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Pocketbook IQ 701 im Test: Zwischen E-Book-Reader und Tablet
Sieben Zoll großer, farbiger Touchscreen und Android-Betriebssystem

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Pocketbook, ukrainischer Hersteller von E-Book-Readern, versucht sich mit einem Tablet. Das Pocketbook IQ 701 mit sieben Zoll großen Touchscreen und Android-Betriebssystem ist zwar extrem günstig, zeigt im Test allerdings auch viele Schwachstellen.

E-Book-Reader oder Tablet - das Pocketbook IQ 701 kann sich nicht so recht entscheiden. Nachdem das gleichnamige Unternehmen aus der Ukraine bisher nur E-Book-Lesegeräte mit E-Ink-Displays hergestellt hat, bietet es jetzt erstmals ein Multimedia-Tablet mit farbigen Touchscreen und Android-Betriebssystem an, dessen Schwerpunkt aber immer noch in der Wiedergabe von elektronischen Büchern liegt.

Ausstattung auf Sparflamme

Das Pocketbook IQ 701 verfügt über einen sieben Zoll großen Touchscreen, der bei einer Auflösung von 800 x 600 Pixeln allerdings nur 262.000 Farben anzeigt. Zudem wirkt der Bildschirm grob gerastet, so dass keine klaren, runden Konturen entstehen.

Als Betriebssystem installiert Pocketbook Android 2.0 auf dem IQ 701. Das Tablet greift nur per WLAN auf das Internet zu und verfügt über keine SIM-Karte. Folglich hat das Gerät auch keinen Zugriff auf dem Android Market. Kostenlose und kostenpflichtige Apps kann der Nutzer jedoch über den Slide Anwendungsmanager (SAM) herunterladen. Im Test funktionierte dies allerdings nicht einwandfrei und einige Installationen schlugen fehl oder wurden nach zu langer Wartezeit abgebrochen.

Im Pocketbook IQ 701 verrichtet ein mit 800 Megahertz getakteter Prozessor von Samsung seine Arbeit. Unterstützung erhält er von knapp bemessenen 256 Megabyte Arbeitsspeicher. Das Tablet verfügt über einen zwei Gigabyte großen internen Speicher, auf dem sich bereits knapp über 1.000 kostenlose Bücher in mehreren Sprachen befinden. Der Nutzer kann die Speicherkapazität mit einer SD- oder SDHC-Karte um bis zu 32 Gigabyte erweitern.

Nach Angaben des Herstellers zeigt das Pocketbook IQ 701 alle gebräuchlichen E-Book-Dateiformate - auch mit Kopierschutz - sowie weitere Text-, Bild- und Videoformate an. Im Test war das Tablet allerdings nicht in der Lage PDF- und EPUB-Dateien von einer eingelegten SD-Karte zu öffnen. Bei Videos und Fotos klappte dies problemlos.

Träger Touchscreen und eine Startseite für E-Books

Die Bedienung des Pocketbook IQ 701 erfolgt größtenteils über den Touchscreen. Der Bildschirm registriert sanfte Berührungen nicht, sondern verlangt vom Nutzer einen kräftigen Druck mit dem Finger, damit er reagiert. Die Hardware scheint nicht ausreichend Leistung für das Gerät aufzuweisen, so dass immer wieder störende Ladezeiten entstehen oder das Tablet erst mit einer spürbaren Verzögerung reagiert.

Pocketbook versieht das IQ 701 mit einer eigenen Benutzeroberfläche, die sich vor allem durch ihre Startseite vom Standard-Design von Android unterscheidet. Auf ihr sieht der Nutzer eine Lesestatistik - wie viele Seiten von wie vielen vorhandenen Büchern er gelesen hat - und kehrt über Verweise direkt an die Stellen zurück, an denen er die drei letzten Bücher verlassen hat.

Darunter befinden sich Schaltflächen mit denen der Leser unter anderem in die Bibliothek des IQ 701 gelangt, Notizen anfertigt, eines von drei Wörterbücher aufruft, eine Suchmaske öffnet sowie zu den Einstellungen oder den installierten Anwendungen gelangt. Das untere Drittel der Startseite nimmt die Verknüpfung mit dem Online-Buchladen Bookland ein.

