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Detailverbesserung: Motorola Milestone 2 im Test
Hardware-Tuning und bessere Tastatur

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Auf den ersten Blick unterscheiden sich das Motorla Milestone und sein Nachfolger Milestone 2 kaum. Unterschiede wie die verbesserte Tastatur werden dafür in der Praxis sichtbar.

Mit dem Modell Milestone meldete sich Motorola im Smartphone-Bereich 2009 zurück. Nun präsentiert der Erfinder des Mobiltelefons mit dem Milestone 2 den Nachfolger. Auf den ersten Blick hat sich kaum etwas geändert, Verbesserungen finden sich dafür im Detail.

Verarbeitung: Schwerfälliger Schiebemechanismus

Das Motorola Milestone 2 ist ein Slider-Handy. Das Display lässt sich seitlich wegschieben und gibt eine vierzeilige QWERTZ-Tastatur frei. Der Schiebemechanismus ist aber äußert schwergängig. Das Display schleift hörbar über die Tastatur. Auch nach längerer Nutzungsdauer war hier im Test keine wesentliche Verbesserung spürbar. Dafür rastet das Display in beiden Endpositionen hörbar ein. Ein Wechsel der SIM-Karte oder der Speicherkarte während des Betriebes ist aufgrund der Platzierung hinter dem Akku nicht möglich. Zudem fehlt eine Abdeckung für den micro-USB Anschluss, sodass dieser schnell verdreckt.

Dies sind aber auch die einzigen Verarbeitungsmankos beim Milestone 2. Ansonsten hinterlässt das Gerät einen robusten und sehr wertigen Eindruck, was auch am hohen Gewicht von rund 169 Gramm liegt. Der Akkudeckel lässt sich leicht lösen und auch ohne große Probleme wieder einhaken. Display und Gehäuse verdrecken zudem nicht so schnell, wie bei anderen Smartphones. Die Rückseite des Smartphones ist nahezu vollständig gummiert, wodurch sich das Handy in der Hand sehr angenehm anfühlt.

Bedienung: Tastatur-Überarbeitung gelungen

Die Bedienung des Motorola Milestone 2 erfolgt weitestgehend über den Touchscreen und die vier Sensor-Tasten unterhalb des Displays. Mit diesen kann der Nutzer Kontextmenüs aufrufen, ins Hauptmenü wechseln, eine Ebene zurückgehen oder eine Suchabfrage starten. Die Sensortasten sind beleuchtet und somit auch unter schwierigen Lichtverhältnissen zu erkennen. Der Touchscreen des Milestone 2 reagiert präzise und schnell auf Eingaben, lediglich bei Eingaben mit mehreren Fingern (Multitouch) erfolgt die Reaktion nach Eindruck des Testers verzögert, hier reagieren andere Android-Smartphones schneller.

Gründlich überarbeitet wurde die Tastatur, hier verspricht Motorola größere Tasten und einen besseren Druckpunkt. Um die Tasten zu vergrößern wurde das Steuerkreuz gestrichen. Navigiert wird nun nur noch mit vier Pfeiltasten. Im Praxistest erwies sich die Tastatur als äußerst gelungen. Nicht nur kurze Facebook-Nachrichten oder SMS ließen sich damit schreiben, sondern auch das Tippen von Gesprächsnotizen oder kleinere Texte ging hiermit äußerst komfortabel von der Hand.

Leistung: Starker Akku, langsamer Start

Auch unter der Haube hat Motorola das Milestone 2 aufgewertet: Der Prozessor ist nun mit einem Gigahertz getaktet, der interne Speicher bis zu acht Gigabyte groß. Hinzu kommt noch die Kapazität der verwendeten Speicherkarte. Motorola legt eine Acht-Gigabyte-Karte bei, maximal wird eine Kapazität von 32 Gigabyte unterstützt. Auf dem Testgerät von netzwelt standen abzüglich der Ressourcen des Betriebssystems noch knapp 7,5 Gigabyte des internen Speichers zur Verfügung.

Beim Start des Smartphones macht sich das Hardware-Tuning jedoch nicht bemerkbar. Mit satten 46 Sekunden startet das Milestone 2 deutlich langsamer als andere Android-Handys. Im Betrieb selbst arbeitet es dagegen flott und zuverlässig. Der Akku zählt mit einer Kapazität von 1.400 Milliamperestunden zu den besseren im Smartphone-Markt. Bei geringer Nutzung hält das Milestone 2 daher mehrere Tage ohne Stromzufuhr durch. Die Sprachqualität ist gut, sowohl bei Telefonaten ins Festnetz als auch von Handy zu Handy waren die Gesprächspartner im Test problemlos zu verstehen.

Motorola Milestone 2 im Test

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Die Tastatur des Milestone 2 wurde gründlich überarbeitet.

