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Neue Filme: Großes Kino zu Weihnachten
Netzwelt stellt immer zum Wochenende neue Filme vor.

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Seit jeher entzünden die privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zu den Weihnachtsfeiertagen ein Feuerwerk aus Filmen, die man meist jedoch bereits aus dem Vorjahr kennt. Wer sich stattdessen eine DVD oder Blu-Ray-Disc ins Laufwerk legt, muss trotzdem nicht auf unterhaltsame Klassiker verzichten.

Die Weihnachtsfeiertage bescheren den Kinogängern und Filmliebhabern jedes Jahr eine ganz besondere Freude: Sie können sich auf unterhaltsames Hollywood-Kino freuen, das frei im Fernsehen zu empfangen ist. Dabei erliegen sowohl die öffentlich-rechtlichen als auch privaten Fernsehsender aber allzu gerne der Versuchung, altbekannte Klassiker noch einmal zu wiederholen - vom Märchen bis "Der Grinch" kommt bei einem Großteil des Publikums trotz des reichhaltigen Angebots sicher etwas Langeweile auf.

Da bietet sich doch der Griff ins DVD- oder Blu-Ray-Regal an: Doch hier lauert Ungemach, da der falsche Film schnell die schönste Festtagsstimmung zerstören kann - und auch für Kinder ist ja nicht alles Material geeignet, das die Eltern gerne ansehen möchten. Netzwelt zeigt daher nach den Neuerscheinungen der Woche eine kleine Auswahl von sinnvollen Filmtiteln, die wirklich absolut weihnachts- und familientauglich sind.

Hierro

Die erste Neuerscheinung dieser Woche hat allerdings so garnichts mit Weihnachten zu tun: Der Thriller mit Elena Anaya in der Hauptrolle spielt in einem so düsteren Umfeld, dass die bedrückende Stimmung bereits nach den ersten Minuten auch bei den Zuschauern auf das Gemüt schlägt. Die Aufmachung passt aber zur Handlung des Films "Hierro": Der alleinerziehenden Mutter Maria passiert das schlimmste, was einer Mutter passieren kann - sie verliert ihren Sohn. Bei einer Schiffsreise auf die Insel "El Hierro", die westlichste der großen Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean, lässt Maria ihren Jungen Diego nur kurz aus den Augen. Dieser verschwindet ohne jede Spur vom Schiff, die Suche nach ihm bleibt leider erfolglos.

Doch in "Hierro" geht es nicht um das Verschwinden des Kindes selbst, sondern eigentlich die Zeit danach: Nachdem sich Maria nach sechs Monaten langsam mit dem Verlust von Diego abzufinden versucht, erreicht sie plötzlich ein erschreckender Anruf: Es wurde im Meer die Leiche eines Jungen gefunden. Maria muss an den Ort zurückkehren, der für so viel Leid steht - die Insel El Hierro. Dort ereignen sich aber eine Reihe von mysteriösen Dingen, die Maria selbst offenbar in große Gefahr bringen. Die Suche nach ihrem Sohn wird zu einem schaurigen Spiel, bei dem "Hierro" auch den Zuschauer über die genauen Umstände im Unklaren lässt. Der Film ist ein unterhaltsamer Mystery-Thriller, aber nichts für schwache Nerven.

Beatdown

Der Film "Beatdown" hatte bereits im August 2010 seine Premiere und wurde nach Medienberichten nur mit einem Budget von einer Million US-Dollar gedreht. Dafür haben sich sowohl Drehbuchautor Bobby Mort als auch Regisseur Mike Gunther ein Thema für den Film ausgesucht, das viel Actionverspricht: Es geht um die Szene von Straßenkämpfern im großstädtischen Milieu, in der nicht selten kriminelle Konflikte mit der Faust ausgetragen werden. Die Hauptfigur des Films, Brandon, ist ein prominentes Mitglied der Gesellschaft: Über die Jahre hat er sich großen Respekt bei Familie, Freunden und auch seinen Gegnern für einen athletischen Kampfstil erworben. In "Beatdown" gefällt sich Brandon in der Rolle des kämpfenden Machos.

Doch dann muss er seine Heimatstadt plötzlich verlassen: Nachdem sein Bruder gestorben ist, bekommt er Ärger mit einer Reihe von Kriminellen. Der Bruder hat dort Schulden hinterlassen, welche die Gangster nun bei Brandon eintreiben wollen. Der erfolgsverwöhnte Straßenkämpfer, der sich stets durchzusetzen wusste, muss sich im Haus seines Vaters verstecken, das in einer kleinen Südstadt liegt. Dort schließt sich Brandon genau wie zu Hause der Szene von Straßenkämpfern an - und er findet augenscheinlich einen Weg, sogar die Schulden des Bruders zurückzuzahlen und sich aus der Umklammerung der Kriminellen zu befreien. Im Film "Beatdown" wird viel gekämpft, aber auch die Handlung ist grundsolide ausgearbeitet. Schauspieler wie Eric Balfour, Desmond Aldridge und Susie Abromeit geben dem Film ein ganz spezielles Flair.

