Viel Klang, wenig Mehrkanal-Leistung
Groß, schwer, mächtig: AV-Receiver Denon AVR-4810 m Test
Groß, größer, Denon AVR-4810 - Denons Spitzenmodell in Sachen AV-Receiver wiegt 19 Kilo, kostet 3.000 Euro und bringt alles, wirklich alles mit, was der Heimcineast von heute braucht: neun Endstufen, zwei Fernbedienungen, jede erdenkliche Sonderausstattung. Doch wie klingt der Bolide im Surround- und Stereobetrieb?

Inhaltsverzeichnis
- 1Ausstattung
- 2Handhabung
- 3Surround-Klang
- 4Stereo-Hörtest
- 5Fazit
Ausstattung
Nicht fünf, nicht sieben, nein, gleich neun Endstufen bringt der AVR-4810 mit. Diese sind zudem nicht per integrierten Schaltkreisen, sondern diskret und damit aus einzelnen Bauteilen aufgebaut. In der Praxis bedeutet dies, dass der Receiver auch ohne externe Unterstützung neben den normalen sieben Kanälen zusätzlich die Höhenkanäle des neuen Wiedergabeformats Dolby ProLogic 2z übernehmen kann.
Denon dachte sogar an Audyssey DSX, das Konkurrenzverfahren von ProLogic 2z, das nicht nur Höhenkanäle, sondern zusätzliche Seitenkanäle erzeugt. Die beiden weiteren dafür nötigen Endstufen passten zwar nicht mehr ins Gehäuse, aber dafür liefert der 4810er die entsprechenden Vorverstärker-Ausgänge zum Anschluss einer externen Stereo-Endstufe. Die Japaner sprechen sogar von einer 11.3-Vorstufe, weil alle elf möglichen Kanäle als Vorverstärker-Ausgänge ausgeführt sind. Weiterhin befinden sich auch noch drei separate Subwoofer-Ausgänge an Bord, die allerdings allesamt das gleiche Signal liefern.
Früher gab sich Denon bezüglich des Videoprozessors immer sehr mitteilungsfreudig, doch diese Zeiten scheinen vorüber zu sein: Beim AVR-4810 geben sich die Japaner bedeckt. Dies erscheint angesichts der Qualität beim Umgang mit Bildsignalen umso unverständlicher, da die Bildverarbeitung hervorragend ist, wie im Laufe des netzwelt-Tests deutlich wird. Denn ganz gleich, ob die Signale nun analog oder digital zugespielt werden - eine sehr gute Wandlung in 1080p gelingt immer.
Punkte sammelte bei der Redaktion auch die Inverse-Telecine-Funktion, die aus 60-Hertz-Videos 24 Bilder pro Filmsekunde macht, was Besitzer von NTSC-DVDs freut. Selbstverständlich befindet sich auch ein Netwerk-Anschluss an Bord, und das sogar in doppelter Ausführung - einmal in Form einer konventionellen Ethernet-Buchse, einmal drahtlos per WLAN. Mit beiden kann der Denon auf DLNA-Musikserver im Heimnetzwerk oder Internet-Radiostationen zugreifen.