Kamera: Schwerfälliger Schiebemechanismus hat auch Vorteile

Die Kamera besitzt wie beim Vorgänger eine Auflösung von 5 Megapixeln. Neu ist die Möglichkeit, Videos in HD-Qualität aufzunehmen. Pluspunkt: für das Auslösen der Kamera gibt es eine physische Taste, die wie der Fotoauslöser einer herkömmlichen Kamera funktioniert. Bei leichten Druck fokussiert die Kamera, wird der Auslöser durchgedrückt löst die Kamera aus. Im Gegensatz zu anderen Slider-Handys besteht durch den schwergängigen Schiebemechanismus zudem nicht die Gefahr, durch unbewusste Bewegungen das Display versehentlich hochzuschieben.

Die Kamera ist sehr schnell und steht bereits wenige Augenblicke nach dem Auslösen für das nächste Foto wieder zur Verfügung. Die Bildqualität ist gut, vereinzelt war aber ein leichtes Farbrauschen auf den Fotos zu sehen.

Multimedia: Player vereint MP3s, YouTube und Webradio

Das Motorola Milestone 2 liefert für ein Smartphone ein anständiges Klangerlebnis und kann unterwegs durchaus zeitweise einen MP3-Player ersetzen. Der Mediaplayer bietet unter einer übersichtlichen Oberfläche nicht nur Zugriff auf Musik-Dateien auf dem Handy, sondern auch auf zahlreiche Webradios und Musikvideos. Selbst eine Titel-Identifikations Funktion ist in das Programm integriert. Auch ein Timer lässt sich programmieren. Was fehlt, ist lediglich eine Equalizer-Funktion.

Software: Motoblur bietet viele Möglichkeiten

Von Werk aus ist auf dem Milestone 2 bereits die Android-Version 2.2 installiert. Ob es ein Update auf die neue Version 2.3 mit dem Codenamen Gingerbread geben wird, ist noch nicht bekannt. Als Oberfläche setzt Motorola Motoblur ein. Diese kommt nach Geschmack der Redaktion vergleichsweise überladen daher, bietet dafür aber zahlreiche Möglichkeiten, die Mitbewerber teilweise gegen Entgelt anbieten, etwa die Ortung des Handys oder das Synchronisieren von Kontakten. Theoretisch ist es möglich mittels des Dienstes Daten und Einstellungen von einem alten Motorola Handy direkt auf ein Neues zu übertragen, so dass sich der Nutzer ohne großes Konfigurieren in seiner gewohnten Handy-Umgebung wiederfindet.

Über die kostenlose Software Moto Phone Portal kann der Nutzer zudem Daten auf das Handy laden oder vom Handy auf dem Rechner übertragen. Die Software steht derzeit nur für Windows zur Verfügung. Mac- oder Linux-Nutzer können sich aber mit einer Browser-Applikation behelfen. Der Clou: Das Handy muss hierfür nicht per USB an den Rechner angeschlossen werden, der Zugriff ist auch via WLAN möglich.

Fazit: Gelungenes Smartphone, kein neuer Meilenstein

Das Milestone 2 ist wie sein Vorgänger ein solides und gelungenes Smartphone. Die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger sind zwar nur geringfügig, steigern aber deutlich den Komfort. Vor allem die neue Tastatur konnte im Test überzeugen. Allerdings wurden auch einige Mankos des Vorgängers übernommen, etwa der schwerfällige Schiebemechanismus oder das hohe Gewicht. Dennoch handelt es sich um eine gelungene Weiterentwicklung des Modells.

Für Besitzer des Vorgängermodells dürfte wenig Anreiz bestehen auf das Milestone 2 umzusteigen. Zumal der Vorgänger in den nächsten Wochen eine Software-Aktualisierung erhalten soll und das Milestone dann ebenfalls mit Android 2.2 laufen wird. Wer dagegen ein gut verarbeitete Slider-Smartphone sucht, sollte das Modell in die engere Auswahl ziehen. Das Milestone 2 ist bereits in Deutschland erhältlich. Motorola gibt eine unverbindliche Preisempfehlung von 550 Euro für das Gerät aus. Im Netz ist das Gerät aber inklusive Versand für einen durchschnittlichen Preis von bereits rund 440 Euro erhältlich. Der Vorgänger kostet noch rund 355 Euro.

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Detailverbesserung: Motorola Milestone 2 im Test
Detailverbesserung: Motorola Milestone 2 im Test
Mit den Milestone 2 präsentiert Motorola die Fortsetzung seines Erfolgsmodells Milestone. Radikale Neuerungen bietet das Modell nicht, die Verbesserungen liegen eher im Detail.
http://www.netzwelt.de/news/85071-detailverbesserung-motorola-milestone-2-test.html
2010-12-17 17:05:31
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/alles-blick-sendungen-angebotenen-formate-gezeigt-bild-screenshot4391.png
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