Unter Strom

Die dritte Empfehlung der Woche zeigt ganz großes deutsches Kino: In "Unter Strom" wird gleich zu Beginn des Films die Hauptfigur Frankie zu 15 Jahren Haft verurteilt wird, dreht er völlig durch - schließlich ist doch für ihn sicher, dass er unschuldig ist. Frankie nimmt das kurz zuvor geschiedene Ehepaar Daniel und Anna Trieb als Geiseln und kann so aus dem Gerichtssaal vor der Staatsgewalt fliehen - doch er braucht nun sehr dringend ein Versteck. Da kommt es ihm gerade recht, dass die Triebs ein Sommerhaus besitzen - und auf dem Weg dorthin kreuzt sich der Weg von Frankie mit dem des Wirtschaftsministers, den er auch gleich als weitere Geisel nimmt. Bereits ab dieser Stelle entwickelt der Film eine unfreiwillige Komik, sich sich bis zum Ende noch dramatisch zuspitzen wird - schließlich ist eine Geiselnahme keine leichte Sache.

Damit Frankie nicht alleine die Geiseln bewachen muss, beordert er seine Frau Gloria und den zwielichtigen Freund Cheese zum Sommerhaus. Als beide Eintreffen, ist eine skurrile Person bereits vor Ort: Während bei Daniel Trieb die Geiselnahme erste Spuren hinterlässt, tröstet sich seine Frau Anna mit ihrem Liebhaber, der sich mit Champagner und Viagra den Aufenthalt im Haus versüßt. Dabei erleidet er aber eine schmerzhafte Dauererektion, was für Erheiterung bei Frankie sorgt. Diese geht aber schnell zu Ende: Seine Frau Gloria ist von seinem besten Freund schwanger und der diensthabende Polizist, der das Haus längst umstellt hat, liebt im echten Leben den Wirtschaftsminister - und kümmert sich daher nur um dessen Rettung.

"Unter Strom" ist eine erheiternde Komödie mit grotesken Zügen in der Handlung, die sich zum Ende hin auf geniale Weise zuspitzt. Die Charaktere sind miteinander auf einzigartige Weise verwoben.

Shoot the Hero

Das junge Paar Nate und Kate aus "Shoot the Hero" ist eigentlich glücklich - deshalb wollen die beiden auch den Bund der Ehe eingehen. Doch das sorgt für allerlei Unstimmigkeiten: Sie streiten sich über das Essen, die Hochzeitszeremonie und viele andere Dinge, die eigentlich Kleinigkeiten sind. Auch beim Aussuchen der Ringe gibt es noch Ärger: Nate und Kate werden unfreiwillige Zeugen eines Überfalls, was dem paranoiden Gangster Crazy Joe natürlich überhaupt nicht gefällt. Er setzt zwei Killer auf das Pärchen an, um die Zeugen zu liquidieren - und hier kommen die beiden Brüder Fat und Thin ins Spiel. Diese sind so komisch und stets vom Pech verfolgt, dass der Zuschauer an die Ernsthaftigkeit ihrer Rolle in der gesamten Handlung beinahe zu zweifeln beginnt.

Während sich die beiden Paare und Crazy Joe ein Katz-und-Maus-Spiel liefern, kommt die zu Beginn etwas seichte Handlung endlich in Fahrt. Nate und Kate erfahren durch die Ereignisse mehr über sich und ihre Liebe, als sie eigentlich wollen - und scheinbar macht es ihnen garnichts aus, dass sie um ihr Leben bangen müssen. "Shoot the Hero" wird allen Zuschauern gefallen, denen auch "Unter Strom" oder andere groteske Filme gefallen. Die Verbindung zwischen Krimi, Komödie und Road-Movie klappt gut, auch wenn besonders die Action- und Schieß-Szenen eine bessere Aufarbeitung verdient hätten.

Neue Filme in Woche 50

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Statt dem Fernsehprogramm bieten sich auch zu Weihnachten DVDs und Blu-Ray-Filme an. (Bilder: Amazon)

Zu Weihnachten (I)

Die neu vorgestellten Filme dieser Woche sind natürlich nur bedingt tauglich für die Feiertage. Hier sollte der verwöhnte Kinogänger doch besser zu anderen Filmen greifen: Der Einzelhandel bietet derzeit eine spezielle DVD-Box mit Filmen von Macaulay Culkin an, einem der berühmtesten Kinderstars der 1990er Jahre. Die Filme eignen sich perfekt für Weihnachten: "Kevin - Allein zu Haus" garantiert ebenso herzliche Lacher wie "Richie Rich" aus dem Jahr 1994, das dem Hauptdarsteller sogar eine Auszeichnung für die sehr schlechte schauspielerische Leistung eingebracht hat. Der Film ist tatsächlich schräg, aber auch schön.

