliefert wird, wo gegen ihn wegen Sexualdelikten ermittelt wird.
Links zum Thema
- Bericht Techcrunch (Quelle)
- Gurdian Wikileaks Buch im Internet (Quelle)
- Twitter-Beitrag Wikileaks (Quelle)
