25-jährige Ingenieurin springt in den Tod
Selbstmord: Erneuter Zwischenfall bei Elektrozulieferer Foxconn
Im Werk des Elektrozulieferers Foxconn hat erneut eine Mitarbeiterin Selbstmord begangen. Zuvor sei sie zur Kündigung gedrängt worden, berichtet die Berliner Tageszeitung taz. Bei einem weiteren Zwischenfall sind laut dem taiwanischen Online-Magazine Digitimes in einem Werk in Chengdu zwei Mitarbeiter verletzt worden.

Die 25-jährige Ingenieurin habe sich bereits in der vergangenen Woche aus dem zehnten Stock eines Hauses auf dem Fabrikgelände in Shenzhen in den Tod gestürzt. Foxconn habe den Todesfall aber erst jetzt bestätigt. Das Unternehmen sprach den Angehörigen sein Beileid aus und bot der Familie Unterstützung an. Laut Medienberichten habe die Frau vor ihrem Todessprung eine E-Mail erhalten, in der sie zur Kündigung aufgefordert wurde. Daraufhin sei ein Streit mit ihrem Vorgesetzten entbrannt, dieser habe sie zu einer medizinischen Untersuchung geschickt, in der die Ärzte der jungen Frau Schizophrenie attestierten. Als der Vorgesetzte sie darauf erneut aufforderte die Arbeit zu beenden und in ihre Heimat zurückzukehren, nahm die Ingenieurin sich das Leben.
Zwei weitere Mitarbeiter verletzt
Bei Unruhen im Werk in Chengdu sind zwei weitere Mitarbeiter verletzt worden, berichtet die Digitimes, dieser Vorfall stehe laut Foxconn jedoch in keinem Zusammenhang mit der Arbeit im Werk. Foxconn ist als Auftragsfertiger für zahlreiche große Elektronikkonzerne, unter anderem auch Apple, tätig. Im vergangenen Jahr hatte eine Selbstmordserie im Werk in Shenzhen für Aufsehen gesorgt, dort hatten sich insgesamt zehn Mitarbeiter das Leben genommen und drei weitere Selbstmordversuche gestartet. Der Grund hierfür waren die miserablen Arbeitsbedingungen in den Werken. Foxconn hatte daraufhin unter anderem mit massiven Lohnerhöhungen reagiert.

Es kommt immer daruf an, ob Du und wie Du gemobbt wirst. Ich wurde von meinem nächst höheren Vorgesetzten (Hauptgruppenleiter) gebosst. Alles was ich machte war falsch. Meine Kollegen sind, oft genug...
Ich bin sicher etwas einfältig - aber ich versteh's nicht. Warum kündigen die Leute nicht einfach ?? Man arbeitet doch, um zu leben, oder? Und wenn dieses Leben mit der Arbeit nicht...
Foxconn produziert nicht nur für Apple, aber die Arbeitsbedingungen da sind auf jeden Fall miserabel. Foxconn droht sogar die Auszeichnung zum übelsten Unternehmen des Jahres bei den Public Eye Awards 2011.