Hat man eine grundsätzliche Abneigung gegen Macaulay Culkin, hilft vielleicht Jim Carrey im gleichen Genre weiter: Statt der Paraderolle als Grinch, der Weihnachten nicht ausstehen kann, zeigt er eine ähnliche solide Leistung in Filmen wie "Der Ja-Sager" oder "Bruce Allmächtig". In letzterem legt sich Carrey als Moderator Bruce Nolan, der vom Pech verfolgt wird, mit Gott höchstpersönlich an - und darf schließlich sogar für kurze Zeit den Platz des Herrn einnehmen. Zunächst genießt er die Macht, über Gezeiten und so viele andere Dinge zu bestimmten - nur der freie Wille seiner Freundin bereitet ihm Sorgen. Morgan Freeman zeigt als personifizierte Gottesgestalt eine ähnlich Leinwandpräsenz wie Hauptdarsteller Jim Carrey.

Zu Weihnachten (II)

Es soll ja auch Leute geben, die an den besinnlichen Weihnachtstagen lieber einen Krimi statt der Komödie bevorzugen - aber dann bitte kein James-Bond-Film. Für die Feiertage empfiehlt sich stattdessen "Die Akte" oder "Die Firma": Beide Filme basieren auf einer Romanvorlage von Erfolgsautor John Grisham und lassen beim Zuschauer auch ohne viel Blut, ständige Schießereien oder Explosionen große Spannung aufkommen. Auch jüngere Produktionen wie "Inside Man" oder "Duplicity" spielen in dieser Liga mit. Unser Geheimtipp im Bereich Hochspannung ist aber "The Game" mit Michael Douglas aus dem Jahr 1997: Als erfolgsverwöhnter und emotionsloser Manager ohne Familiensinn lässt sich die Hauptfigur Nicholas van Orton niemals aus der Ruhe bringen, bis er durch seinen Bruder zu einem Besuch bei der Firma Consumer Recreation Services (C. S. R.) verleitet wird. Was wie ein äußerst seltsames Unterhaltskonzept beginnt, wird schnell zu einem Spiel auf Leben und Tod - und ist doch nur ein Spiel, was die van Orton aber nicht immer bewusst ist.

Irgendwo zwischen Komödie und Krimi stehen Filme wie "Der Teufel trägt Prada". Der bitterböse Humor der skrupellosen Chefredakteurin (Meryl Streep) versetzt nicht nur die Modebranche im Film in helle Aufregung, sondern bringt auch die Zuschauer zum Lachen. Ganz nebenbei kämpft Andy Sachs (Anne Hathaway) mit dem Spagat aus Privat- und Berufsleben. Am gleichen Motiv arbeitet sich Ridley Scott in "Ein gutes Jahr" ab: Hier übernimmt Russell Crowe die Rolle des karrieresüchtigen Bankers, für den nur Geld zählt - bis er durch ein tragisches Ereignis das Leben in Südfrankreich genießen lernt.

Zu Weihnachten (III)

Die letzte Filmkategorie zu Weihnachten trifft eher kinderlose Pärchen in der ersten gemeinsamen Wohnung: Bei "Keinohrhasen" oder "Zweiohrküken" lässt sich genauso gut kuscheln wie zu "Ein Chef zum Verlieben" oder auch dem Historiendrama "Elisabeth", zu dem es mittlerweile schon eine Fortsetzung gibt. Statt "Pretty Woman" oder "Dirty Dancing" können gelangweilte Zuschauer auch zu "Hitch - Der Date-Doktor" oder sogar "Mr. & Mrs. Smith" greifen. Bei letzterer Produktion haben sich die beiden Hollywoodstars Angelina Jolie und Brad Pitt kennen und lieben gelernt - wenn das kein bezauberndes Fest der Liebe verspricht.

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Seit jeher entzünden die privaten und öffentlich-rechtlichen Fernsehsender zu den Weihnachtsfeiertagen ein Feuerwerk aus Filmen, die man meist jedoch bereits aus dem Vorjahr kennt. Wer sich stattdessen eine DVD oder Blu-Ray-Disc ins Laufwerk legt, muss trotzdem nicht auf unterhaltsame Klassiker verzichten.

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Neue Filme: Großes Kino zu Weihnachten
Neue Filme: Großes Kino zu Weihnachten
In dieser Woche bestimmt natürlich das nahende Weihnachtsfest die Filmauswahl.
http://www.netzwelt.de/news/85084-neue-filme-gross-kino-weihnachten.html
2010-12-18 11:45:00
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Neue Filme: Großes Kino zu Weihnachten