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Viewsonic Viewpad 10 im Test: Tablet mit Android und Windows 7
Tablet mit zehn Zoll großem Bildschirm und zwei Betriebssystemen

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Ein Tablet, zwei Systeme: Viewsonic installiert auf dem zehn Zoll großen Viewpad 10 Windows 7 und Android 1.6 (Donut). Doch während das eine Betriebssystem viele Ressourcen fordert, ist das andere bereits veraltet.

Viewsonic mischt mit seinen Viewpads mit sieben und zehn Zoll großen Bildschirmen seit kurzem im Tablet-Bereich mit. Auf der größeren Variante installiert der Hersteller neben dem Smartphone-Betriebssystem Android noch zusätzlich Windows 7. Dies klingt im ersten Moment vielversprechend, doch der Teufel steckt im Detail.

Zehn Zoll großes Tablet mit Netbook-Hardware

Das Viewpad 10 von Viewsonic verfügt über einen zehn Zoll großen, kapazitiven Touchscreen mit einer Aulösung von 1.024 x 600 Pixeln. Der Bildschirm versteht Multitouch-Gesten, stromsparende Leuchtdioden (LED) sind für die Hintergrundbeleuchtung zuständig.

Die technische Ausstattung des Viewpad 10 erinnert teilweise an ein Netbook. So baut Viewsonic zum Beispiel einen mit 1,66 Gigahertz getakteten Atom-Prozessor von Intel und einen ein Gigabyte großen Arbeitsspeicher in das Tablet ein. Für die Grafikberechnung trägt der Intel-Chipsatz NM10 die Verantwortung.

Die installierte Home Premium-Version von Windows 7 erweist sich für diese Kombination allerdings als zu schwach und der Nutzer muss häufig Pausen einlegen, wenn ein Programm mal wieder länger rechnen muss, um zu starten oder eine Eingabe zu verarbeiten. Flash-Videos von Youtube laufen in HD-Auflösung nicht ruckelfrei ab und selbst bei einer Auflösung von 420p kommt es hin und wieder zu kurzen Pausen.

Ein Desktop- und ein Smartphone-Betriebssystem

Die installierte Android-Version 1.6 läuft dagegen flüssig, ist aber veraltet und Viewsonic installiert auf dem kleineren Viewpad 7 und dem bereits angekündigten Viewpad 10s, die zeitgemäßere Version 2.2 mit dem Codenamen Froyo. Nach dem Einschalten des Tablets erscheint ein Boot-Menü, in dem der Nutzer sich zwischen Android und Windows entscheidet. Führt er keine Aktion durch startet Android nach zehn Sekunden automatisch.

Viewsonic Viewpad 10 im Test

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Tablet mit zehn Zoll großem Touchscreen und Windows 7 sowie Android.

Als internen Speicher verbaut Viewsonic beim Viewpad einen flashbasierten SSD-Speicher mit nur 16 Gigabyte-Speicherplatz. Von diesem stehen dem Nutzer aufgrund der zwei installierten Betriebssysteme zudem nur noch ein wenig mehr als 2,5 Gigabyte zur Verfügung. Mit einer MicroSD-Karte kann er die Speicherkapazität des Tablets allerdings um bis zu 32 Gigabyte erweitern.

Das Viewpad 10 überträgt per Bluetooth Daten über kurze Entfernungen und greift per WLAN auf das Internet zu. Trotz eines vorhandenen Steckplatzes für eine SIM-Karte unterstützt das große Tablet im Gegensatz zu seiner kleineren Variante keine 3G-Netzwerke wie UMTS. Aufgrund der fehlenden SIM-Karte hat das Viewpad 10 auch keinen Zugriff auf den Android Market, sondern nur den AndAppStore mit einer deutlich kleineren Auswahl an Programmen.

Angenehmer Touchscreen, verwirrende Knöpfe

Die Bedienung des Viewpad 10 von Viewsonic erfolgt fast komplett über den Touchscreen. Dieser reagiert zügig und präzise auf Eingaben und versteht auch Multitouch-Gesten. Trotzdem kann es unter beiden Betriebssystemen nicht schaden den berührungsempfindlichen Bildschirm regelmäßig zu kalibrieren.

