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Kommentar: Harte Zeiten für Apple
Ob mit oder ohne Steve Jobs

von Mehmet Toprak Uhr veröffentlicht

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Der gesundheitlich angeschlagene Apple-Chef Steve Jobs muss wieder eine Auszeit nehmen. Wie geht es weiter bei dem erfolgsverwöhnten Hersteller, bei dem alles auf den Chef ausgerichtet ist? Möglicherweise kommen auf Apple schwierige Zeiten zu. Das wäre aber auch mit Steve Jobs an der Spitze nicht anders.

Auf sie kommt es jetzt an: Tim Cook (Chief Operating Officer), Jonathan Ive (Senior Vice President, Industrial Design) und Scott Forstall (Senior Vice President, iPhone Software) müssen bei Apple jetzt für einige Zeit ohne Steve Jobs auskommen. (Fotos:

Für Apple war dies eine bittersüße Woche. Da konnte das Unternehmen einen Quartalsgewinn von sechs Milliarden Dollar einstreichen. Das ist der bisher größten Gewinn der Unternehmensgeschichte. Nicht schlecht für eine Firma, die ihr Geld letztlich mit Hightech-Spielzeug macht.

Aber der Mann, der als Vater dieser Erfolge gilt, wird jetzt für einige Zeit ausfallen. Steve Jobs muss aus gesundheitlichen Pause machen. Es ist zu hoffen, dass Jobs sich schnell erholt und wieder gesund an seinem Arbeitsplatz erscheinen kann. In den letzten Tagen ist viel darüber geschrieben worden, wie wichtig Jobs für Apple ist und wie schwer es für Apple wird, wenn er nicht mehr zurückkehren kann.

Steve Jobs blamiert die PC-Branche

Jobs ist mit Apple etwas Einmaliges gelungen. Er hat in den letzten zehn Jahren die gesamte PC-Branche blamiert. Und das dreimal hintereinander. Denn iPod, iPhone und iPad waren alle keine wirklich neuen oder besonders genialen Produkte. Viele Hersteller, darunter Schwergewichte wie Microsoft, Acer, Nokia oder Samsung hatten sich in den Jahren zuvor mit MP3-Playern, Smartphones und Tablet-PCs beschäftigt. Aber nur Apple ist das Kunststück gelungen, in allen drei Bereichen jeweils auf Anhieb ein ausgereiftes Produkt vorzulegen.

Im Vergleich dazu waren die Geräte der Konkurrenz allenfalls Bastelübungen. Dabei haben Jobs und sein Team einfach nur vorhandene Techniken und Ideen zusammengesetzt, ein funktionierendes Produkt gebaut und clever vermarktet. So gesehen kein Hexenwerk.

Trotzdem ist Apple damit zum Schrittmacher und Vorbild in der Hightech-Branche geworden. Ohne Steve Jobs wird es für Apple schwer sein, die Spitzenposition zu halten. Das liegt nicht unbedingt daran, dass er so ein toller Visionär oder Firmenlenker ist. Das ist er vielleicht sogar, aber in der Funktion als Topmanager ist er letztlich ersetzbar. Aber Jobs ist eine Kultfigur. Er kann präsentieren, was er will, die Leute sind begeistert. Alle wollen eines jener Produkte ergattern, die der große Magier selbst vorgestellt hat. Deshalb akzeptieren sie auch einen fetten Preisaufschlag, der die Kassen von Apple füllt.

Für die Kultfigur Steve Jobs gibt es eben keinen Ersatz.

Aber auch, wenn Jobs bald wieder auf seinem Posten ist, kann das Unternehmen sich auf härtere Zeiten gefasst machen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der erste ist reine Spekulation. Es könnte sein, dass das Kreativ-Potenzial von Jobs und seinem Team irgendwann mal schwächer wird. Dass ihnen die Ideen ausgehen. Dreimal hat Jobs die ganze Branche mit einem genialen Produkt hinter sich gelassen. Wird das ein viertes und fünftes Mal gelingen? Irgendwann endet jede Glückssträhne.

