Ob mit oder ohne Steve Jobs
Kommentar: Harte Zeiten für Apple
Der gesundheitlich angeschlagene Apple-Chef Steve Jobs muss wieder eine Auszeit nehmen. Wie geht es weiter bei dem erfolgsverwöhnten Hersteller, bei dem alles auf den Chef ausgerichtet ist? Möglicherweise kommen auf Apple schwierige Zeiten zu. Das wäre aber auch mit Steve Jobs an der Spitze nicht anders.
Für Apple war dies eine bittersüße Woche. Da konnte das Unternehmen einen Quartalsgewinn von sechs Milliarden Dollar einstreichen. Das ist der bisher größten Gewinn der Unternehmensgeschichte. Nicht schlecht für eine Firma, die ihr Geld letztlich mit Hightech-Spielzeug macht.
Aber der Mann, der als Vater dieser Erfolge gilt, wird jetzt für einige Zeit ausfallen. Steve Jobs muss aus gesundheitlichen Pause machen. Es ist zu hoffen, dass Jobs sich schnell erholt und wieder gesund an seinem Arbeitsplatz erscheinen kann. In den letzten Tagen ist viel darüber geschrieben worden, wie wichtig Jobs für Apple ist und wie schwer es für Apple wird, wenn er nicht mehr zurückkehren kann.
Steve Jobs blamiert die PC-Branche
Jobs ist mit Apple etwas Einmaliges gelungen. Er hat in den letzten zehn Jahren die gesamte PC-Branche blamiert. Und das dreimal hintereinander. Denn iPod, iPhone und iPad waren alle keine wirklich neuen oder besonders genialen Produkte. Viele Hersteller, darunter Schwergewichte wie Microsoft, Acer, Nokia oder Samsung hatten sich in den Jahren zuvor mit MP3-Playern, Smartphones und Tablet-PCs beschäftigt. Aber nur Apple ist das Kunststück gelungen, in allen drei Bereichen jeweils auf Anhieb ein ausgereiftes Produkt vorzulegen.
Im Vergleich dazu waren die Geräte der Konkurrenz allenfalls Bastelübungen. Dabei haben Jobs und sein Team einfach nur vorhandene Techniken und Ideen zusammengesetzt, ein funktionierendes Produkt gebaut und clever vermarktet. So gesehen kein Hexenwerk.
Trotzdem ist Apple damit zum Schrittmacher und Vorbild in der Hightech-Branche geworden. Ohne Steve Jobs wird es für Apple schwer sein, die Spitzenposition zu halten. Das liegt nicht unbedingt daran, dass er so ein toller Visionär oder Firmenlenker ist. Das ist er vielleicht sogar, aber in der Funktion als Topmanager ist er letztlich ersetzbar. Aber Jobs ist eine Kultfigur. Er kann präsentieren, was er will, die Leute sind begeistert. Alle wollen eines jener Produkte ergattern, die der große Magier selbst vorgestellt hat. Deshalb akzeptieren sie auch einen fetten Preisaufschlag, der die Kassen von Apple füllt.
Für die Kultfigur Steve Jobs gibt es eben keinen Ersatz.
Aber auch, wenn Jobs bald wieder auf seinem Posten ist, kann das Unternehmen sich auf härtere Zeiten gefasst machen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste ist reine Spekulation. Es könnte sein, dass das Kreativ-Potenzial von Jobs und seinem Team irgendwann mal schwächer wird. Dass ihnen die Ideen ausgehen. Dreimal hat Jobs die ganze Branche mit einem genialen Produkt hinter sich gelassen. Wird das ein viertes und fünftes Mal gelingen? Irgendwann endet jede Glückssträhne.
Konkurrenz kommt mit besseren Tablets
Hinzu kommt, dass die Konkurrenz besser geworden ist. In diesem Jahr werden viele Hersteller eigene Tablet-PCs auf den Markt bringen. Die haben sich das iPad genau angesehen und werden ihre Lehren daraus gezogen haben. Da wird mit Sicherheit das ein oder andere Gerät dabei sein, das genau so gut ist wie das iPad.
Außerdem ist noch ein anderer Trend zu beobachten, der nicht unbedingt gut für Apple ist. In Zukunft wird es immer weniger auf die Hardware und immer mehr auf die Anwendungen ankommen, genauer gesagt, auf Apps. In diesem Bereich ist Apple mit seinem App Store und iTunes bestens aufgestellt. Aber andere eben auch. Googles Android Market wird von Woche zu Woche stärker. Auch Facebook entwickelt sich zu einem mächtigen Konkurrenten. Google und Facebook sind noch junge Unternehmen, die einen mächtigen kreativen Drive mitbringen. Sie werden Apple in den nächsten Jahren deshalb gehörig ins Schwitzen bringen - ob mit oder ohne Steve Jobs.


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insgesamt 8 BeiträgeLetzten Endes ist es doch völlig uninteressant, wer welche Firma lenkt. Marketing ist wichtig und ein Produkt, das zumindest so aussieht, las wenn es gut wäre. Das gilt für alle industriellen...
Unswinn - realistisch bietet Apple gute Produkte, ohne Dumpingstrategien zu fahren. Das hat sich inzwischen herumgesprochen und deshalb ist es im Gegensatz zu Schaumschlägern wie Microsoft auch langfristig...
Zitat: Vor 10-15 Jahren hat Apple Computer für Freaks gebaut, heute ist nur überteuerte mainstream Hardware und Spielzeug. Schön. Und was genau hat das jetzt mit Steve...
Vor 10-15 Jahren hat Apple Computer für Freaks gebaut, heute ist nur überteuerte mainstream Hardware und Spielzeug.
Wann wird über mich geschrieben, wenn ich Krank bin :D?