Mord und Mythen

Im Test: Deadly Premonition

Es liegt in der Natur eines Horrorspiels, zu erschrecken und zu verstören. Wenn das allerdings nicht Unmengen von Pixelblut und drastisch inszenierten Schockmomente geschuldet ist, sondern der Aufmachung, ist es etwas faul. So wie beim Xbox-360-exklusiven "Deadly Premonition".

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Deadly Premonition - Launch-Trailer: Dies ist der Launch-Trailer zum Survival-Horror-Videospiel Deadly Premonition, das für die Xbox 360 erschien. Zu sehen ist das verschlafene Örtchen Greenvale, das einige fiese Geheimnisse in sich birgt. Dieser Trailer bietet einen schaurig-schönen Einblick in das groteske Horror-Szenario von Deadly Premonition. Zum Video: Deadly Premonition - Launch-Trailer

Eine zweischneidige Angelegenheit: Macht ein Spiel im Jahr 2010, das technisch noch in der Pixelsteinzeit weilt, heutzutage überhaupt noch Spaß? Wer diese Frage ohne zu zögern mit einem lauten "Nein" beantwortet, darf aufhören zu lesen und sollte tunlichst die Hände von "Deadly Premonition" aus dem Hause Access Games lassen.

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Wem es hingegen vor unscharfen rechteckigen Fluren, detailarmen Umgebungen, stocksteifen Animationen, Gesichtern aus dem Wachsfigurenkabinett, heftigem Kantenflimmern und altbackenen Spiel- und Steuermechaniken im Stile des allerersten "Resident Evil" nicht graust, der dürfte sich in der amerikanischen Kleinstadt Greenvale tatsächlich wohlfühlen. Dorthin verschlägt es den FBI-Agenten Francis York Morgan. Er soll einen Ritualmord aufklären. Doch kaum angekommen, weiß man, dass weit mehr im Argen liegt. Irgendwie ist hier jeder verdächtig, inklusive York selbst, der ständig mit einem unsichtbaren Begleiter Zach flüstert ...

Allen technischen Unzulänglichkeiten zum Trotz ist den Designern eine Atmosphäre gelungen, die mitunter an die Kultserie "Twin Peaks" erinnert. Die verqueren Einwohner des Kaffs, zahlreiche surreal-bizarre Einfälle sowie die unheilvolle Vermengung von Mord und Mythen verleihen "Deadly Premonition" einen gewissen B-Movie-Charme, der man sich nicht so leicht entziehen kann.

Im Test: Deadly Premonition

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Wer dranbleibt, wird Zeuge einer Horrorachterbahnfahrt der Gefühle mit gut herausgearbeiteten Charakteren und Freiheiten, die man so gar nicht vermutet hätte. York kann die Stadt und die Umgebung frei erkunden. Er kann entscheiden, wie er sich den Tag einteilt, was er isst, wie oft er schläft und ob er sich rasieren oder umziehen will. Gut 40 Stunden lassen sich in Greenvale verbringen - allerdings nur dann, wenn es nicht stört, dass beispielsweise die Taschenlampe direkt aus dem Körper des Helden strahlt oder man unfassbar träge Autofahrten und Kämpfe gegen Untote über sich ergehen lassen muss.

Datenblatt

Deadly Premonition
SpielnameDeadly Premonition
HerstellerAccess Games
Vertriebdtp
GenreAction-Adventure
Erhältlich ab10.11.2010
Preisca. 30 Euro
EAN Code5060102952091
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 18 Jahren
Multiplayernicht vorhanden
Sonstiges 
Bewertung Grafikmangelhaft
Bewertung Steuerungausreichend
Bewertung Soundausreichend
Bewertung Spielspassgut
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemXbox 360

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