Konkurrenz kommt mit besseren Tablets

Hinzu kommt, dass die Konkurrenz besser geworden ist. In diesem Jahr werden viele Hersteller eigene Tablet-PCs auf den Markt bringen. Die haben sich das iPad genau angesehen und werden ihre Lehren daraus gezogen haben. Da wird mit Sicherheit das ein oder andere Gerät dabei sein, das genau so gut ist wie das iPad.

Außerdem ist noch ein anderer Trend zu beobachten, der nicht unbedingt gut für Apple ist. In Zukunft wird es immer weniger auf die Hardware und immer mehr auf die Anwendungen ankommen, genauer gesagt, auf Apps. In diesem Bereich ist Apple mit seinem App Store und iTunes bestens aufgestellt. Aber andere eben auch. Googles Android Market wird von Woche zu Woche stärker. Auch Facebook entwickelt sich zu einem mächtigen Konkurrenten. Google und Facebook sind noch junge Unternehmen, die einen mächtigen kreativen Drive mitbringen. Sie werden Apple in den nächsten Jahren deshalb gehörig ins Schwitzen bringen - ob mit oder ohne Steve Jobs.

Kommentare zu diesem Artikel

Der gesundheitlich angeschlagene Apple-Chef Steve Jobs muss wieder eine Auszeit nehmen. Wie geht es weiter bei dem erfolgsverwöhnten Hersteller, bei dem alles auf den Chef ausgerichtet ist? Möglicherweise kommen auf Apple schwierige Zeiten zu. Das wäre aber auch mit Steve Jobs an der Spitze nicht anders.

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  • kaiman schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Letzten Endes ist es doch völlig uninteressant, wer welche Firma lenkt. Marketing ist wichtig und ein Produkt, das zumindest so aussieht, las wenn es gut wäre. Das gilt für alle industriellen Bereiche im übrigen. Ein Typ wie Jobs macht Marketing ein wenig einfacher in dem Fall und wenn er weg sein sollte? Ive und Co. kommen ja schon des öfteren in der Öffentlichkeit vor und somit wird, bis auf ein paar Leuten, die in dieser und der umgebenden Netzwelt unterwegs sind,kaum jemandem auffallen, das sich da was geändert hat. Wen juckt es denn tatsächlich, ob ein Bill Gates noch zu Microsoft gehört, oder ein Steve Jobs zu den Gründern von Apple gehört? Die Masse, also die Mehrheit der Menschen, ist kaum in der Lage Technik fehlerfrei zu bedienen. Es ist ihnen auch schlicht vollkommen wurscht, wie, wo, was geht, oder eben nicht geht. Ob jetzt ein Virus auf dem Rechner ist, ein Passwort so und so beschaffen sein sollte, man einen Scaner für Viren etc. haben sollte. Mit ein wenig Glück können sie einem sagen, welche Reifengröße ihr Auto laut TÜV/ABE fahren darf, oder was die Fahrkarte mit Preisstufe 2 in ihrem Verkehrsverbund kostet. Die Netzmenschen gibt es zwar, sie befinden sich aber in einer verschwindenden Minderheit. Leute, die Facebook benutzen, wissen in aller Regel gar nicht, was das genau ist. Ebenso wenig, wie sie erklären könnten, was zur Hölle eigentlich eine SMS ist, oder was sich hinter HDTV verbergen mag. Hauptsache es geht, wenn man Lust hat, das zu benutzen/auszuprobieren. Daher kommt es nur auf ein gutes Marketing an. Immer.
  • AlexMMMM schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Unswinn - realistisch bietet Apple gute Produkte, ohne Dumpingstrategien zu fahren. Das hat sich inzwischen herumgesprochen und deshalb ist es im Gegensatz zu Schaumschlägern wie Microsoft auch langfristig erfolgreich. Der Vorsprung bei Pads und des itunes Store inkl. Apps ist schon da - nachträgliche Konkurrenten können daran wenig ändern. Zur Zeit ist das eine der wenigen Aktien, die tatsächlich mit einem KGV von ca. 15 günstig sind. Bei den meisten DAX-Aktien und Apples Konkurrenten kann man heute nicht mehr von günstig sprechen.
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Vor 10-15 Jahren hat Apple Computer für Freaks gebaut, heute ist nur überteuerte mainstream Hardware und Spielzeug. Schön. Und was genau hat das jetzt mit Steve Jobs' Auszeit zu tun?
  • Saka schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Vor 10-15 Jahren hat Apple Computer für Freaks gebaut, heute ist nur überteuerte mainstream Hardware und Spielzeug.
  • DerMitDemProblem schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Wann wird über mich geschrieben, wenn ich Krank bin :D?
  • -Sandstorm- schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Ich denke sowieso, dass es falsch ist, dass sich die Medien, die Börse und auch andere so sehr auf Jobs fixieren. Das Unternehmen hat schon lange keine Galionsfigur wie Jobs mehr nötig, und ich wette, es wird dem Erfolg des Konzerns keinen Abbruch tun, wenn Jobs mal nicht mehr an der Konzernspitze steht. Zugegeben, allzu viel Ahnung hab ich von Apple jetzt nicht. Deren Produkte haben mir persönlich noch nie gefallen und auch sonst interessieren mich die "Machtkämpfe" amerikanischer Firmen eigentlich nur am Rande. Anderseits - die derzeit heftigsten Konkurrenten untereinander sind Google, Apple und Facebook. Naja, und Microsoft vielleicht noch (Quellen: hier und hier und hier und hier). Und wie es bei diesen großen Firmen nun mal so ist, reicht oft ein kleines Steinchen, um felsengroße Verluste herbeizuführen. Die Anleger, Besitzer und Teilhaber solcher Firmen können sich es oft nicht leisten, auch nur die kleinste Schwäche zu zeigen - und zumindest medial ist Steve Jobs eben die führende Kraft beim großen Apfel.

