Jung, verantwortungsbewusst, kompetent
Kommentar: Internet-Minister dringend gesucht
Wenn ich in der Politik was zu sagen hätte, dann würde ich sofort einen Minister für Internet, Technologie und Computer ernennen. Der neue Minister wäre zwischen 30 und 35 Jahren alt. Also alt genug, um Verantwortung übernehmen zu können und gleichzeitig noch jung genug, um mit dem PC aufgewachsen zu sein. Er wüsste, dass "Android" kein Science-Fiction-Film ist und "Ubuntu" kein afrikanischer Tanz.

Inhaltsverzeichnis
- 1Keine Internet-Kompetenz in der Regierung
- 2Das Pflichtenheft des Cyber-Ministers
- 3Piratenpartei: Kein Beitrag zum Gemeinwohl
Er hätte einige 100 Stunden in seinem Leben mit Computerspielen verbracht. Spiele wie Tomb Raider oder Colin McRae waren seine Favoriten. Und ja, er hat auch Ego-Shooter gespielt und gelegentlich eine Musik-CD kopiert. Er besitzt rudimentäre HTML-Kenntnisse und kennt den Unterschied zwischen Bugfix und Update. Er hätte schon mal einen PC selbst zusammengebaut und mindestens fünf Mal Windows installiert. Er könnte eine SMS in 20 Sekunden schreiben und hätte keine Probleme mit T9. Kurz, ein echter Nerd.
Keine Internet-Kompetenz in der Regierung
Der Grund dafür, dass ich mir so einen Minister wünsche, liegt in der mangelnden Fachkompetenz deutscher Spitzenpolitiker. Wenn man sich ansieht, was die Regierungen in den letzten Jahren zu den Themen der digitalen Welt sagen hatten, wird man das Gefühl nicht los, dass die Politik auf Entwicklungen zu spät, zu langsam und häufig auch falsch reagiert. Egal, ob Datenschutz, Vorratsdatenspeicherung oder Gewalt in Computerspielen, es ist immer dasselbe Trauerspiel.
Früher konnte man sagen, das liege am Alter der politischen Akteure, denn die waren ja noch nicht mit Internet und PCs aufgewachsen. Heute gilt dieses Argument nicht mehr. Einige Minister und viele Abgeordnete sind deutlich unter 40, einige sogar unter 35. Trotzdem handeln und denken sie so, als sei die digitale Revolution an ihnen vorbeigegangen. Das hat möglicherweise etwas mit den Lebensläufen zu tun.
Deutsche Spitzenpolitiker haben zumeist Jura, Volkswirtschaft oder Betriebswirtschaft studiert und sind schon frühzeitig ihrer Partei beigetreten. Zielstrebige und karriereorientierte Lebensplanung. Die haben in ihrer Jugend vermutlich nicht nächtelang Tomb Raider gespielt, waren keine digitalen Bohemiens, die ihre Zeit im Cyberspace vergammelt haben. Bei all der zielstrebigen Karriereplanung ist ihnen aber möglicherweise einiges von dem entgangen, was heute einen wichtigen Teil der gesellschaftlichen Realität ausmacht. Bezeichnend, dass die Ministerin, die sich am stärksten mit dem Thema Bürgerrechte im Internet beschäftigt hat, Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, als eine der wenigen aus der Juristen-Riege ausschert; sie hat eine Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin gemacht.
Es wäre also schon des Nachdenkens wert, ob es in Deutschland nicht ein Ministerium für Internet und Neue Medien oder wie auch immer man es nennen mag, geben sollte.

Meine Meinung hierzu schließt sich an der von "Der Pranger" an. Leider sind die Parteifunktionäre durch das ewige "Hochschlafen" so rundgewaschen, daß man mit diesen Leuten meist nichts mehr anfangen kann. In...
Guter Kommentar, leider befürchte ich dass die Damen und Herren Politiker sich gar nicht im Klaren sind, dass es überhaupt eine Technologie namens Internet gibt...
Im Prinzip ja alles richtig, leider zeigt die Praxis, dass in dieser Vetternwirtschaft die wir Regierung nennen Kompetenz keine Vorraussetzung ist. Da ist ein Karl-Theodor zu Guttenberg auch...
Guter Kommentar, leider befürchte ich dass die Damen und Herren Politiker sich gar nicht im Klaren sind, dass es überhaupt Handlungsbedarf gibt. Ich würde aber gar nicht diese Anforderungen stellen....