Pocketbook IQ 701 im Test

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Netzwelt-Startseite auf dem sieben Zoll großen Touchscreen des Tablets.

Verlässt der Nutzer die Startseite gelangt er in die übliche Android-Menüstruktur. Pocketbook installiert auf dem IQ 701 unter anderem einen Musikplayer, einen Foto-Betrachter, ein Sudoku-Spiel, einen Wecker und ein Notiz-Programm. Mit diesem kann der Nutzer sowohl Zeichnung anfertigen oder Text handschriftlich oder über eine virtuelle Tastatur eingeben. Letztere erfordert bei dem trägen Touchscreen einen starken Anschlag.

Unterhalb des Bildschirms befinden sich drei, schon fast zu kleine Tasten, die - wie bei Android-Geräten üblich - zum Aufrufen der verfügbaren Optionen und der Startseite dienen sowie einen Schritt in der Navigation zurück gehen. Die Knöpfe sind allerdings vergleichsweise tief in das Gehäuse eingelassen und lassen sich trotz deutlicher Druckpunkte nur unbequem drücken. Die Tastenwippe zur Lautstärkeregelung lässt sich dagegen wesentlich leichter benutzen.

Schwache Lautsprecher und Mini-USB-Anschluss

Zur Musik- und Tonwiedergabe baut Pocketbook zwei kleine Lautsprecher mit einer Leistung von jeweils 0,5 Watt in das IQ 701 ein. Für Systemgeräusche reichen sie aus, aber Hintergrundmusik zum Lesen hört sich aus ihnen nicht schön an. Deutlich besser klingt der Ton, wenn der Nutzer Kopfhörer über die 3,5-Millimeter-Buchse anschließt.

Über eine Mini-USB-Schnittstelle verbindet der Nutzer das IQ 701 mit seinen Computer, um Daten zu kopieren. Der Lithium-Polymer-Akku mit einer Stromstärke von 1.600 Milliampere reicht nicht so lange, wie bei Lesegeräten mit E-Ink-Display, aber rund einen halben Tag lang kann der Nutzer schon mit einer Akkuladung auf dem Gerät lesen - vorausgesetzt das WLAN ist abgeschaltet und er hört keine Musik nebenbei.

Fazit

Das Pocketbook IQ 701 gehört in seiner Geräteklasse zwar zu den günstigsten Modellen, allerdings wird beim Nutzer kaum Freude über das Tablet aufkommen. Das Bild des Touchscreens wirkt verpixelt und er reagiert zudem träge, die übrige Hardware ist schwachbrüstig, die Bedienung gestaltet sich unnötig kompliziert. Die noch nicht ausgereifte Software sowie die kurze Akkulaufzeit runden den schlechten Eindruck ab.

Mit einem Preis von 159 Euro ist das Pocketbook IQ 701 dafür sogar noch günstiger als das Touchlet X2 von Pearl. Einen besseren Eindruck hinterließ aber das rund 100 Euro teurere ZiiO von Creative. Wollen Sie unterwegs vor allem E-Books lesen, sollten Sie lieber zu einem Lesegerät mit E-Ink-Display wie zum Beispiel den PRS-350 und PRS-650 von Sony, Amazons Kindle, den iRiver Story oder dem Pocketbook 360 greifen - nur für Comics ergibt das bunte Display des IQ 701 Sinn.

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Pocketbook, ukrainischer Hersteller von E-Book-Readern, versucht sich mit einem Tablet. Das Pocketbook IQ 701 mit sieben Zoll großen Touchscreen und Android-Betriebssystem ist zwar extrem günstig, zeigt im Test allerdings auch viele Schwachstellen.

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Was bin ich? Beim Pocketbook IQ 701 fällt die Antwort schwer. Das Gerät mit sieben Zoll großen Touchscreen und Android-Betriebssystem ist weder ein richtiger E-Book-Reader noch ein richtiges Tablet.
http://www.netzwelt.de/news/85146-pocketbook-iq-701-test-zwischen-e-book-reader-tablet.html
2010-12-24 12:00:33
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/vrrooomm-daihatsu-sirion-bringt-seinen-drei-zylindern-richtig-druck-piste-foto-daihatsu4407.jpg
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