World Wide Wikileaks
Kommentar: Wikileaks oder die Doku-Soap im Internet
Das Internet hat seinen neuen Helden. Julian Assange, der Vorkämpfer für eine aufgeklärte Demokratie im Digital-Zeitalter. Der Mann, der die Machenschaften der Mächtigen in Staat und Wirtschaft aufdeckt und für Transparenz sorgt.

Inhaltsverzeichnis
- 1Sicherheitsprozeduren bremsen die Regierungsarbeit
- 2Doku-Soap aus dem Geheimdienst-Milieu
- 3Internet-Journalismus hat versagt
Transparenz, so heißt das neue Zauberwort aller Gesellschaftskritiker. Hauptsache transparent, der Rest kommt dann von selbst. World Wide Wikileaks soll die technische Grundlage dafür bilden. Julian Assange ist kein gewöhnlicher Hacker, kein Typ, der in Computersysteme des Pentagon eindringt und sich dann einen Spaß daraus macht, geheime Informationen zu veröffentlichen. Julian Assange ist ein Mann mit einer Mission. Er hat sich viele Gedanken gedacht. Etwa, darüber wie die besagte Transparenz zwischen Staat und Bürgern die Gesellschaft weiterbringt. Weil er über seine Theorien nicht lange diskutiert, sondern mit Wikileaks gleich in die Tat umsetzt, ist Assange zugleich auch gefährlich. Wikileaks ist so etwas wie der digitale Fehdehandschuh, den er und zahlreiche Internet-Aktivisten dem Staat und Politik vor die Füße geworfen haben.
Wenn man den Umfragen glaubt, dann sind, abgesehen von den sogenannten Cyber-Aktivisten und einschlägigen Sympathisanten, viele Bürger nicht wirklich begeistert von Wikileaks. Sie finden es beispielsweise nicht gut, dass wahllos hunderttausende vertrauliche Dokumente der US-Diplomatie veröffentlicht werden. Da ist dann zwar alles schön transparent, aber leichter wird das Geschäft der Diplomaten dadurch nicht.
Andererseits muss man sagen, dass einige der Grundideen von Wikileaks durchaus richtig sind. Transparenz, die bewirkt, dass die Bürger wissen, was Politiker und Wirtschaftsbosse in den Hinterzimmern der Macht treiben, ist eine gute Sache. Mehr Transparenz, wer könnte dagegen sein? Richtig ist auch ein anderer Grundgedanke. Da ist von Asymmetrie die Rede. Der Staat weiß sehr viel über seine Bürger, gibt aber selbst sehr wenig von sich preis. Umgekehrt wissen die Bürger wenig über den Staat, sollen aber ständig all ihre Daten preisgeben. Das ist eine Erfahrung, die auch solche Menschen teilen, die keinerlei Sympathie für Wikileaks hegen.

dieser Kommentar ist völlig nichtssagend! Ist der Autor neidisch das er nicht zu den Journalisten gehört, denen die Zeit gewährt wird sich mit den Depeschen zu beschäftigen und deshalb einfach trotzig und...
Nur weil der Autor seine tägliche Informationsdosis ausschließlich über die ARD, ZDF und die "Bild"-Zeitung bezieht, bedeutet das nicht, dass andere die Enthüllungen durch Wikileaks nicht auch genauer (und über...