    Bei mir persönlich hat Google immer einen kleinen bis mittelgroßen Sympathie-Vorteil im Vergleich zu den genannten Konkurrenten. Aber mal sehen. Spannend finde ich es auf jeden Fall.
  • Diggsagg schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    Ich glaube ja nicht, das Steve Jobs' "revolutionären" Keynotes der ausschlaggebende Impuls für Apples Erfolg sind. Der maßgebliche Erfolg der Cupertinos liegt ja in den "Mainstream-Produkten" iPod und iPhone begründet - und ich könnte aus dem Stegreif mindestens zwanzig Leute aus meinem Bekanntenkreis nennen, die zwar einen iPod oder ein iPhone besitzen, bei dem Namen Steve Jobs aber nur müde mit den Schultern zucken. Die Frage ist halt auch, inwieweit der Apple-CEO überhaupt noch großartigen Anteil am Erfolg des Konzerns hat. Ich glaube, andere Leute (wie z.B. Steve Wozniak oder Jonathan Ive) tragen da mehr zum Erfolg der Geräte bei. Es wurde ja schon immer gesagt, dass Jobs der geborene Verkäufer sei - für die kreative Arbeit und die Entwicklung zeichnen sich aber andere Leute verantwortlich. Ich denke sowieso, dass es falsch ist, dass sich die Medien, die Börse und auch andere so sehr auf Jobs fixieren. Das Unternehmen hat schon lange keine Galionsfigur wie Jobs mehr nötig, und ich wette, es wird dem Erfolg des Konzerns keinen Abbruch tun, wenn Jobs mal nicht mehr an der Konzernspitze steht.
  • lance schrieb Uhr
    AW: Kommentar: Harte Zeiten für Apple

    nun ja, konkurrenz belebt das geschäft, kann für den kunden also nur gut sein :)

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Kommentar: Harte Zeiten für Apple
Kommentar: Harte Zeiten für Apple
Der gesundheitlich angeschlagene Apple-Chef Steve Jobs muss wieder eine Auszeit nehmen. Wie geht es weiter bei dem erfolgsverwöhnten Hersteller, bei dem alles auf den Chef ausgerichtet ist? Möglicherweise kommen auf Apple schwierige Zeiten zu. Das wäre aber auch mit Steve Jobs an der Spitze nicht anders..
http://www.netzwelt.de/news/85379-kommentar-harte-zeiten-apple.html
2011-01-21 16:09:39
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Kommentar: Harte Zeiten für Apple