Überflüssige Technik-Gadgets
Verkehrte Netzwelt: Wie Technophobe zu Technophilen werden
Senioren und Gegner des Digital Lifestyle werfen sich gerne in die Pose des souveränen Vernunftmenschen und verdammen scheinbar überflüssige Technik-Gadgets. Doch irgendwann wird jeder schwach.
PC: "Braucht kein Mensch"
Schon komisch, diese Alten. Zuerst schimpfen sie auf die neue Technik, dann machen sie selbst mit. In die Riege der schimpfenden Senioren reihen sich auch die Digital-Lifestyle-Verächter ein. Das Geschimpfe ging schon vor 20 Jahren los, als der Computer populär wurde. Leute über 40 konnten nichts damit anfangen. "Brauch´ ich nicht. Ich mache meine Sachen lieber mit Bleistift, Schere und Papier. Das ist so schön haptisch." Heute hat sich das Bild gründlich geändert. Es gibt praktisch keinen Rentner mehr, der nicht seine Fotos im PC verwaltet, seine Urlaubsvideos mit dem Videoschnitt-Programm bearbeitet oder Musik am PC macht. Einige haben sich sogar schon zu Linux-Experten entwickelt.
Handy: "Was für Angeber"
Das gleiche Spiel beim Thema Handy. Als agile Jung-Manager Mitte der neunziger Jahre anfingen, in der Öffentlichkeit mit ihrem Handy zu hantieren, schimpften die Leute. "Solche Angeber. Völlig überflüssig. Wozu gibt es Telefonzellen"? Gerne äfften sie dann noch das vermeintlich typische Handytelefonat nach. "Schatz, ich bin zehn Minuten zu Hause." Und heute? Da telefonieren die einstigen Handy-Verächter selbst ständig mobil durch die Gegend. Vorwand: "So ein Handy ist schon praktisch. Das kann mal Leben retten."

Der Netzausfall bei T-Mobile bescherte vielen Menschen einen halben Tag ohne Handy. Die Verkehrte Netzwelt geht einen Schritt weiter und fordert gleich einen kompletten Tag ohne Mobiltelefon - im Selbstversuch.
Dem Trend zu immer mehr Funktionen stellen sich jetzt die Macher von "John´s Phone" entgegen. Das Mobiltelefon besteht quasi nur aus einem Tastenfeld und kann bloß telefonieren. Nicht mal SMS können Nutzer verfassen.
Ein Smartphone ist ein technisches Meisterwerk und trotzdem ist ein einfaches Handy befriedigender, denn es tut, was es soll, wann es soll! Ein Beitrag aus der Verkehrten Netzwelt.
Online-Banking, E-Mails, PCs und Smartphones - der digitale Komfort erleichtert unseren Alltag. Was passieren kann, wenn da etwas schief geht, zeigt die folgende Verkehrte Netzwelt.
Der Fernseher geht aus, genauso wie die Lampen. Der Computer gibt keinen Ton von sich und auch das Radio an der Steckdose bleibt leise. Stromausfall. Jetzt ist guter Rat teuer: Wie soll man ohne Computer nach Stromausfall googeln?
Schnell noch Facebook checken. Kurz die App ausprobieren. Dann noch das neue Tablet einrichten. Nebenbei vielleicht auch ein wenig arbeiten. Personalchefs sind mit einer neuen Generation von Mitarbeitern konfrontiert. Immer online, wahnsinnig gut vernetzt und auf der Höhe der Zeit! Das sind die Mitarbeiter der Zukunft, in der Verkehrten Netzwelt.





Beiträge
insgesamt 5 BeiträgeHm. Ein guter Artikel, oberflächlich gesehen. Doch - als absoluter Gegner von Facebook, Twitter und Co, möchte ich mich auch mal dazu äußern. Es stimmt, früher waren alle am lästern, als...
Zitat: Wartet noch zwei, drei Jahre, dann werden auch Oma und Opa Freundschaften anbieten und twittern, was das Zeug hält. Bitte - unbedingt und so bald wie möglich! Dann...
Mein lieber junger Freund, dein Artikel ist super geschrieben, bringt die Sache auf den Punkt. Und doch wird er der Generation 40-/50-/60-Plus nicht gerecht. Zwar lernen die Alten heute vermehrt von den Jungen -...
Ja, in dem Artikel steckt schon viel Wahrheit. ;) Was Handies angeht, kann ich die Beobachtung von damals auf jeden Fall teilen. Bei sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter & Co. kann ich von meinem eigenen...
Sehe ich ein wenig anders: Die "Alten" müssen schon dem Dunstkreis eines Gymnasiums, besser einer Hochschule entstammen, um mit den Gadgets etwas anfangen zu können. Von Filmschnitt, Urlaubsfotos...