Ein beschränkter Geist in totem Körper
Im Kurztest: Ghost Trick - Phantom-Detektiv
Der Tod ist hier nur der Anfang. Sissel, ein Typ mit irrer blonder Mähne und Sonnenbrille, liegt am Boden. Erschossen. Doch seine Seele ist noch da. An vieles kann er sich nicht erinnern. Er weiß nur: Er hat nichts mehr zu verlieren. Und: Ihm bleibt nur eine Nacht, um die Wahrheit zu enthüllen. "Ghost Trick" heißt die neue, herrlich geistreiche DS-Knobelei der "Ace Attorney"-Macher.
Wie man als Geist ein Verbrechen aufklärt? Indem man die Gedanken der Menschen liest, mit anderen Geistern kürzlich Dahingeschiedener spricht, die unterschiedlichsten Gegenstände beseelt, damit Einfluss auf die Welt der Lebenden nimmt und im besten Fall sogar deren Schicksal zum Guten wendet. Sogar die Zeit kann Sissel um vier Minuten zurückdrehen, wenn es sein muss. Warum? "Wir reden hier von den Kräften der Toten. Das muss keinen Sinn ergeben", erklärt anfangs eine sprechende Tischlampe, die partout nicht ihre wahre Identität preisgeben will.
"Ghost Trick" ist ein japanisches Spiel und entsprechend eigen, was die Regeln betrifft, aber auch gewitzt und originell. Mit Sissels Seele rätselt man sich 17 Kapitel lang dem großen Finale entgegen, wobei die Zeit größte Hilfe und größter Feind zugleich und der Weg ohnehin das Ziel ist.
Denn während seiner Reise durch die Nacht rettet der Geisterdetektiv zahllosen anderen Menschen das Leben, indem er erst die Zeit und dann zahlreiche andere Gegenstände manipuliert, um das Schlimmste zu verhindern. Dabei kommt es oft auf gutes Timing und einen geschickten Wechsel zwischen den Ebenen an. Denn Sissels Geist ist recht beschränkt: Er kann beim Seelen von Objekten nur kurze Distanzen zurücklegen. Um beispielsweise auf eine höhere Ebene zu gelangen, muss er sowohl einen Ventilator als auch einen Quirl aktivieren, an dem eine Kordel befestigt ist, ehe er die Fahne als Lift nutzt.
Video: Ghost Trick: Phantom-Detektiv
Hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Spielmechanik gewöhnt, stellen die meisten Level kein großes Problem dar. Erst gegen Ende zieht der Rätselfaktor durch eine zweite Figur, die sich steuern lässt, noch einmal deutlich an.
Im Test: Ghost Trick: Phantom-Detektiv
Ein geistreiches Vergnügen der "Ace Attorney"-Macher: In "Ghost Trick: Phantom-Detektiv" muss Sissel herausfinden, wer ihn umbringen ließ. (Bild: Nintendo)
In der Geisterwelt kann Sissels Seele Besitz von blau leuchtenden Gegenständen ergreifen. (Bild: Nintendo)
In der (virtuellen) Realität können die von Sissel beseelten Gegenstände und Objekte bewegt und genutzt werden. (Bild: Nintendo)
Die Zeit drängt: Sissel bleiben immer nur vier Minuten, um das Schicksal eines Menschen nachhaltig zu verändern. (Bild: Nintendo)
Fazit: "Ghost Trick: Phantom-Detektiv" ist ein cleveres Mystery- und Krimi-Abenteuer, dessen Charme nicht nur auf der ungewöhnlichen Ausgangslage, sondern auch auf der stilvollen Comicgrafik und den witzig-sarkastischen Dialogen fußt.
Datenblatt
| Ghost Trick: Phantom-Detektiv | |
| Spielname | Ghost Trick: Phantom-Detektiv |
| Hersteller | Capcom Europe |
| Vertrieb | Nintendo |
| Genre | Adventure |
| Erhältlich ab | 14.01.2011 |
| Preis | ca. 40 Euro |
| EAN Code | 0045496470807 |
| Schwierigkeit | Für Einsteiger und Fortgeschrittene |
| Alter | ab 6 Jahren |
| Multiplayer | nein |
| Sonstiges | |
| Bewertung Grafik | gut |
| Bewertung Steuerung | gut |
| Bewertung Sound | befriedigend |
| Bewertung Spielspass | sehr gut |
| Bewertung Gesamt | gut |
| System | Nintendo DS |
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Sound- Befriedigend ? Dieses Spiel hatte geniale und stimmige Musik... kann ich nicht nachvollziehen !