Die Ochsentour

Im Kurztest: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations

Teflon oder mangelnde Kompetenz? Welche Beziehungen verbinden die russischen und italienischen Staatschefs wirklich miteinander? Was unternimmt Irland gegen die Finanzkrise? Realistische Daten der aktuellen Weltpolitik bilden die Grundlage für den "Politik Simulator 2" - doch kann das virtuelle Ränkespiel zwischen Staatschefs, Diplomaten und Lobbyisten auch Politikverdrossene überzeugen?

Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations - Teflon-Angie ist im Club der Mächtigen offenbar nur eine graue Randerscheinung (rechts hinten). (Bild: Eversim)
Teflon-Angie ist im Club der Mächtigen offenbar nur eine graue Randerscheinung (rechts hinten). (Bild: Eversim)

Mit Bankenchefs in geselliger Runde tafeln, gebetsmühlenartig ein einfaches Steuersystem versprechen, der Fußballnationalmannschaft telegen beim WM-Halbfinale in Südafrika zujubeln, sich mit einem Prunkbahnhof ein Denkmal setzen, wichtige Persönlichkeiten aus aller Welt treffen - was auf den ersten Blick glamourös wirkt, ist in Wahrheit ein eher dröges Geschäft. Wer es einmal zum Staatschef bringen will, wird des Öfteren feststellen müssen, dass etwa angesichts von Partei- und Lobby-Interessen oder überbordender Bürokratie hehre politische Ideale sehr schnell verloren gehen. Insofern bildet der "Politik Simulator 2" die Welt schon recht realistisch ab: Das Programm präsentiert sich knochentrocken wie ein verstaubter Aktenordner und bemüht sich nicht, dem Spieler das politische Weltgeschehen in spannender Aufmachung schmackhaft zu machen.

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Entweder man arbeitet sich im Wettbewerbsmodus durch geschicktes Taktieren in der globalen Rangliste der Staatschefs nach oben. Oder man lenkt die Geschicke einer Nation im Simulationsmodus durch verschiedene Szenarien. Dabei ist alles möglich - vom Aushandeln von Gesetzen und Kabinettsumbildungen über Steuer- und Subventionsanpassungen bis hin zur Infiltration anderer Staaten mit Spionen, der Ermordung unliebsamer Kritiker oder die große Mobilmachung. Egal, welche Entscheidungen man trifft: Irgendwo wird sich Protest regen, den man ignorieren oder mit Polizeigewalt niederschlagen kann.

Immer wieder melden sich Minister, Gewerkschaftsführer oder Vertreter anderer Interessengruppen zu Wort, kommentieren politische Entscheidungen oder geben Ratschläge. Unattraktive Textfenster bestimmen dabei das Bild, und eigentlich spielen sich alle Nationen fast gleich - ob man nun eine Weltmacht oder einen Schurkenstaat wählt.

Video: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations

Nicht immer sind die Entscheidungen des Programms ohne Weiteres nachzuvollziehen. Viele Abläufe wirken zu mechanisch, etwa wenn man einer anderen Nation den Krieg erklärt. Selbst spektakuläre Ereignisse mit tief greifenden Folgen für die ganze Welt werden nicht anders inszeniert als ein unbedeutender innenpolitischer Konflikt.

Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations

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Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations - Teflon-Angie ist im Club der Mächtigen offenbar nur eine graue Randerscheinung (rechts hinten). (Bild: Eversim)
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Teflon-Angie ist im Club der Mächtigen offenbar nur eine graue Randerscheinung (rechts hinten). (Bild: Eversim)

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Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations - Im "Politik Simulator 2" gehört Krieg nicht unbedingt zur Ultima Ratio. (Bild: Eversim)
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Im "Politik Simulator 2" gehört Krieg nicht unbedingt zur Ultima Ratio. (Bild: Eversim)

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Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations - Ölplattformen vor Florida - doch die eigentliche Katastrophe ist die Grafik von "Politik Simulator 2". (Bild: Eversim)
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Ölplattformen vor Florida - doch die eigentliche Katastrophe ist die Grafik von "Politik Simulator 2". (Bild: Eversim)

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Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations - Ein bisschen Bildung gehört dazu, will man sein Land an die Spitze der Weltpolitik führen. (Bild: Eversim)
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Ein bisschen Bildung gehört dazu, will man sein Land an die Spitze der Weltpolitik führen. (Bild: Eversim)

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Im Test: Politik Simulator 2 - Rulers of Nations

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Im "Politik Simulator 2" mag viel Recherche-Arbeit vonseiten der Entwickler stecken - als Spiel überzeugt der Titel dennoch nicht. Weder bekommt man einen tieferen Einblick in politische Entscheidungswege noch kann das Programm den Spieler auf Dauer motivieren. Die unattraktive Präsentation mit ihren Abziehbildchen realer Personen und dem Charme einer Excel-Tabelle allein dürften selbst wohlwollende virtuelle Präsidentschaftskandidaten schon nach wenigen Stunden vergraulen.

Datenblatt

Politik Simulator 2 - Rulers of Nations
SpielnamePolitik Simulator 2 - Rulers of Nations
HerstellerEversim
VertriebEversim
GenreSimulation
Erhältlich ab05.11.2010
Preisca. 40 Euro
EAN Code3430920040126
SchwierigkeitFür Einsteiger und Fortgeschrittene
Alterab 12 Jahren
Multiplayer2-16 (WWW)
SonstigesMinimum CPU mit 2 GHz, 2 GB RAM, 2 GB freier Festplattenspeicher, Grafikkarte mit 128 MB RAM
Bewertung Grafikmangelhaft
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundausreichend
Bewertung Spielspassausreichend
Bewertung Gesamtausreichend
SystemPC

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