Die Anzeige des Viewpad 10 erweist sich als stark blickwinkelabhängig. Schon nach rund 20 Grad lässt sich das Bild nur noch schemenhaft erkennen. So sind die Inhalte auf dem Monitor zwar vor neugierigen Blicken geschützt, aber der Nutzungskomfort leidet ebenfalls sehr stark.

Rechts neben dem Bildschirm befinden sich die einzigen drei Tasten des Viewpad 10. Bei ihnen handelt es sich um einen Ein- und Ausschalter sowie den Symbolen zufolge um einen Home- und einen Zurück-Knopf. Allerdings erfüllen sie je nach Betriebssystem unterschiedliche Funktionen - und dann auch noch andere, als Nutzer sie unter Umständen von anderen Geräten gewöhnt sind.

Der Home-Button verkleinert unter Windows alle geöffneten Fenster, sodass der Schreibtisch offen liegt. Unter Android geht der Nutzer mit ihm einen Schritt zurück, während der Zurück-Knopf das Optionsmenü öffnet. Läuft wiederum Windows, schaltet der Anwender mit diesem das WLAN und Bluetooth ein und aus.

Anfangs sorgt diese Tastenbelegung für große Verwirrung, erweist sich aber als erlernbar. Die Lautstärke lässt sich nur über den Touchscreen verstellen und nicht bequem über einen Lautstärkeregler.

Kleiner Speicher, leicht zu erweitern

Das 868 Gramm schwere Viewsonic Viewpad 10 steckt in einem gut verarbeiteten Gehäuse mit einer Vorderseite aus Kunststoff und einer Rückseite aus Metall. Nur an einer Kante hat die Rückseite ein wenig Spiel.

Mit einer 1,3-Megapixel-Webcam filmt sich der Nutzer mit dem Viewpad 10 selbst, was zum Beispiel für Videotelefonate oder Chats praktisch ist. Darüber hinaus verfügt das Tablet über zwei USB-Anschlüsse, an die der Nutzer unter anderem externe Festplatten oder sogar eine Maus und eine Tastatur anschließen kann - was natürlich auch per Bluetooth funktioniert.

Über einen Mini-VGA-Anschluss zeigt das Viewpad 10 sein Bild auf externen Monitoren an und an der 3,5-Millimeter-Buchse lassen sich Kopfhörer oder Lautsprecher anschließen. Ein internes Mikrofon befindet sich direkt daneben, ebenfalls an der linken Seite des Tablets.

Fazit: Warten auf den Nachfolger

Viewsonic zeigt beim Viewpad 10 gute Ansätze, aber in der Gesamtbewertung sorgen viele Kritikpunkte für ein negatives Fazit. Das Tablet erweist sich als ordentlich verarbeitet, verfügt über Anschlüsse für externe Geräte und der Touchscreen reagiert gut auf Eingaben. Demgegenüber stehen eine veraltete Android-Version, eine Hardwareausstattung, die für die Windows-Version zu schwach ist, sowie eine gewöhnungsbedürtige Tastenbelegung und eine fehlende UMTS-Unterstützung.

Das Viewpad 7 verfügt dagegen schon jetzt über eine aktuelle Android-Version und nutzt auch das UMTS-Netz. Auf dem für Februar angekündigten Nachfolger des großen Modells, dem Viewpad 10s, soll ebenfalls Android 2.2 laufen und ein Tegra-2-Chip von Nvidia soll für eine bessere Grafikleistung sorgen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Viewsonic für das Viewpad 10 liegt bei 549 Euro. Im Internet verkaufen Online-Händler das Tablet bereits für rund 500 Euro. Angesichts der langen Mängelliste immer noch ein hoher Preis. Deutlich günstiger sind dagegen das Touchlet X2 von Pearl, das Creative ZiiO oder das IQ 701 von Pocketbook.

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Viewsonic Viewpad 10 im Test: Tablet mit Android und Windows 7
Viewsonic installiert auf seinem zehn Zoll großen Tablet Viewpad 10 zwei Betriebssysteme: Neben Windows 7 steht auch Android dem Nutzer zur Verfügung.
http://www.netzwelt.de/news/85288-viewsonic-viewpad-10-test-tablet-android-windows-7.html
2011-01-12 16:46:29
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/dokumente-wikileaks-alles-andere-guten-haenden-behaupten-ehemalige-mitarbeiter-bild-screenshot4457.png
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