Ohne Zustimmung der Nutzer

Sponsored Stories: Facebook-Mitglieder werden zu Werbebotschaftern

Facebook-Nutzer können in Zukunft zu unbezahlten Werbeträgern werden. So können Werbe-Kunden Einträge von Facebook-Nutzern in einer speziellen Spalte auf der Profilseite als eine Art Mundpropaganda anzeigen lassen. Der neue Dienst mit dem Namen "Sponsored Stories" wurde von Facebook in einem Video vorgestellt.

Sponsored Story: In einem Fenster wird dem Facebook-Nutzer künftig Werbung mit den eigenen Freunden gezeigt. (Bild: Screenshot)
Sponsored Story: In einer Spalte auf der Profilseite wird dem Facebook-Nutzer künftig Werbung, die von den eigenen Freunden stammt, angezeigt. (Bild: Screenshot)
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Mundpropaganda ist für Unternehmen eine wichtige Art der Werbung, die sie allerdings nur begrenzt steuern können. Der Vorteil von Mundpropaganda besteht darin, dass Konsumenten meistens viel Wert auf die Meinung von Freunden zu einem Produkt oder etwa einem Restaurant legen. Menschen verlassen sich häufig auf solche Empfehlungen, da sie den Freunden vertrauen.

Nutzer werden nicht gefragt

Das Prinzip der Mundpropaganda wird von Facebook jetzt mit den Sponsored Stories übernommen. Unternehmen können dadurch relativ einfach Mundpropaganda für werbliche Zwecken nutzen. Wenn einem Facebook-Nutzer zum Beispiel ein Produkt oder eine Firma "gefällt" oder er in ein Geschäft "eincheckt" können die Unternehmen diese Einträge als eine Art Anzeige nutzen. Der Nutzer wird dabei nicht gefragt, ob er damit einverstanden ist.

Allerdings können solche Einblendungen nicht alle Facebook-Anwender sehen, sondern nur die Facebook-Freunde des Nutzers. Facebook argumentiert in dem Produktvideo, dass also sowieso nur diejenigen die Informationen sehen, die diese sowieso erhalten hätten. Mit Sponsored Stories werden entsprechende Einträge aus dem Nachrichtenfluss herausgenommen und in einer entsprechenden Spalte auf der rechten Seite angezeigt. Loggt sich ein Nutzer also bei Facebook ein, sieht er auf seiner Profilseite in dem Sponsored-Stories-Spalte die Werbung der eigenen Freunde. 

"Friend Finder" wird geändert

Das größte soziale Netzwerk stand schon häufig in der Kritik von Datenschützern. Einen kleinen Sieg konnten deutsche Datenschützer erst kürzlich für sich verbuchen. Facebook hat sich damit einverstanden erklärt, einige Änderungen am "Friend Finder" vorzunehmen. Nutzern sollen dadurch eine transparente Kontrolle über die von ihnen importierten Daten von Freunden erhalten.

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