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Wissenschaft: Hubble-Teleskop fängt bislang fernste Galaxie ein 13,2 Milliarden Lichtjahre entfernt

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Mit Hilfe des Hubble-Teleskops konnten Astronomen die bislang am weitesten entfernte Galaxie entdecken. Das Licht von dem Himmelsobjekt war rund 13,2 Milliarden Jahre zur Erde unterwegs. Die Galaxie hat rund 480 Millionen Lichtjahre nach dem Urknall existiert.

Astronomen haben wahrscheinlich die am weitesten entfernte Galaxie gefunden, die jemals im Universum gesehen wurde. Sie befindet sich rund 13,2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt und wurde mit dem Hubble-Teleskop entdeckt.

Am weitesten entfernte Galaxie: Rund 13,2 Milliarden Jahre war das Licht des Himmelskörper unterwegs. (Quelle: NASA, ESA, Garth Illingworth (UC Santa Cruz), Rychard Bouwens (UC Santa Cruz and Leiden University) and the HUDF09 Team)

Garth Illingworth und Rychard Bouwens von der University of California, Santa Cruz, haben die Studie geleitet, die das Hubble-Teleskop der NASA an seine Grenzen gebracht hat. Die nun entdeckte Galaxie hat rund 480 Millionen Jahre nach dem Urknall existiert, zu diesem Zeitpunkt hatte das Universum gerade einmal vier Prozent seines aktuellen Alters erreicht.

Starker Anstieg von Sternen und Galaxien

Illingworth erklärt, dass Wissenschaftler langsam zu den ersten Galaxien gelangen, die sich etwa 200 bis 300 Millionen Jahre nach dem Urknall geformt haben sollen. Mit der Entfernung von 13,2 Milliarden Lichtjahren ist die Galaxie etwa 150 Millionen Lichtjahre weiter entfernt als der bisherige Rekord. Das Universum ist laut Angaben der NASA rund 13,7 Milliarden Jahre alt.

Die Forscher konnten außerdem weitreichende Veränderungen in Galaxien in dem Zeitraum von 480 bis 650 Millionen Jahre nach dem Urknall feststellen. In dieser Zeit ist die Entstehungsrate von Sternen um das zehnfache angestiegen. Dies sei ein erstaunlicher Anstieg in so einer vergleichbar kurzen Zeit, erklärt Illingworth.

Darüber hinaus ist auch die Zahl der Galaxien stark angestiegen. Ältere Forschungen haben 47 Galaxien gefunden, als das Universum etwa 650 Millionen Jahre alt war. 170 Millionen Jahre früher konnte dagegen nur eine Galaxie ausgemacht werden. Bouwens erklärt, dass jetzt das erste Mal realistische Aussagen über die Veränderung der Galaxie-Population in dieser Zeit möglich wären und bedeutende Grenzen für Modelle über die Entstehung von Galaxien aufgezeigt werden können.

Vergleichsweise kleine Galaxie

Die einzelnen Sterne können vom Hubble-Teleskop nicht identifiziert werden, wodurch die Galaxie wie ein undeutlicher Fleck erscheint. Die Galaxie ist außerdem sehr klein im Vergleich zu Galaxien, die sich näher an der Erde befinden. Die Milchstraße ist beispielsweise 100 mal so groß. Die Forschung zeigt, dass die Galaxie aus Sternen besteht, die sich 100 bis 200 Millionen Jahre früher geformt haben und zwar aus Gas, das in dunkler Materie gefangen war.

Beobachtungen von noch früheren Zeiten sind mit Hubble nicht möglich. Astronomen müssen auf den Nachfolger, das James Webb Space Teleskop, warten, um in die Zeit zurückzugehen, als sich die ersten Sterne und Galaxien geformt haben.

Nicht mit dem Hubble, sondern mit dem Kepler-Teleskop der NASA wurde Mitte des Monats der kleinste Planet außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Außerdem ist Kepler-10b auch der erste Felsplanet, der gefunden wurde. Im November wurde zudem mit Hilfe des Röntgenteleskops Chandra das jüngste schwarze Loch entdeckt.

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Lisa Bruness
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